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bewertete am 29.11.19 den "Schüleraustausch Chile" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Mein Austauschjahr war bereits 2007 und es gab viele Höhen und Tiefen. Im Gesamten war es eine der besten Erfahrungen die ich bisher machen durfte. Bezüglich der Länderwahl war ich nicht auf ein Land versteift. Ich wollte in ein spanischsprechendes Land, das weiter weg ist als Spanien. Denn dort kann man auch im Urlaub hin.
Bis zu meiner Abreise wusste ich über Chile nicht viel mehr als dass dort die Anden sind und, dass es dir guten Wein gibt. So konnte ich ohne große Vorstellung von dem was mich erwarten können ankommen. Es gab keine Erwartungshaltung meinerseits, ich habe mich einfach auf das Abenteuer eingelassen.
Ich habe versucht nur Spanisch zu sprechen. Das Wörterbuch war mein treuester Begleiter. Mit meinen eher geringem Vorkenntnissen konnte ich nach ca.. 3 Monaten alles verstehen und nach ca.. 6 Monaten auch alles sagen, was ich sagen möchte, auch ohne Wörterbuch.

Vorbereitung

Durch die verschiedenen Wochenenden (Auswahl, Vorbereitung, Länder-Vorbereitung) habe ich mich von AFS sehr gut auf die Auslandserfahrung vorbereitet gefühlt. Die landesspezifischen Informationen (von AFS Deutschland und Chile) waren für den Start sehr hilfreich.

Betreuung

Während dem Jahr wurde ich von unserer Französichlehrerin betreut. Sie soweit ich weiß die einzige AFS Ehrenamtliche in unserer Stadt. Sie hat sich mit uns Austauschschülern ein paar mal getroffen.

Schule

Ich wurde in den Schulalltag sehr gut integriert. Ich habe versucht so gut es ging ein „normaler“ Schüler zu sein. Ich habe Hausaufgaben gemacht, Arbeiten mit geschrieben, Vorträge gehalten (auch wenn ich den Inhalt erst ein Jahr später im Bio Unterricht in Deutschland verstanden habe) usw. Das Zeugnis konnte ich meinen Bewerbungen beilegen.
Allerdings hatte ich es mit den Mitschülern etwas schwierig. Ich habe mich mit einer Mitschülerin angefreundet, die nicht die Beliebteste war. Sie hat eine leichte Sprach- und Gehbehinderung. Einige der anderen fanden das nicht so toll. Ich habe ein paar Freunde für die Zeit im Chile gefunden und eine Freundin fürs Leben.

Familie

In der Familie habe ich mich, zumindest anfangs, super wohl gefühlt. Ich habe eine sehr liebe Gastmutter mit der ich noch heute immer mal Kontakt habe. Zu meinem Gastvater habe ich nicht so einen guten Draht gefunden.
Mein ältester Gastbruder war nicht mehr zu Hause. Wenn wir uns getroffen haben haben wir uns sehr gut verstanden. Er war mit AFS in Schweden. Mit meinem jüngeren Gastbruder habe ich mich sehr gut verstanden. Er hat viel mit mir unternommen. Allerdings ist er nach einem halben Jahr in die USA.
Meine kleine Gastschwester war sehr sehr eifersüchtig und hat mir zu Leid gelebt.
Kurz vor Ende des Jahres musste ich aufgrund familiärer Schwierigkeiten über Nacht die Gastfamilie wechseln. Ich war dann die letzten Wochen bei einer befreundeten Familie mit zwei Gastgeschwistern und hatte auch dort eine gute Zeit.

Ich war seit meinem Austausch noch zweimal im Chile (2010 und 2017) und habe meine Familien und meine Freundin besucht.

Seit meinem Austausch bin ich, mit einer kleinen Pause, bei AFS ehrenamtlich tätig, was mir sehr viel Spaß macht.

Ich würde jedem empfehlen einen Austausch zu machen, um so länger desto besser. Man lernt so viel über eine neue Kultur, über sich selbst, lernt eine neue Sprache.

In den Folgejahren des Austauschs war meine Familie mehrfach Gastfamilie. Auch diese Erfahrungen waren sehr interessant. Man lernt zu Hause eine neue Kultur kennen und gibt einem anderen jungen Menschen die Möglichkeit die Erfahrung eines Austauschs zu machen.

Ich empfehle AFS auf jeden Fall jedem weiter. Mir gefällt, dass AFS auf gemeinnütziger Basis arbeitet und eine Vielzahl an Programmen und Ländern mit vielen Stipendien anbietet.
AFS ist wie eine große Familie, auch über den Auslandsaufenthalt hinaus.