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bewertete am 04.12.19 den "Schüleraustausch USA" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Vorbereitung

Welche Austauschorganisation könnte sich anmaßen zu behaupten jeden perfekt auf sein Auslandsjahr vorzubereiten? Was darf man sich von einer guten Vorbereitung bei AFS erwarten?

Vorbereitung heißt in meinen Augen nicht mit jeder Situation zu rechnen, bzw. am Ende auf jede Frage die richtige Antwort zu haben. Viel wichtiger ist es den Schülern eine hinderliche Erwartungshaltung an andere zu haben. „Ich will an die Sonne“ „Ich will in eine Metropole“ „Ich will in einem Haus leben“ „Ich will meinen Sport weiter betreiben“ „Ich will in der Heimat nichts verpassen und weiterhin täglich Kontakt halten“... Einem klar zu machen dass der Erfolg dieses Jahr maßgeblich von einem Faktor abhängt - einem selbst. Selbstvertrauen im Umgang mit Fremden zu stärken und durch ehrliche und offene Erfahrungsberichte aufzuzeigen dass es immer Höhen und Tiefen geben wird.

Der Camp-Charakter bei Vorbereitungen auf denen man jedesmal andere „Hopees“ trifft, die die gleichen Hoffnungen und Wünsche und vor allem den Enthusiasmus teilen das beste aus ihrem Jahr zu machen, beflügelt. Entscheidend ist hier die gemeinsame Reflexion un die spannenden Berichte der jungen Returnees und erfahrenen Alumnis.

Betreuung

Jede Familie hat einen Betreuer und genauso jeder Schüler. So wird vermieden dass es irgendwelche Voreingenommenheiten gibt. Der ehrenamtliche Betreuer ist verpflichtet sich monatlich mit dem Schüler zu treffen und Hilfe anzubieten, herauszufinden ob es Probleme, oder Schwierigkeiten gibt - kurzum: für den Schüler da zu sein. In Ausnahmesituationen steht einem auch immer die 24h Notruf Hotline zur Verfügung (von der ich zum Glück nicht Gebrauch machen musste)

Während meiner Zeit im Ausland war meine Betreuerin maßgeblich für den Erfolg des Jahres verantwortlich, da sich zwischen meiner Gastfamilie und mir Diskrepanzen auftaten die in dem Augenblick teils unüberbrückbar schienen. Ich wurde motiviert die Differenzen anzusprechen, meine Betreuerin hat in der Vermittlung geholfen und letztenendes bin ich glücklich in dieser Familie geblieben zu sein.

Schule

Eine US Highschool! Wer hätte gedacht dass das Clichee so bedient werden würde :) Ich hatte das Glück im District der erfolgreichsten öffentlichen Schule North Carolinas untergebracht zu ein. Ich habe auf anraten meines Onkels und anderen AFSern gleich bei der Ankunft sichergestellt dass ich Teil des Senior-Jahrgangs sein dürfte. KANN ICH NUR EMPFEHLEN!!! Dadurch habe ich gleich Kontakte zu meinen auch später besten Freunden knüpfen können. Bei Footballspielen standen wir in erster Reihe, am Tagesende durften wir 5 Minuten früher den Unterricht verlassen und meine Teilnahme an Prom und Senior-Week war gesichert. Noch besser war der Umstand dass ich meine Fächer (die vier gleichen Doppelstunden pro Tag und Semester) selbst wählen durfte:
American History Honors bei der beliebtesten Lehrerin mit der ich heute noch in Briefkontakt bin, Fitness und Ernährung (woraufhin ich Sportmedizin im zweiten Semester gewählt habe) und was die Grundlage für Weightlifting Honors im zweiten Semester gelegt hat. English 3 Honors mit einem vollkommen überqualifizierten und grundsympathischen Literaturenthusiasten sowie Forensik, Theater und Chemie!

Familie

Meine Gasteltern waren Worcaholics, meine drei Geschwister bis heute Vorbilder in der Einbringung im Familienleben für mich. Wenn also erwartet wird dass man sich als Gast mindestens so einbringt wie die leiblichen Kinder und man zuhause gerade ein mal sein Zimmer aufgeräumt hat kann das auch bei bestem Willen von beiden Seiten zu Missverständnissen führen. Das war die negative Seite. Wir hatten allerdings zwei Häuser am Meer, sind dort öfters - auch mit Freunden - gewesen, haben viel gemeinsam unternommen und mit den Gastgeschwistern habe ich sogar den gleichen Sport geteilt (Taekwondo) Die Trainingshalle wurde mein zweites Zuhause und nach dem Jahr habe ich mit den Eigentümern des als Familienbetrieb geführten Dojangs besseren Kontakt als mit meiner eigentlichen Gastfamilie.

Der Verein (Diese Kategorie habe ich selbst eingefügt)

AFS wird für die meisten immer eine Familie sein und einem auch nach dem Auslandsjahr bereichern. Nicht nur die essentiell wichtigen Nachbereitungen, aber auch Bildungsveranstaltungen und die Möglichkeit in seiner Region mit anderen Austauschschülern in Kontakt zu bleiben - sogar nachkommende Generationen mit zu betreuen sind für mich als besonders wertvoll einzuschätzen.