Schüleraustausch - Wann und wieso kann Heimweh auftreten?
Bei einem Schüleraustausch, einem Highschooljahr oder einfach einem mehrmonatigen Auslandsaufenthalt ist die Wahrscheinlichkeit, Heimweh zu bekommen, sehr groß. Schließlich befindet man sich in einem fremden Land mit einer fremden Kultur, einer anderen Sprache und ausschließlich Leuten, die man erst mal nicht kennt. Die Sehnsucht nach zu Hause wird immer größer, behindert den Austauschschüler im Alltag und wird vor allem nachts zur Qual.
Die erste Woche ist die schwerste, auch die zweite kann noch schwierig sein. Danach sollte man sich aber so eingelebt haben, dass der Wunsch, wieder nach Hause zu fahren, in den Hintergrund tritt. Doch durch Umstände, die nicht perfekt sind, kann die Eingewöhnung länger dauern oder sogar zum Abbruch eines Aufenthaltes führen.
Zu diesen Umständen und Schwierigkeiten zählt nicht nur die Andersartigkeit des Gastlands selbst – deshalb hat man sich ja hauptsächlich auf den Schüleraustausch eingelassen, sondern unerwartete Probleme, die auftauchen können. Dazu gehören sowohl Probleme mit den Gasteltern im Speziellen oder der Gastfamilie im Allgemeinen, Verständigungs- oder Anpassungsschwierigkeiten in der Schule und mit den Mitschülern, wichtige Ereignisse wie Weihnachten und Geburtstage, die man fernab von der eigenen Familie feiern muss, oder auch Hochzeiten und Geburten im Verwandten- und Bekanntenkreis, denen man nicht beiwohnen kann.
Treten diese Schwierigkeiten gebündelt auf, dann kostet es meist große Überwindung, aus Heimweh nicht den ganzen Schüleraustausch abzubrechen und zurück nach Hause zu fahren. Aber man sollte nicht aufgeben! Viele Gastschüler haben dieselben Probleme und brauchen auch Unterstützung. Ein gemeinsames Gespräch kann in solchen Situationen Wunder bewirken, es gibt allen Beteiligten Kraft, um weiterzumachen.
Ansonsten: Sprecht mit euren Eltern. Über skype oder ähnliche Internetdienste ist Videotelefonie kostenlos. Schreibt Mails an Freunde und Familie, sie werden euch mit Sicherheit wieder Mut zusprechen. Außerdem ist bei allen Organisationen stets Hilfe vor Ort, an die ihr euch wenden könnt. Die Mitarbeiter werden alles daran setzen, dass es euch besser geht und ihr den Aufenthalt wieder genießen könnt. Lenkt euch ab, trefft euch mit anderen Austauschschülern, entdeckt das Land.
Auch eure Gastfamilie wird großes Interesse daran haben, dass ihr Spaß und Freude am Schüleraustausch verspürt, ein Gespräch ist auch hier sehr hilfreich. Wenn ihr Probleme habt, dann kommuniziert sie und behaltet eure Sorgen und Zweifel nicht für euch.
Man darf in solch schwierigen Zeiten nicht vergessen, dass ein Schüleraustausch oder ein Highschooljahr eine einmalige Chance im Leben ist, die man in der Form nicht wieder bekommen wird. Eine so lange Zeit fernab von der Heimat zu verbringen, auch wenn es sicher ab und an schwer fallen wird, stärkt das Vertrauen in sich selbst ungemein und ist eine Bereicherung für den gesamten späteren Lebensweg. Man zeigt Durchhaltevermögen, Willensstärke und ist fähig, auch schwierige Situationen und Aufgaben zu händeln. Im Nachhinein würde man es mit Sicherheit zutiefst bereuen, wenn man diese Chance hatte, sie aber nicht ausreichend nutzen wollte.




