Zu einem Schüleraustausch in Frankreich gehört es natürlich auch, dort zur Schule zu gehen. Das Bildungssystem hat Gemeinsamkeiten und Unterschiede mit dem Deutschen. Was genau anders ist, wo man als Austauschschüler seinen Platz findet und welche Vor- und Nachteile es gibt sind wichtige Fragen, die man vorher klären sollte.

Die Schule in Frankreich – Schulsystem

Die Grundschule in Frankreich dauert 5 Jahre, anschließend kommt man auf Collége, das weitere vier Jahre dauert und mit der hier vergleichbaren Sekundarstufe I zu vergleichen ist. Nicht verpflichtend ist die Teilnahme am dreijährigen Lycée, das mit dem Baccalauréat – vergleichbar mit dem Abitur – abgeschlossen wird. Hier findet die hauptsächliche Berufs- und Studienorientierung statt und Schüler haben die Möglichkeit, die Fächerwahl ihren Neigungen anzupassen. In diesem Teil werden Austauschschüler eingegliedert. Auch sie haben die Möglichkeit, ein bestimmtes Profil zu wählen und nur bestimmte Fächer zu belegen.

Schule in Frankreich – privat oder öffentlich?

Bildung wird in Frankreich großgeschrieben und liegt daher überwiegend in Staatshand, über 80% der Schulen sind öffentlich. Die restlichen privaten Schulen heißen nicht Lycées, sondern écoles libres und werden oft von kirchlichen Gemeinden getragen und sind oft Internate. In Schulen in Frankreich gilt auch das Prinzip „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und die Freiheit des Wissens hat eine große Bedeutung, so gibt es an fast allen öffentlichen Schulen keinen Religionsunterricht und das Tragen von Symbolen wie z.B. Kreuzen oder Kopftüchern ist grundsätzlich nicht gestattet. Schuluniformen gibt es meist jedoch nicht, nur an einigen privaten Schulen.

Der Alltag an einer Schule in Frankreich

Die Schulen in Frankreich sind immer Ganztagsschulen, das heißt man ist von 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr oder 18.00 Uhr dort, sie ist der Lebensmittelpunkt der jungen Leute. Neben dem Lernen kann man so auch Freundschaften knüpfen und gemeinsame Freizeitaktivitäten oder Sportarten ausüben. An einigen Schulen findet auch Samstagvormittag Unterricht statt, dafür ist die Schulzeit aber an anderer Stelle (meist Mittwoch) verkürzt. Die Mittagspause ist meist sehr lang und eine gute Möglichkeit, in der Kantine Kontakte zu knüpfen und Neuigkeiten auszutauschen. Der Unterricht ist oft eher frontal und weniger dynamisch, dafür ist er eine gute Vorbereitung für das Leben an einer Universität und hilft Austauschschülern, zurück in Deutschland im Abitur besser abzuschneiden. Ein Schuljahr beginnt in der Regel im September und dauert bis Mitte Juni, die Sommerferien sind demzufolge über zwei Monate lang, wofür es während des Jahres wiederum weniger Ferien gibt.