Du willst einen Schüleraustausch in Amerika machen und steckst gerade voll in den Vorbereitungen? Dann liefert dieser Hangout die perfekten Infos für dich! Nele steht kurz vor ihrem Austausch nach Utah und Viktor ist frisch aus Oregon zurückgekommen. Die Beiden Teilen ihre Erfahrungen mit der Bewerbungsphase, der allgemeine Vorbereitung und die Kontaktaufnahme mit ihrer Gastfamilie mit dir! Und es gibt noch ein paar Tipps zum Kofferpacken! Neugierig geworden? Dann lies mal los!

Jessi: Hallo, liebe Schüleraustausch-Community! Ich begrüße euch ganz herzlich zu unseren Schueleraustausch.de-Hangouts. In unseren Hangouts bringen wir ehemalige, aktuelle und zukünftige Austauschschüler zusammen und teilen ihre Erfahrungen mit euch. Es freut mich, dass ihr heute wieder dabei seid! Ich bin Jessi, ich war 2011/2012 ein Jahr im Schüleraustausch in England und ich freue mich heute Nele und Viktor als meine Gäste begrüßen zu dürfen. Viktor ist ein frischer Heimkehrer aus den USA und Nele hat das Ganze noch vor sich. Bevor wir anfangen, würde ich vorschlagen, dass ihr euch beide kurz vorstellt. Wer seid ihr? Wo kommt ihr her? Wo geht ihr hin bzw. wo wart ihr? Nele, willst du anfangen?

Nele: Ich bin Nele und bin 15. Ich wohne in Osnabrück und gehe jetzt für ein Jahr nach Utah.

Victor: Ich bin Victor, ich bin 17 und ich wohne in Berlin. Mein letztes Jahr habe ich in den USA, im Staat Oregon, verbracht.

Jessi: Vielen Dank ihr Beiden. Meine erste Frage wäre dann direkt an Nele: Warum willst du einen Schüleraustausch machen? Wie kam die Idee und was denkst du bringt dir dieses Jahr?

Nele: Ich wollte immer schon gerne ins Ausland und habe dann das Programm PPP entdeckt. Danach wurde immer mehr klarer, dass ich das unbedingt machen möchte. Jetzt habe ich das zum Glück auch bekommen. Ja, was erhoffe ich mir davon? Ich erhoffe mir selbständiger zu werden, neue Erfahrungen zu machen und ein unvergessliches Jahr zu haben, das einem im Leben immer weiterhelfen kann.

Jessi: Ja, auf jeden Fall! Viktor, du warst ja jetzt schon im Ausland. Wie war dein Jahr? Hattest du ein gutes Jahr? Würdest du wieder gehen? Gab es Dinge, die nicht so toll waren?

Viktor: Ich habe meinen Flug noch nach hinten verschieben lassen, bis mein Visum ausgelaufen ist und ich wäre trotzdem noch da geblieben. Das hätte ich meinen Eltern aber schlecht verkaufen können. Also, ich hatte wirklich das beste Jahr meines Lebens!

Jessi: Quasi wie es im Katalog steht!

Viktor: Noch besser!

Jessi: Das ist super! Kommen wir gleich zur nächsten Frage: Ihr habt ja beide die Bewerbung schon hinter euch. Wie war das? Wie waren die ‚first steps‘? Wie habt ihr euch informiert? Wie habt ihr euch letzten Endes für eine Organisation entschieden und wie war das, als Ihr eure Gastfamilie bekommen habt? Nele, machst du wieder zuerst?

Nele: Beim PPP ist es ja so, dass man sich relativ früh bewerben muss. Deswegen ich habe mich schon letztes Jahr Ende August beworben. Dann kamen die Auswahlgespräche und bis ich es dann bekommen habe war schon Ende Januar. Natürlich habe ich mich total gefreut, es war super! Es war aber auch auf jeden Fall eine anstrengende Zeit. Immer dieses ganze Warten, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt! Als ich dann Ende April meine Gastfamilie bekommen habe, bin ich überglücklich durchs Haus gerannt, weil ich mich so gefreut habe. Die Gastfamilie sah total nett aus. Jetzt habe ich auch schon Kontakt mit denen und wir verstehen uns total gut. Es passt erstmal auf jeden Fall alles und deswegen bin ich total happy im Moment.

Jessi: Das ist ja voll super! Es ist ja auch toll, dass du das Parlamentarische Partnerschaftsprogramm mitmachen kannst. Es gibt ja jedes Jahr immer nur ganz wenige, die das schaffen. Welche Vorteile kriegst du denn jetzt von dem Programm und was musst du dafür machen?

Nele: Man kriegt das Jahr finanziert und hat nur das Taschengeld, was man selber von den Eltern bekommt. Wir hatten jetzt auch eine Woche Vorbereitung zum Beispiel. Die anderen haben, glaube ich, nur ein Wochenende. Man muss aber schon etwas dafür bringen. Für die Bewerbung muss man viel lernen und es ist auch anstrengend. Ich interessiere mich aber eh schon für Politik und Geschichte und deswegen war das auch nichts, was für mich anstrengend war oder ich das irgendwie als nervig empfunden habe. Außerdem müssen wir alle zwei Monate unserem Inlandsbetreuer einen Bericht schreiben über das, was wir so gemacht haben. Am Ende des Auslandsjahres müssen wir noch dem Bundestagsabgeordneten einen Bericht schreiben, der dann meistens auch auf die Homepage kommt. Das ist das Einzige, was wir so machen müssen.

Jessi: Dann gratuliere ich dir auf jeden Fall!

Nele: Danke.

Jessi: Viktor, wie war das denn bei dir mit der Bewerbung? Du hast kein Stipendium, oder?

Viktor: Ich habe kein Stipendium gekriegt. Bei mir war das so, dass meine Schwester schon einmal für ein viertel Jahr in Neuseeland war und wir gute Erfahrungen mit der Organisation IEASTE gemacht hatten. Deswegen haben wir die Organisation auch für mich gewählt. Die haben uns auch einen Bonus angeboten, wenn wir sie nehmen. Das fanden wir gute und haben das Angebot angenommen. Die haben mich dann zu einem Englischtest und einem Gespräch eingeladen. Im Gespräch geht es einfach darum, warum du das machen willst und so weiter. Das führen sie meistens schon auf Englisch. Da sind dann die Eltern teilweise noch dabei oder wie auch immer man kommen will. Ich glaube, die wollen sogar, dass die Eltern mitkommen. Danach muss man alleine einen Englischtest machen: Hören und Lesen.

Jessi: Also war das Bewerbungsgespräch gar nicht so schlimm, wie man zunächst mal denken mag, wenn man das Wort Bewerbungsgespräch hört, oder?

Viktor: Naja, für manche kann es halt natürlich sein, dass der Englischtest dann total grauselig ist. Ich würde aber behaupten, jeder der hier Englisch in der deutschen Schule hat den bestehen sollte.

Jessi: Ok, das ist ja super. Ich glaube, ganz viele zukünftige Austauschschüler haben erstmal total Angst wenn sie hören, sie müssen zu einem Bewerbungsgespräch. Ich glaube aber, so schlimm ist es im Endeffekt nicht solange man einfach man selbst ist. Oder?

Nele: Einfach locker bleiben, auch der Englischtest ist nicht so schlimm. Ich musste den ja auch machen und der ist wirklich echt einfach. Also, den kann man auf jeden Fall gut bestehen.

Viktor: Ja.

Jessi: Ok, ja das ist super.

Viktor: Ich glaube sogar, das Bewerbungsgespräch ist eher dazu da, dass die feststellen können, dass deine Eltern dich nicht einfach nur loswerden wollen.

Jessi: Ok, das ist auch nett gesagt. Viktor, wie ist denn das bei dir? Erzähl doch mal von deiner Gastfamilie. Wie war das denn als du von denen erfahren hast und wie war das Leben bei euch in der Gastfamilie? Habt ihr Sachen zusammen gemacht? Wie war Euer Alltag?

Viktor: Ich habe meine Gastfamilie ziemlich spät bekommen. Eineinhalb Wochen oder so vor der Deadline. Das war alles schon sehr aufregend, bis mein Vater angerufen hat: „Du hast eine Familie!“ Dann war erstmal alles gut, meine Eltern werden mich doch noch los. Dann habe ich erstmal mit denen über Facebook geschrieben und später auch zweimal bei denen angerufen. Einfach damit man vorher mal mit denen reden kann und sich darauf einstellen. Meine Eltern wollten auch noch einmal mit denen reden. Als ich in den [USA angekommen][/a/55) bin, haben die mich vom Flughafen abgeholt. Ich hatte Glück, weil ich bin so angekommen, dass ich direkt zur Schule musste. Ich bin Samstagabend angekommen und Montag war schon Schule.

Jessi: Ahh.

Viktor: Das heißt, ich hatte gar keine Zeit irgendwie lange rumzusitzen und mir Sachen zu überlegen. Das würde ich auf jeden Fall wieder so machen, wenn man mich fragt. Unser Alltag war so: Meine Gasteltern mussten früh raus, die waren um 5 schön weg. Das heißt, wir sind selbständig aufgestanden. Ich hatte noch einen Gastbruder, der mit mir zur Schule ist. Also sind wir aufgestanden, zur Schule gefahren und dann abends nach Hause gekommen. Dann wurde immer Abendessen zusammen gemacht und gegessen. Danach konnte man halt selber gucken, was man macht. Das Wochenende war immer anders, je nachdem wie die Mutter gearbeitet hat, weil die jedes zweite Wochenende Schichtdienst hatte. Wenn sie frei hatten, haben wir geguckt, was wir machen können. Ich hatte so ein Buch über Oregon und was man alles machen kann bekommen. Sehr schöne Sachen sind da drin und da haben wir immer reingeguckt. Wir haben da immer mal wieder geguckt, was in der Nähe ist und das dann gemacht. Manchmal ist man aber auch einfach zu Hause geblieben und hat nichts gemacht.

Jessi: Dann hattet ihr ja ein richtig gutes familiäres Verhältnis.

Viktor: Ja, definitiv. Ich habe auf jeden Fall eine zweite Familie.

Jessi: Das ist toll! Das ist so schön, wenn das immer so klappt. Nele, weißt du schon wer alles deine Gastfamilie ist? Du hast ja auch schon Kontakt zu denen aufgenommen, ne?

Nele: Ja, meine Gastfamilie besteht aus meinen Gasteltern, einer ein Jahr ältere Schwester und einem zwölfjährigen Bruder. Ich habe mit denen Kontakt aufgenommen, weil ich nur einen Bogen mit ein paar Informationen über die bekommen habe. Dann habe ich denen eben eine E-Mail geschrieben und meinen Gastvater aber dann auch relativ schnell auf Facebook gesucht. Mit ihm schreibe ich eher auf Facebook und mit meiner Gastschwester per E-Mail. Ich habe mit denen auch schon einmal geskyped bzw. mit meiner Gastschwester. Wir verstehen uns super und gehen auch auf die gleiche High School, also fahren wir dann auch morgens immer zusammen mit dem Auto hin. Das passt echt ganz gut.

Jessi: Das ist super. Dann drücke ich dir die Daumen, dass es dort wirklich alles so klappt. Das klingt ja erstmal super vielversprechend. Dann kommen wir schon zum fast letzten Punkt: Viktor, dich wollte ich gerne noch Fragen, wie das mit der Schule und dir war. Das amerikanische Schulsystem ist ja doch ziemlich anders als das deutsche. Vielleicht willst du dazu nochmal kurz etwas erzählen? Wie war das bei dir?

Viktor: Es war wesentlich besser als das deutsche Schulsystem. Ich hatte das Gefühl, dass es eher um die Schüler geht. Da geht es weniger darum, dass die Lehrer nicht so viel Arbeit haben oder so. Da geht es wirklich darum, dass die Schüler gefördert werden und irgendwo hinkommen. Ja, es ist weniger anspruchsvoll und ja, du schaffst nicht so viel. Allerdings gehst du gerne zur Schule und, ich glaube, sehr viele Leute tun das hier nicht. Das ist schade, vor allem nachdem man erlebt hat, dass es eigentlich auch Spaß machen kann. Ansonsten hatte ich 7 Stunden à 55 Minuten, nach der 4. gab es eine Mittagspause. Ich hatte Englisch, was ich nehmen musste, und anstatt Geschichte habe ich ‚social studies 2‘ bekommen, was so eine Mischung aus Geschichte, PW und so weiter ist. Ein bisschen Erdkunde war auch noch drin. Dann hatte ich noch so eine Art Kunst, was aber eher Fotografie und Arbeitslehre zusammen ist, also sehr breit gefasst. Ich hatte auch Sportunterricht, was da ‚weight and conditioning‘ also Gewichte und Ausdauertraining war. Außerdem hatte ich eine Matheklasse und darstellendes Spiel, also Theater. Und dann hatte ich noch Computer, was an meiner Schule tatsächlich sehr wenig vertreten war. Da durfte ich am Ende auch die Klasse unterrichten. Das war sehr erheiternd. Ich war halt an einer wirklich kleinen Schule mit nur hundert Schülern. Das heißt wir hatten nicht so viele Lehrer, die das können. Also hat einfach irgendein Lehrer das gemacht. War trotzdem nett.

Jessi: Das ist ja echt voll cool. Das sind auch voll die coolen Fächer. Das klingt auf jeden Fall viel spannender als die trockenen Fächer, die man so aus Deutschland kennt.

Viktor: Ja, definitiv. Es gibt auch oft, dass man ‚study hall‘ nehmen kann. Das ist im Endeffekt einfach, dass du eine Stunde in einem Raum sitzt und deine Hausaufgaben schon in der Schule machen kannst. Ich würde allen empfehlen das nicht zu machen. Nehmt euch ein Fach dazu, was irgendwie Spaß macht. Ich meine, ja, ich hatte Mathe, das hätte ich nicht unbedingt nehmen müssen. Ich würde trotzdem Mathe weiter nehmen, weil man wird das im nächsten Jahr brauchen.

Jessi: Ist es so, dass du das was du jetzt zum Beispiel dort in Mathe in Amerika hattest, hier in Deutschland schon mal gehört hast? Oder bringt dir das wirklich jetzt für die Schule weiter was?

Viktor: Man kann verschiedene Mathekurse nehmen. Es fängt mit Algebra 1 an, was wirklich 6./7. Klasse ist. Dann gibt es Geometrie, Algebra 2, Pre-Calculus und Calculus. Pre-Calculus und Calculus sind wirklich Oberstufe Mathe am Gymnasium. Also, das ist wirklich anspruchsvoll.

Jessi: Ok.

Viktor: Zumindest war das bei mir so. Und ansonsten kann man AP nehmen. Ich habe vergessen wofür das steht, aber das sind ‚advanced classes‘.

Jessi: Das ist ja super. Ja, Nele, dann hast du ja schon mal was worauf du dich freuen kannst in deinem Jahr. Weißt du denn schon wie das bei dir mit der Schule laufen wird? Hast du da schon was gehört? Oder weißt du da noch gar nichts?

Nele: Ich weiß auf jeden Fall auf welche Schule ich gehen werde und dass meine Gastschwester auch mit mir dahin geht. Die Schule hat so ungefähr 850 Schüler und hat viele Sportteams. Mein Gastvater hat auch schon geregelt, dass ich auf jeden Fall in die Sportteams reinkomme, in die ich gerne möchte. Von daher bin ich erstmal noch ganz offen, was so kommt. Das mit der Fächerwahl kommt dann vor Ort. Ich habe 5 Tage bevor die Schule losgeht und dann guck ich mal, was meine Gastschwester sagt wie das so ist. Dann gucke ich mal, was ich so nehme.

Jessi: Das ist auch toll, wenn man da jemanden Fragen kann, der Ahnung hat. Vor allem wenn man vor so einem Stundenplan mit so einer Riesenauswahl steht.

Nele: Ja, auf jeden Fall. Sie auch schon meinte, dass sie mir zeigt die Räume sind und so. Das ist auf jeden Fall super, damit man sich nicht verläuft.

Viktor: Lass dir zeigen, wie man die Schließfächer aufmacht!

Nele: Wir haben die gleichen Schlösser bei uns an der Schule an den Schließfächern, von daher sollte das kein Problem sein.

Viktor: Hier habe ich keine Schlösser keine Schließfächer, deshalb. An meiner Schule in Amerika haben wirklich alle so kleine Papierfetzen reingemacht, dass die dann einfach auf waren. Bei 100 Schülern kennt sich ja auch jeder, da klaut schon keiner.

Nele: Nee, wir haben auch nur solche runden zum Drehen, deswegen geht das.

Jessi: Nele ist da ja, glaube ich, an einer ziemlich großen Schule, ne?

Viktor: Ja.

Jessi: 850 hattest du gesagt.

Nele: Ja, mal gucken wie es wird.

Jessi: Dann meine abschließende Frage an euch beide: Hättet ihr noch irgendwas, was euch auf dem Herzen liegt, was ihr gerne noch zukünftigen Austauschschülern mit auf den Weg geben wollt? Etwas was wirklich total wichtig ist und was jeder wissen sollte?

Nele: Auf jeden Fall, dass man wenn man gerne ins Ausland möchte auch dafür kämpfen sollte und nicht direkt aufgeben sollte, wenn man meint, dass das zu teuer wird oder so. Es gibt immer irgendwelche Programme mit denen man das machen kann, ob das jetzt Stipendien sind oder Auslands-BAföG. Es lohnt sich auf jeden Fall dafür zu kämpfen, weil es eine unglaubliche Erfahrung wird, die man so schnell wahrscheinlich nicht mehr vergisst. Deswegen, kämpft immer für eure Träume und gebt nicht so schnell auf!

Viktor: Was auch immer ihr vorhabt, fliegt mit möglichst leerem Koffer. Packt euch drei Unterhosen, drei T-Shirts und zwei Hosen ein, den Rest könnt ihr da noch besorgen. Ihr werdet so viel haben, wenn ihr zurückfliegt und ihr werdet alles von da mitnehmen wollen. Am Ende lasst ihr dann eure deutschen Sachen da, die ihr vielleicht mögt, weil die nicht mehr in den Koffer passen. Ansonsten zahlt ihr dann nochmal 100 Dollar für den nächsten Koffer. Das kann man machen, aber muss nicht sein. Ansonsten: Macht jeden Sport, den ihr könnt, egal wie viel Zeit es kostet. Sport macht Spaß und ihr werdet so einfach Leute kennenlernen. Sport ist einfach die Sache in Amerika. Wenn ihr keinen Sport macht, dann seid ihr nicht drin. Wenn ihr Probleme habt Freunde zu finden, macht Sport. Ihr werdet in den Teams sein und so wird es gar kein Problem sein Leute kennenzulernen. Die Teams an sich machen ja immer Sachen und selbst wenn ihr euch verletzt, bleibt beim Team. Ich habe jetzt einen Bandscheibenvorfall vom Sport in Amerika. Ist weniger geil mit 17, gebe ich zu, aber ich war trotzdem noch weiter mit beim Team und habe gemacht, was ich konnte, auch wenn mir alle gesagt haben: „Warum kommst du noch?“ Ich wollte beim Team sein, ich war ja immer noch ein Teil davon. Sowas wird total respektiert und die Leute freuen sich. Selbst wenn ihr nicht unbedingt gut seid, ihr lernt es. Ich meine, wie viele Leute in Deutschland spielen Football? So ziemlich keiner. Wenn ihr in Amerika seid, dann habt ihr die Chance. Ihr habt dieses eine Jahr die Chance Football zu spielen. Macht das! Ihr könnt kein Basketball spielen, dann probiert es aus! Ich meine, ich hasse Laufen und ich habe Ausdauerlaufen als Sport gemacht. Ich hasse es. Ich hab es gemacht, einfach um Part des Teams zu sein. Und wenn ihr zurückfliegt, dann nehmt euch so viel wie möglich von da mit. Ich habe mir aus dem ländlichen Oregon ziemlich verschiedene Sachen mitgenommen, die typisch waren. Zum Beispiel einen Cowboyhut. Das kann man sich vielleicht nicht vorstellen in Oregon, weil die eigentlich aus Texas sind, aber weil das eine ländliche Gegend war gab es das da auch. Ich habe auch unendlich viele Flaggen mitgenommen und ich habe mir noch eine von den Oregon Ducks, dem einen Footballteam von da, mitgenommen. Da haben alle meine Freunde drauf unterschrieben und einfach nochmal ein paar Sachen draufgeschrieben, Grüße und so weiter. Eigentlich wollte ich die Flagge meines Staates nehmen. Die Oregon-Flagge habe ich in meinem Zimmer hängen, die ist aber leider, leider, leider dunkelblau und man nicht wirklich sehen, wenn da drauf jemand schreibt. Sehr viele Leute werden sich aber aufregen, wenn ihr die amerikanische Flagge nehmt. Das kann man eigentlich nicht machen. Auf die wird nicht geschrieben, die Flagge des Staates geht. Macht sowas, ihr werdet die Leute vermissen.

Jessi: Dann habt vielen Dank für die Tipps. Das war, glaube ich, echt hilfreich, was ihr beide gerade erzählt habt. Und Viktor, das mit deinem Bandscheibenvorfall tut mir natürlich leid, ich hoffe, es geht dir bald wieder besser.

Viktor: Wird schon.

Jessi: Ja, damit sind wir auch schon wieder am Ende angekommen. Ich danke euch vielmals für eure Erfahrungen. Ich bin mir ganz sicher, dass das zukünftigen Austauschschülern helfen wird, was ihr hier erzählt habt. Da waren hilfreiche Sachen dabei. Habt vielen Dank, Viktor und Nele. Ich wünsche euch noch einen schönen Abend!

Viktor: Tschüss!

Nele: Tschüss!

Bist du neugierig auf Neles und Viktors Schüleraustausch in den USA geworden und hast eine Menge Fragen an sie? Dann geh in unser Forum auf schueleraustausch.de. Dort ist das Video auch zu finden und du kannst deine Fragen direkt unter das Video in das Forum posten. Nele und Viktor stehen dir gerne Rede und Antwort! Willst du selbst mal bei einem unserer Hangouts mitmachen? Dann freuen wir uns, wenn du uns an info@schueleraustausch.net eine Mail schreibst oder unserer Facebookgruppe ‚Schüleraustausch Hangouts‘ beitrittst. Wir freuen uns sehr, wenn du deine Erfahrungen mit uns und der Schüleraustausch-Community teilst!