Woran denkst du, wenn du von Nevada hörst? Denkst du an eine endlose, heiße Wüste? Vielleicht an Area 51, diese geheime Militärbasis, in welcher der Legende nach an der Technologie von Aliens geforscht wird? Ganz sicher aber denkst du an Las Vegas, diese Stadt, die aus Neonröhren erbaut zu sein scheint und davon lebt, dass seine Besucher ihr Geld verzocken. Hattest du auch schon einmal daran gedacht, deinen Schüleraustausch in den USA in Nevada zu verbringen?

Leben in der Wüste?

Nevada kommt aus dem Spanischen und bedeutet schneebedeckt. Es wurde so genannt, aufgrund der Berge des Sierra Nevada. Das Erste, was die Spanier sahen, als sie von Westen kamen. Dass es dahinter sehr trocken und alles Andere als schneebedeckt ist, wussten sie nicht. Nichtsdestotrotz gibt es in Nevada mehr, als nur riesige, unbewohnbare Wüste. In großer Zahl leben Wildpferde und Burros, eine Art von kleinen Eseln innerhalb der Staatsgrenzen. Um eine Balance zwischen den sich rasch vermehrenden und von Jägern unbedroht lebenden Tieren und den Futter- und Wasserressourcen zu schaffen, wurden in einer beispiellosen Aktion über 220 000 Wildtiere von Bürgern adoptiert. Im Westen, an der Grenze zu Kalifornien liegt sogar der größte alpine See der USA, der Lake Tahoe. Daneben liegen die Hauptstadt Carson City und das wesentlich größere Reno. Diese Region am Rand des Ziels für deinen Schüleraustausch in den USA bildet eine Art dicht bewohnte Oase im ansonsten wenig bevölkerten Staat von der vierfachen Fläche Bayerns. Nahezu drei Viertel der annähernd drei Millionen Einwohner Nevadas leben allerdings im äußersten Südosten des Bundesstaats, umgeben von der Mojavewüste im Clark County. Hier steht auch der Hoover Dam, der Teile Kaliforniens, Arizonas und eben auch das Las Vegas Valley, in welchem die Stadt Las Vegas liegt, seit 1936 mit Strom versorgt.

Ein Meer aus Lichtern

Die 150 000 Hotelzimmer von Las Vegas beherbergen jährlich über 40 Millionen Besucher und spülen über 100 Milliarden Dollar in die Kassen der Kasinos. Dabei befindet sich der berühmte Las Vegas Strip, der die Mojavewüste des Nachts in ihr helles Licht taucht, gar nicht in der Stadt selbst, sondern im angrenzenden Paradise. Wynn, Bellagio, MGM Grand Hotel, Caesar's Palace und wie sie alle heißen mögen, sind trotzdem wichtige Arbeitgeber für die gesamte Region. Es mag etwas verwunderlich sein, dass sich inmitten einer Wüste die am schnellsten wachsende Metropolregion der Vereinigten Staaten befindet. Ein beispielloser Zuzug aus allen Bundesstaaten ist dafür verantwortlich, dass die Bevölkerung seit 1990 von einer drei Viertel Million auf über zwei Millionen anwuchs. Wie du aber feststellen wirst, ist Las Vegas mehr als nur ein Glücksspielparadies. Es ist Wirtschaftszentrum und Technologiestandort.

Schätze des Bodens

Nevada trägt nicht umsonst den Spitznamen „Silver State“, den es aufgrund der Bedeutung des Silberabbaus verliehen bekommen hatte. Heute ist Silber nicht mehr der wichtigste Bodenschatz, sondern Gold. Nevada ist der viertgrößte Goldproduzent der Welt. Einige Geisterstädte können in Nevada besucht werden, die als Mahnmale an die Zeit des Goldrauschs stehen geblieben sind, nachdem sie verlassen worden waren. Abseits davon können zahlreiche Naturwunder besucht werden, wie der Great Basin National Park, oder der Valley of Fire State Park, der seinen Namen dem roten Sandstein verdankt, aus dem seine vegetationsarmen Felsen bestehen. In der ansonsten wasserarmen Region Nevadas gibt es über 300 heiße Quellen. Eine der Bekanntesten entstand, als auf der Suche nach Grundwasser eine heiße Quelle angebohrt wurde und prompt heißes Wasser ausstieß. Mit nach oben beförderte Mineralien lagerten sich im Laufe der Zeit ab und bildeten eine ungewöhnliche Steinformation, die Fly Geyser genannt wird. Auch wenn du bei deinem Austauschjahr in den USA einmal denken magst, in Nevada sei nicht viel los, die nächste Überraschung ist nie weit entfernt (für amerikanische Verhältnisse).