Ein Faktor der entscheidend für die Qualität des Auslandsjahres sein kann, ist das Zusammenleben mit der Gastfamilie. Darum ist es wichtig sich die Zeit zum Kennenlernen, Ankommen und Anpassen zu nehmen. Nur nichts überstürzen und nicht zu viel erwarten, das gilt für andere und auch für dich selbst. Mit ein bisschen Geduld können Schwierigkeiten überwunden und manche sogar vermieden werden.

Kennenlernen und Ankommen

Eine der vermutlich spannendsten Erfahrungen eures Schüleraustausches ist das Kennenlernen und Ankommen in der Gastfamilie. In den meisten Fällen bekommt ihr schon Wochen vor eurem Auslandsaufenthalt die Kontaktdaten eurer Gastfamilie und solltet auch möglichst früh anfangen, mit eurer zukünftigen Gastfamilie in Kontakt zu treten. Das geht meist sehr gut über E-Mail, aber auch das ein oder andere Telefonat wird euch helfen, schon ein bisschen etwas über euer neues Umfeld zu erfahren. Scheut euch nicht Fragen an die Familie zu stellen und seid nicht schüchtern, Fragen zu beantworten, denn auch eure Gastfamilie will natürlich wissen, wer für die nächsten paar Wochen oder Monate ihre Familie bereichern wird. Also fragen, Bilder schicken und klären was euch wichtig ist, damit sich von Anfang an keine falschen Erwartungen bilden und man entspannt aufeinander treffen kann.

Gemeinsam statt einsam

Wenn ihr nun in der Gastfamilie angekommen seid und sich die erste Euphorie wieder gelegt hat, heißt es dran bleiben. Lernt den Alltag und die Gewohnheiten eurer Gastfamilie kennen, bringt euch ins Familienleben ein. Ob durch das Übernehmen einiger Arbeiten im Haushalt, eigene Ideen zu Familienaktionen, Kochen von typisch deutschen Gerichten – lasst euch etwas einfallen. Wichtig ist, dass ihr nicht vergesst, dass ihr die Gäste in eurer Familie seid. Also versucht euch so gut wie möglich an sie anzupassen und euch aktiv am Leben der Gastfamilie zu beteiligen. Wenn ihr für mehrere Monate mit dieser Familie lebt, können die einzelnen Mitglieder eure engsten Bezugspersonen sein und ihr könnt viel über sie und ihre Kultur lernen. Nehmt Hinweise und Ratschläge zu euerm Verhalten von euren Gastgeschwister und -eltern an und fühlt euch durch sie nicht beleidigt oder angegriffen. Manche Dinge die für euch völlig normal sind, stoßen in anderen Kulturen nun mal auf Unverständnis.

Probleme und was ihr gegen sie tun könnt

Diese kulturellen oder persönlichen Unterschiede können auch zu Problemen führen. Wenn ihr euch in eurer Gastfamilie, aus welchem Grund auch immer, nicht wohl fühlt, kann euch das viele gute Erfahrungen kosten. Deswegen nehmt euren Mut zusammen und sprecht über eure Gefühle mit eurer Gastfamilie. Kommunikation ist in dieser Beziehung genauso wichtig wie in allen anderen. Auch für die Gastfamilie ist es meist eine neue Situation ein „Gastkind“ im Haus zu haben und weiß vielleicht nicht, wie sie damit umgehen soll. Wenn es Probleme gibt oder sich das Unwohlsein nicht durch Gespräche mit der Gastfamilie aus der Welt schaffen lässt, könnt ihr auch eure Austauschorganisation kontaktieren. Diese wird euch dann mit Rat und Tat zur Seite stehen, wie ihr weiter vorgehen könnt. Der erste Schritt sollte aber, wie gesagt, das offene Gespräch mit der Gastfamilie sein. Manche Missverständnisse lassen sich so sofort aus der Welt schaffen und einem gelungenen Schüleraustausch mit großartigen Erfahrungen kann nichts mehr im Wege stehen.