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bewertete am 06.12.19 den "Schüleraustausch Chile" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Was mich vor meinem Auslandsjahr damals von AFS überzeugt hat, war die Tatsache, dass es eine non-profit-Organisation ist, die auf der Arbeit vieler Ehrenamtlicher weltweit basiert. Die Leute bei AFS stehen hinter dem Verein und stecken ihr Herzblut in die Gestaltung interkulturellen Austauschs.

Schon vor der Ausreise wurde ich seitens AFS super auf das bevorstehende Auslandsjahr vorbereitet - mit ehemaligen Austauschschülern haben wir bei einem mehrtägigen Vorbereitungsseminar über allgemeine kulturelle Themen gesprochen, über den Umgang mit kulturellen Unterschieden und Sprachbarrieren. Sie haben ihre schönen und ihre weniger schönen Erfahrungen mit uns geteilt, mögliche Probleme angesprochen und uns Mut gemacht. Wir haben aber auch über die Formalia wie die Beantragung eines Visums, Kofferpacklisten und Krankenversicherung geredet.

Gut vorbereitet und mit prallem Koffer ging meine Reise nach Chile dann los. Empfangen wurde ich am Flughafen von meinem chilenischen AFS-Betreuer und Ansprechpartner für alles vor Ort sowie meiner lieben Gastfamilie. Sie haben mich von Anfang an herzlich aufgenommen und mir vor allem am Anfang viel Verständnis für mein gebrochenes Spanisch und meine Ahnungslosigkeit auf die chilenische Kultur bezogen entgegen gebracht. Deshalb haben sie mich auch zu Beginn tatkräftig unterstützt, sind mit mir zum Bürgeramt gefahren und sind mit mir den Weg in die Stadt per Bus Probe gefahren.

Im Laufe des Jahres bildeten meine Gastmutter, mein Gastvater und mein 15-jähriger Gastbruder immer wieder eine große Stütze für mich und meine eindrucksreichen Erfahrungen. Wir haben eine sehr familiäre Beziehung aufgebaut und konnten Lächeln und Tränen teilen. Mit ihnen bin ich auch in den Urlaub gefahren in eine andere Region Chiles und durfte dort auch meine Gastgroßeltern, Tanten, Onkel und Cousins kennenlernen. Der Abschied fiel uns zwar schwer, doch noch heute stehe ich im Kontakt mit meiner chilenischen Familie.

Doch meine damalige Gastfamilie sind nicht die einzigen, von denen ich regelmäßig etwas aus Chile höre - ich habe während meiner Zeit dort auch tolle Freunde gefunden, mit zwei von ihnen ich auch heute noch regelmäßig auf WhatsApp schreibe. Gleichaltrige bieten einem im Gastland nochmal einen ganz anderen Zugang zur Kultur, als die Gastfamilie das tut. Wir sind zusammen tanzen gegangen, haben gezeltet oder uns einfach bei großen Veranstaltungen gegenseitig begleitet. Ich weiß noch, wie aufgeregt eine chilenischen Freundin bei ihrem Schulabschluss war.

Neben Aktivitäten mit meinen gleichaltrigen Freunden habe ich auch eine Veranstaltungen mit dem lokalen AFS-Komitee vor Ort unternommen. Gemeinsam mit anderen Austauschschülern von den verschiedensten Flecken der Erde sowie den ehrenamtlichen Chilenen sind wir zum Beispiel an einen Strand gefahren, haben einen Nationalpark besucht oder einfach bei jemandem Zuhause einen Karaokeabend mit integriertem Experten-Quiz über Chile veranstaltet - der Preis für den Gewinner war ein Glas voll bedruckt von chilenischen Sprichworten.

Mit dem lokalen AFS-Komitee hatte ich großen Spaß, hatte dort in Form meines persönlichen Ansprechpartners aber gleichzeitig auch immer jemanden, mit dem ich ernste Gespräche führen konnte. Gab es mal ein kleineres Problem wie zum Beispiel Verständigungsschwierigkeiten mit der Gastmama, dann hat mir mein chilenischer AFS-Betreuer immer weitergeholfen. So war es überhaupt nicht nötig, mit AFS Deutschland während meines Jahres in Kontakt zu treten - für einen lieben Weihnachtsgruß waren wir trotzdem zu haben. Und ich hatte die Gewissheit, mich jederzeit an meine deutschen Ansprechpartner wenden zu können, sollten die chilenischen mir nicht weiterhelfen können.

Alles in allem bin ich sehr glücklich mit meiner damaligen Entscheidung, mein Auslandsjahr über AFS zu machen und kann die Organisation nur weiter empfehlen. Bei AFS steht man nie allein da und die Vereinsphilosophie regt viele an, auch nach ihrer Auslandserfahrung ehrenamtlich noch für den Verein tätig zu sein und noch mehr Schülern weltweit kulturellen Austausch und ein wunderschönes Jahr abseits der Grenzen ihres Heimatlandes zu bescheren.