In seinem Buch „Ein Schuljahr in Australien - Gastschüler an einer australischen High School“ gibt dir der Autor Horst Giesler von der Planung über das Leben in Australien bis hin zur Rückreise alle wichtigen Infos, die du für einen Schüleraustausch nach Australien brauchst, bspw. wie du deine Austauschorganisation findest.

Organisationen für High-School-Aufenthalte in Australien gibt es mittlerweile einige. Dabei unterscheidet man zwischen Anbietern, die rein gewerblich tätig sind, und solchen, die als Verein wirken und vergünstigte Programme mit ähnlichen Leistungen durchführen. Die gemeinnützigen Anbieter sind jedoch keinesfalls kostenfrei. Gemeinnützige und als Verein strukturierte Veranstalter werden überwiegend von Ehrenamtlichen getragen, die meist selbst die Erfahrung des Schüleraustausches entweder als Schüler oder als Gastfamilie gemacht haben. Sie verfolgen ein umfassenderes Bildungsziel, bei dem der Gewinn von Sprachkenntnissen lediglich eine untergeordnete Rolle spielt. Im Zentrum ihrer Programme steht das Kennenlernen von fremden Kulturen als Ganzes und die Fähigkeit, allgemein Unterschiede zwischen Kulturen zu erkennen und zu verstehen. Die persönliche Erfahrung des Eingewöhnens in eine fremde Gastfamilie und Umgebung sowie die Möglichkeit, einen bewussten Beitrag zur Völkerverständigung und Friedenserziehung zu leisten, sind oft zwei zusätzliche Motive dieser Anbieter.

Kommerzielle Organisationen verfügen über einen größeren Stamm an bezahlten Mitarbeitern. Wirft man einen Blick in ihre Broschüren, wird sehr schnell klar, dass es vor allem um die vertieften Sprachkenntnisse geht, die ein solcher Gastschulaufenthalt für die Teilnehmer mit sich bringt. Der Spaßfaktor ist ein weiteres Motiv, das in den Werbemagazinen dieser Anbieter nicht zu kurz kommt. Zu den Leistungen dieser Organisationen (gemeinnützige wie kommerzielle Anbieter) gehören in der Regel:

  • Auswahl- und Vorbereitungsseminar im Heimatland
  • Vermittlung einer geeigneten Gastfamilie und Schule
  • Visumsbeschaffung
  • Hin- und Rückflug
  • Unterrichts- und Einschreibegebühr
  • Betreuung in Australien

Es werden Programme in der Länge von drei Monaten bis zu einem Schuljahr (10 bis 11 Monate) angeboten, sowohl in staatlichen Schulen als auch Privatschulen. Obwohl oft von Schüleraustausch die Rede ist, findet kein Austausch im eigentlichen Sinne statt. D. h., es kommt kein anderer Austauschschüler im Gegenzug nach Deutschland, Österreich oder in die Schweiz. Je nach Dauer des Aufenthaltes zahlt man zurzeit zwischen 5.000 Euro für einen dreimonatigen Australien-Aufenthalt und bis zu 15.000 Euro für ein ganzes Schuljahr. Auf einer Privatschule können noch Schulgebühren in nicht unerheblicher Höhe dazukommen. Kosten für die Schuluniform, Unterrichtsmaterialien, Schulausflüge und Taschengeld (ca. 150 Euro/Monat) sollte man bei der Kalkulation ebenfalls nicht vergessen. Ein Gastschulaufenthalt in Australien ist also kein Schnäppchen. Aber er ist sein Geld wert! Darüber, wer das bessere Programm durchführt oder der bessere Veranstalter ist, streiten sich die »Experten«. Richtig ist zweifellos, dass der Erfolg eines Gastschulaufenthaltes zu einem erheblichen Teil von der Kooperationsbereitschaft und dem Tatendrang des Gastschülers abhängt. Bei der Auswahl des Anbieters sollte man auf eine gute und umfassende Beratung achten. Austauschorganisationen, die sich mit ihrem Angebot auf Australien spezialisiert haben und ihre Schüler nicht auch noch in zahlreiche andere Länder vermitteln, haben hier oft einen Vorsprung gegenüber anderen Anbietern. Auch Schwachstellen und Probleme sollten ausführlich erörtert werden, will man zu einem positiven Gesamtbild gelangen. Ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl eines Anbieters ist neben dem Faktor Vertrauen oft der finanzielle Aspekt. Die zum Teil recht großen preislichen Differenzen in den Angeboten sind nicht immer durch unterschiedliche Leistungspakete zu erklären. Auch hier werden unter Umständen manche Sachverhalte durch gezieltes Nachfragen deutlicher.

Aus: „Ein Schuljahr in Australien - Gastschüler an einer australischen High School“ Horst Giesler