Brauchst du ein Stipendium für deinen Schüleraustausch? Dann ist dieser Hangout genau das richtige für dich. Jessi interviewt Kai und Oskar zu ihren Stipendien für ihren Schüleraustausch in den USA. Kai hat ein Leistungsteilstipendium von seiner Austauschorga und ein regionales Stipendium, Oskar dagegen finanziert seinen Austausch über zwei verschiedene BaföG-Stipendien. Neugirig was das alles ist? Dann lies weiter und bekomme Infos aus erster Hand von unseren beiden Stipendiaten! Außerdem beantworten die Kai und Oskar Fragen wie: Wie läuft ein Auswahlverfahren für ein Stipendium ab? Wie viel Geld bekomme ich eigentlich von einem Stipendium? Was für Unterlagen muss ich für das Stipendium einreichen und was muss ich bei der Beantragung beachten?

Jessi: Hallo, liebe Schüleraustausch-Community! Ich begrüße euch ganz herzlich zu unserem Schueleraustausch.net-Hangout. In unseren Hangouts bringen wir ehemalige und zukünftige Austauschschüler zusammen und teilen ihre Erfahrungen mit euch. Ich bin Jessi, ich war 2011/2012 ein Jahr in England und ich freue mich heute Kai und Oskar als meine Gäste begrüßen zu dürfen. Es soll heute um das Thema Stipendien gehen, die beiden haben nämlich ein Stipendium für ihr Austauschjahr. Stellt euch doch einfach mal beide kurz vor: Wer ihr so seid? Wo geht ihr hin und welches Stipendium habt ihr? Vielleicht fängst du an, Kai.

Kai: Hallo, ich bin Kai, ich bin 15 und gehe mit Ayusa-Intrax in die USA. Ich habe zwei Stipendien. Einmal ein ganz normales Leistungsteilstipendium von meiner Organisation und ein regionales Stipendium, weil ich aus einem bestimmten Gebiet komme.

Jessi: Oskar?

Oskar: Ich bin Oskar und ich komme aus Hamburg, bin 17 alt und ich fahre mit ec.se in die USA. Ich habe auch zwei Stipendien. Einmal das BAföG aus Hamburg und einmal das ganz normale BAföG.

Jessi: Ihr habt also beide zwei Stipendien. Meine erste Frage für euch wäre: Wie seid ihr überhaupt auf die Idee gekommen einen Schüleraustausch zu machen? Kai, willst du wieder anfangen?

Kai: Meine Schwester war auch ein Jahr in den USA und zwar 2012/2013. Sie hat dort sehr gute Erfahrungen gemacht und hat ihr Englisch verbessert. Deswegen will ich das auch machen und so hat sie mir auch viel dabei geholfen. Ja, so bin ich darauf gekommen.

Jessi: Liegt quasi in der Familie!

Kai: Genau.

Jessi: Und bei dir Oskar?

Oskar: Das kam wahrscheinlich durch meine Freunde, weil die letzten Jahre waren immer zwei von meinen Freunden jeweils weg, beziehungsweise auch mehrere. Dann dachte ich mir: „Ja, was ist denn so ein Austausch?“ und deswegen habe ich mich ein bisschen darüber informiert. So hat mich irgendwie das Reisefieber gepackt und mich dann auch ganz schnell bei einer Orga beworben und schon war ich drin. Das ging alles ziemlich schnell, vom einen auf den anderen Monat.

Jessi: Ihr habt ja jetzt beide Stipendien. Wann wurde euch klar, dass ihr euch für ein Stipendium bewerben wollt? Wie war das? Konntet ihr das Jahr ohne Stipendium nicht machen? Wie habt ihr nach den Stipendien gesucht?

Kai: Ich hätte das auch ohne Stipendien machen können, aber, meine Schwester hat mir dann gesagt, dass man sich für verschiedene Stipendien bewerben kann. Ich habe mich deswegen bei mehreren Organisationen beworben und bei mehreren Stipendien. Ein Stipendium kann einem ja trotzdem helfen das Auslandsjahr besser zu finanzieren. Es ist immer besser ein Stipendium zu haben als keins, denke ich.

Jessi: Du hast ja gesagt, dass du dich bei mehreren Orgas beworben hast. Bist dann auch bei mehreren angenommen worden?

Kai: Genau, ich wurde bei mehreren Organisationen angenommen und dann habe ich mich am Ende für eine entschieden.

Jessi: Wie war das bei dir, Oskar?

Oskar: Bei mir war klar, dass ich ein Stipendium brauche, weil meine Familie bzw. wir nicht so viel verdienen und deswegen brauchte ich eins. Ich hatte mich zuerst für das PPP beworben, aber da wurde ich direkt abgelehnt, ich bin noch nicht mal in die erste Runde gekommen. Aber das war nicht so schlimm, weil ich dann zu ec.se gegangen bin. Die waren ziemlich günstig und das war schon mal ganz gut, aber ich brauchte trotzdem ein Stipendium. Ich habe mich zuerst über das Hamburg-Stipendium informiert. Dafür bin ich einfach zu meinem Schulleiter gegangen, hab dem ein paar Unterlagen gegeben und hatte das direkt einen Monat später auch schon bestätigt. Das waren einmal 5000€. Dann gab es noch ein anderes Stipendium, was auch ganz cool war, wir bzw. meine Familie nicht so viel Geld verdient. Das war dann ganz gut, dass wir das zweite auch noch bekommen haben. Das war das ganz normale BAföG und das war ein ganz schöner Papierkram, aber wenn man es auch bekommt, ist es gut.

Jessi: Das kann ich mir sehr gut vorstellen. Habt ihr euch zuerst eine Organisation gesucht? Oder habt ihr erst nach Stipendien gesucht und die Organisation dann danach ausgewählt, wo ihr welches Stipendium kriegt?

Kai: Ich habe mich auch zuerst für das PPP beworben, da wird man ja immer einer Organisation zugeteilt, weil das in Wahlkreise aufgeteilt ist. Da war ich bei Partnership International zugeordnet, aber ich bin auch nicht weit gekommen. Also, direkt nach den Bewerbungsunterlagen bin ich dann auch rausgeflogen. Ich war aber trotzdem bei Partnership International angenommen und hätte auch das Regelprogramm mit denen machen können. Ich habe mich aber dann noch bei anderen Organisationen für ein Teilstipendium beworben. Dabei habe ich mich einfach bei Ayusa beworben, weil meine Schwester dort auch war. Bei Ayusa ist das so, dass die zwischen verschiedenen Teilstipendien unterscheiden, und zwar einmal bezüglich der finanziellen Situation und dann bezüglich der Leistung. Also wenn man irgendetwas Bestimmtes macht, zum Beispiel sich sozial engagiert oder so. Dadurch fördern die auch Schüler, die keine finanziellen Probleme haben, und dafür habe ich mich beworben. Ich habe mich auch noch bei YFU für ein Teilstipendium beworben, weil so die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass ich ein Stipendium bekomme.

Jessi: Ja, das ist gut. Es hat ja auch am Ende geklappt.

Kai: Ja.

Jessi: Ja, und Oskar?

Oskar: Ich habe mich auch zuerst bei PPP beworben. Da wurde ich Experiment zugeteilt, aber bin dort auch direkt rausgeflogen. Ich wollte aber nicht bei Experiment weitermachen, weil ich da nicht so gute Kritiken gehört habe. Deswegen war ich auf der JuBi-Messe und habe mich da ein bisschen informiert. Daraufhin bin ich zu ec.se gegangen bzw. die haben mir am besten gefallen. Danach hat sich das alles so ergeben mit den Stipendien.

Jessi: Welche Kriterien musstet ihr konkret für eure Stipendien erfüllen? Was waren die Voraussetzungen, um angenommen zu werden?

Kai: Man brauchte einen bestimmten Notendurchschnitt, bei mir war das, glaube ich, 2,5 oder so, um sich für das Stipendium bewerben zu können. Außerdem müssen alle Stipendiaten während des Auslandsjahrs einen Blog für die Organisation schreiben. Das wars sogar eigentlich schon.

Jessi: Also kann sich das fast jeder erstmal bewerben und dann gucken die, wen die nehmen.

Kai: Genau.

Jessi: Und Oskar?

Oskar: Bei meinen Stipendien gab es nur zwei Bedingungen: Einmal das finanzielle Einkommen der Eltern, was bei uns nicht so hoch ist, und dann, dass ich nach dem Stipendium weiter in die Schule gehe. Das war bei beiden Stipendien so, weil die ziemlich ähnlich sind. Danach muss ich mein Abitur machen bzw., ich glaube, man kann auch auf eine weiterführende Schule gehen. Man muss mit der Schule einfach weitermachen.

Jessi: Die Kriterien sind ja erstmal ganz überschaubar. Oskar, du hattest ja schon gesagt, es war bei dir viel Papierkram. Vielleicht könnt ihr ja beide nochmal was zum Bewerbungsprozess sagen. Was man dafür machen muss, ob man Auswahlgespräche hat und ob das von der normalen Organisationsbewerbung abweicht.

Kai: Ich musste zuerst nur eine Kurzbewerbung ausfüllen, nur mit Namen, Adresse, Geburtsdatum usw. Danach musste ich noch vier Fragen beantworten. Einmal, irgendwas mit „Warum hast du es verdient ein Teilstipendium zu bekommen?“ oder „Warum glaubst du, dass du besonders geeignet bist als Austauschschüler?“. Die musste man beantworten und das konnte man machen wie man möchte. Man konnte ein Video drehen oder irgendwas Kreatives machen. Ich habe das einfach schriftlich beantwortet und wurde dann zum Stipendienauswahltag eingeladen. Das war in Köln und dort habe ich mich auch mit anderen Austauschschülern getroffen.

Jessi: Wie viele waren das?

Kai: Ich glaube so ungefähr 30, aber das war nur einer von vier Stipendienauswahltagen. Also, es gab noch welche in anderen Städten.

Jessi: Und wie viele wurden da insgesamt angenommen?

Kai: Ich glaube 40 Prozent aller Schüler haben ein Stipendium bekommen. Es war gemischt, manche haben es wegen der finanziellen Situation bekommen und andere wegen der Leistung. Und an dem Stipendienauswahltag haben wir ganz viele Sachen gemacht. Es gab Workshops, wir wurden in kleine Gruppen aufgeteilt und mussten zum Beispiel Plakate zu einem bestimmten Thema gestalten. Da wurde auch der SLEP-Test gemacht. Am Ende gab es noch ein Einzelinterview auf Englisch, wo man auch nochmal von einer Mitarbeiterin Fragen gestellt bekommen hat, warum man jetzt unbedingt das Stipendium haben möchte und so.

Jessi: Wann hast du dann erfahren, dass du angenommen bist?

Kai: Ich glaube einen Monat später.

Jessi: Also musstest du schon noch eine Weile auf den Brief warten.

Kai: Ja.

Jessi: Und Oskar?

Oskar: Bei mir waren das ja zwei verschiedene BAföGs. Das erste BAföG war echt entspannt. Da musste ich nur zu meinem Schulleiter gehen, der hat mir einen Zettel gegeben, den hat meine Mutter ausgefüllt und dann war das Thema schon gegessen. Da haben wir, glaube ich, drei Monate später die Zusage bekommen. Das zweite BAföG, dachte ich, wird auch so entspannt, aber das war es auf keinen Fall. Da musste erstmal ein riesengroßer Haufen von Zetteln ausgefüllt werden. Von der Bank musste auch noch was bestätigt und zugesendet werden. Die ganzen Bankkonten, wurden geprüft. Das war wirklich ziemlich viel Papierkram und immer wenn wir etwas dorthin gesendet haben, kam wieder ein Brief zurück, dass die was anderes brauchen, dass ein Zettel nicht aktuell sei oder dass wir einen Zettel zu früh gesendet haben und der noch gar nicht gültig ist. Das alles wurde bestimmt fünf Mal geändert und es hat echt, glaube ich, bis Juli gedauert, bis wir eine Bestätigung bekommen haben. Aber es hat geklappt und es hat sich auch gelohnt.

Jessi: Also das totale Hin und Her.

Oskar: Ja.

Jessi: Aber ein Gespräch für das Stipendium insbesondere hattest du nicht, oder?

Oskar: Nein, gar nicht.

Jessi: Aber für die Orga hattest du ein ganz normales Bewerbungsgespräch.

Oskar: Ja.

Jessi: Wie ist das denn jetzt mit den ‚benefits‘? Ihr müsst das nicht sagen, wenn ihr nicht wollt. Aber vielleicht wollt ihr uns ja verraten, wie viel ihr jetzt von den einzelnen Stipendien bekommt?

Kai: Ich bekomme jetzt vom Leistungsstipendium 500€. Man kann maximal 3000€ von Teilstipendien bekommen. Dazu habe ich noch dieses regionale Stipendium, das sind auch nochmal 500€ und ich habe auch noch das normale Bafög.

Jessi: Ok, das hilft schon mal viel, ne?

Kai: Ja.

Jessi: Und bei dir, Oskar?

Oskar: Ich habe vom Hamburg-BAföG 5000€ bekommen. Beim ganz normalen BAföG sind das, glaube ich, 459€ monatlich. Aber ich krieg keinen Reisekostenzuschuss, weil ich das ja schon habe.

Jessi: Also, dieses Hamburg-Stipendium ist für den Programmpreis und das normale BAföG ist dann so ein monatliches Taschengeld.

Oskar: Wie man das einsetzt ist, glaube ich, wurscht. Das Hamburg-BAföG wird halt direkt auf einen Schlag ausgezahlt und die 459€ werden nur monatlich überwiesen, so dass man das zum Beispiel auch als Taschengeld nehmen könnte.

Jessi: Dann hätte ich noch eine Frage: Wie ist es mit Gegenleistungen? Kai, du hattest ja schon gesagt, dass du einen Blog führen musst.

Kai: Ja.

Jessi: Ist da noch mehr, was du machen musst?

Kai: Nee, das ist es eigentlich schon. Also, man sollte dann immer berichten.

Jessi: Und wie oft musst du das machen? Hast du da eine Vorgabe??

Kai: Nein.

Jessi: Das ist ja voll entspannt eigentlich.

Kai: Also, man muss halt regelmäßig schreiben, aber es gibt bestimmte Vorgaben wurden mir nicht gemacht.

Jessi: Und du, Oskar? Musst du auch irgendwie Berichte schreiben oder so?

Oskar: Ich muss keinen Bericht schreiben, gar nichts. Das wurde einfach genehmigt. Ich muss nur nach dem Auslandsjahr weiter in die Schule gehen und mein Fachabi oder mein ganz normales Abitur machen.

Jessi: Dann bin ich mit meinen Fragen schon fast am Ende. Zum Schluss würde ich euch bitten, ob ihr zukünftigen Austauschschüler, die sich auch gerne für Stipendien bewerben möchten, noch irgendwelche Tipps geben würdet. Was habt ihr an Erfahrungen gesammelt, die ihr unbedingt weitergeben wollt? Wo denkt ihr, das Wissen kann den Leuten extrem weiterhelfen? Vielleicht wollt ihr da noch was sagen?

Kai: Ich würde euch einfach empfehlen euch bei mehreren Organisationen für Stipendien zu bewerben und es nicht nur bei einer zu belassen. Ihr solltet auch Teilstipendien in Erwägung ziehen. Da sind die Chancen deutlich höher als bei den Vollstipendien, weil Teilstipendien an mehrere Schüler vergeben werden. Und gebt nicht direkt auf, wenn ihr eine Absage bekommt! Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Auslandsjahr muss nicht an der finanziellen Situation scheitern, es gibt genug Fördermöglichkeiten und die Chance zu bekommen ein Auslandsjahr zu machen.

Oskar: Ich würde empfehlen, dass ihr euch früh an die BAföG-Sachen setzt. Das ganz normale BAföG kann man, glaube ich, erst 6 Monate vorher beantragen. Das Hamburg-BAföG, das könnt ihr, glaube ich, schon ein Jahr vorher machen. Geht einfach zu eurem Schulleiter und der weiß wahrscheinlich Bescheid. Und wenn nicht, dann wird er sich da informieren. Und wie Kai auch schon gesagt hat, bewerbt euch bei mehreren Orgas für das Stipendium und vor allem auch für das PPP, weil das halt ein Vollstipendium ist.

Jessi: Eine Frage habe ich noch an dich, fällt mir gerade ein. Weißt du, ob es sowas wie das Hamburg-Stipendium auch in anderen Bundesländern gibt?

Oskar: Ich glaube, das gibt es nicht woanders. Also, ich weiß nur, dass es das in Hamburg gibt und von anderen habe ich noch nichts gehört.

Jessi: Also, Glück für alle, die in Hamburg wohnen.

Oskar: Genau.

Jessi: So, damit sind wir auch schon wieder am Ende unseres gemeinsamen Hangouts angekommen. Ich danke euch beiden vielmals, dass ihr heute eure Erfahrungen geteilt habt und ich denke, das kann zukünftigen Austauschschüler sehr helfen. Ich glaube, dass viele Leute gerne ein Stipendium haben wollen und auch viele darauf angewiesen sind. Ja, dann vielen Dank nochmal euch Beiden, Kai und Oskar und bis zum nächsten Mal!

Kai: Tschüss.

Oskar: Tschüss.

Jessi: Tschüss.

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Oskar's Blog

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