AFS Erfahrungsbericht - Ungarn
Regina, Ungarn 2009/10
„Ungarn ist ein Abenteuer wert...“
Ich hab bis jetzt schon so viele interessante und nette Menschen kennen gelernt, die ich nie mehr vergessen möchte! Angefangen bei meiner Gastfamilie. Die besteht nicht nur aus meinen Gasteltern Gyuri und Zsuzsa und meinen Gastschwestern Dóri, Anna und Fanni sonder auch aus den Hunden Picur und Boccacio und vielen vielen mehr.
Meine Gasteltern arbeiten an der Corvinus Universität in Budapest. Meine älteste Gastschwester Dóri ist im Moment in Deutschland um für ihr Medizin-Studium zu forschen und ihre Sprachkenntnisse in Deutsch und Englisch zu verbessern. Dadurch sehe oder höre ich nur selten etwas von ihr, aber sie gehört trotzdem dazu.
Érd das ist die Stadt in der ich wohne. Sie liegt ungefähr 20 km süd-westlich von Budapest und ist mit dem Zug in 20 Minuten leicht zu erreichen. Dadurch, dass wir in dieselbe Klasse gehen, haben Fanni und ich einen ähnlichen Freundeskreis und unternehmen auch außerhalb der Schule Sachen miteinander. Meine Klasse ist einzigartig und die beste die es auf dieser Erde gibt (das mein ich echt ernst nicht nur so daher gesagt!!). Alle verstehen sich untereinander und kennen sich auch ziemlich gut. Klar gibt es auch beste Freunde oder Gruppen aber nie so, dass die eine nichts mit der anderen zu tun haben möchte. Die Sprache war am Anfang für mich ein kleines Problem, weil ich einfach überhaupt nichts verstanden habe, sodass ich manchmal ziemlich gelangweilt war und mich immer gefragt habe über was geredet und gelacht wird. Jetzt nach 5 Monaten verstehe ich einen Großteil und kann mich auch schon in einer einfachen Weise ausdrücken. Aber es nervt mich immer noch, wenn ich nichts verstehe.
Zusammen mit den Freunden aus der Klasse unternehme ich auch außerhalb einiges: Pizza essen, ins Theater gehen, auf Konzerte, zum Billard spielen, ins Kino, zum Schlittschuh laufen jetzt im Winter und ich hoffe doch zum baden im Sommer.
Sonst waren wir schon gemeinsam im Theater und haben einen Versuch unternommen das Schokoladen Museum zu besuchen, das ging jedoch schief weil die Schlange davor zu lang war. Auch Geburtstage werden gemeinsam gefeiert. Ein weiterer Höhepunkt war eine Feier in Székesfehérvár. Hier haben sich viele Austauschschüler aus ganz Ungarn getroffen und gemeinsam Nikolaus gefeiert. Es war toll!!!
Sonst war ich noch gemeinsam mit meiner Familie in der Oper. Wir haben den Nussknacker angesehen. Auch waren wir gemeinsam in Miskolc und Szeged. Oft kommen auch einfach Freude vorbei, zu Besuch, oder wir besuchen sie. Meine Familie ist, im Gegensatz zu meiner deutschen, immer in Bewegung. Es ist neu, aber es macht riesigen Spaß. Auch bin ich immer mal wieder in Budapest. Schau mir gemeinsam mit irgendwem die Stadt an oder trinke einfach eine heiße Schokolade. Die, dass muss ich ehrlich zugeben, ist hier besser als in Deutschland, denn sie ist noch aus echter Schokolade gemacht und ist sehr schön sämig und dickflüssig. Ein Genuss, kann ich nur sagen! Ich trinke aber nicht die ganz heiße Schokolade.
Eines der vielen Dinge die ich hier gelernt habe ist, dass ich auf die Menschen zugehen muss und nicht warten darf bis sie zu mir kommen, denn ich bin neu und muss mein Leben ordnen. Die Menschen hier haben ein Leben und ob ich da bin oder nicht könnte ihnen egal sein (ist es ihnen Gott sei dank aber nicht). Ich muss mich anbieten und nicht auf Angebote warten. Ein zweites ist, dass man reden muss und sich nicht verschließen darf. Dass kann nämlich ganz schnell falsch aufgefasst werden. Und ich habe das Glück, dass ich, egal was es ist, immer zu meiner Familie kommen kann und sie mir hilft das Problem zu lösen.
Auch bin ich, glaub ich, ein Stück weit lebenslustiger und selbstbewusster geworden und auf jeden Fall selbstständiger. Alles in allem kann ich nur sagen, selbst wenn es mit Amerika (meiner ersten Wahl) geklappt hätte, ich hätte nicht halb so viel spaß wie hier. Es war die beste Entscheidung, die ich je hätte treffen können. Denn meine Familie ist die beste, meine Freunde sind die besten und Ungarn ist auf jeden Fall ein Abenteuer wert. Glaubt es mir ich lebe nämlich gerade meinen Traum in Ungarn!





