4.42 / 430 Bewertungen
12 Wertungen in den letzten 6 Monaten

174 Austauschprogramme

- oder -
Zur Kurzbewerbung

bewertete am 28.11.19 den "Schüleraustausch China" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Ich habe mit AFS ein Auslandsjahr in China gemacht.
Der Hauptgrund für mich nach China zu gehen, war vor allem die gänzlich andere Kultur.
Naiv wie ich war, dachte ich zunächst, dass ich trotz der anderen Kultur, keine Vorbereitung bräuchte.
In China angekommen sah ich mich dann mehreren Problemen gegenüber, die jeder Austauschschüler kennt:
Kommunikationsschwierigkeiten, kulturelle Missverständnisse, Heimweh, ...
Plötzlich war ich sehr dankbar für die vier Vorbereitungswochenenden, die mich gelehrt haben, grade mit solchen Problemen umzugehen.
In China hatte ich das Glück oder auch das Pech auf eine Eliteschule zu gehen, das bedeutete zwar, dass ich sehr viel und schnell gelernt haben aber auch das meine Klassenkameraden meistens kaum Zeit hatten, mit mir etwas zu unternehmen. Zum Glück gab es bei mir an der Schule noch zwei weitere Austauschschüler aus Italien.
Der Schulalltag sah ungefähr so aus: um 7 Uhr beginnt der Unterricht den wir alle in unterschiedlichen Klassen verbrachten, da wir natürlich nicht in der Lage waren dem Unterricht zu folgen, wurde von uns erwartet das wir die Zeit damit verbringen Vokabeln lernen. Unterbrechungen gab es nur in den kleinen Pausen, in denen man endlich mit seinen Freunden reden konnte und in der 10 Uhr Pause in der die Klassen sich auf dem Schulhof getroffen haben und je nach Jahreszeit zu tanzen oder zu joggen. (Es ist auf jeden Fall sehr beeindruckend 2000 uniformierte Schüler in Reih und Glied tanzen zu sehen und zu wissen das auf dem anderen Schulhöfen nochmal 5000 Schüler dasselbe tanzen.) Dieser Klassenunterricht ging bis 12.
Von 13 bis 17 Uhr hatten die Italienerinnen und ich sogenannten "Ausländerunterricht" in dem wir Sprach und Kultur Unterricht erhalten haben.
Im Kultur Unterricht lernten wir Dinge wie den chinesischen Kalender, die Bedeutungen von Farben, Feiertage, traditionelle Sportarten, Kalligrafie, chinesische Musik und Dichtkunst, ... . Generell besprachen wir natürlich auch die kulturellen Unterschiede unserer und der chinesischen Kultur.
Mehrmals die Woche kam unsere AFS Betreuerin (sie war auch Lehrerin unserer Schule) um zu checken, ob es uns gut geht oder um uns auf AFS Dinge hinzuweisen wie Reisen oder sonstige Veranstaltungen und natürlich auch um zu kontrollieren, wie sich unsere Sprachkenntnisse verbessert haben.
Auch wenn wir sie mal längere Zeit nicht gesehen hatten, wussten wir doch wo ihr Büro ist und konnten jederzeit vorbeikommen.
Meine Freizeit habe ich meistens mit den anderen AFSern im Kino, Gym, Parks, Malles, KTV und vor allem Cafes verbracht.
Zuhause habe ich wenig Zeit verbracht, obwohl ich quasi mein eigenes Apartment hatte, aber man macht ja schließlich auch kein Auslandsjahr, um zu Hause zu sitzen;) .
Alles in allem kann ich ein Auslandsjahr mit AFS nur empfehlen, da man einfach merkt, wie viel Erfahrung die haben und AFS es trotz ihrer enormen Größe schafft ein familiäres Gefühl zu erzeugen, grade diese Eigenschaft hat mir oft weitergeholfen, da ich mich im zweifel immer an Freunde, die mit mir vorbereitet wurden und zeitgleich weg waren oder an meine Betreuer aus dem Camps wenden konnte. Grade denen bin ich besonders dankbar da die mir echt weitergeholfen haben obwohl die "nur" ehrenamtlich für AFS gearbeitet haben.
Ein weiterer Grund warum ich so begeistert von AFS bin sind die Nachbereitungen, da das Heimkehren und der damit verbundene reverse culture shock für viele Austauschschüler (wie auch für mich) das Schwerste am Auslandsjahr ist. Deswegen halte ich die Nachbereitung für das wichtigste Camp überhaupt und kann nicht verstehen das einige Organisationen dies nicht anbieten.
China würde ich auch empfehlen da man sich nirgends wo sonst solchen verrücktesten Problemen gegenüber steht,was einen charakterlich enorm wachsen lässt.
Außerdem bildet man die besten Freundschaften mit Menschen aus der ganzen Welt, da AFSer wirklich überall herkommen und man sich als Austauschschüler in China quasi direkt gut versteht da alle im selben Boot sitzen.
Und natürlich kann man Mandarin lernen was auch nicht schadet;)