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bewertete am 05.12.19 den "Schüleraustausch Finnland" mit Youth For Understanding Komitee

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Ich wusste schon lange bevor ich mich für ein Auslandsjahr beworben habe, dass ich ein Jahr in Finnland verbringen möchte. Dafür gab es ziemlich viele Gründe, alles von einer sehr besonderen Sprache bis hin zu einem richtigen Winter.
Heute, nachdem ich mein Auslandsjahr 2018-2019 mit YFU in Finnland verbracht habe, weiß ich, dass dies die beste Entscheidung meines Lebens war.
Aber ich fange vorne an.
Nach meiner Bewerbung und dem Auswahlgespräch bei YFU (Es klingt gruseliger, als es ist) ging es erst einmal darum seeehr viel Papierkram auszufüllen. Auch die Platzierungsunterlagen gehörten dazu, wobei ich z.B. einen Brief an meine zukünftige Gastfamilie schreiben musste. Schon im Januar 2018, also schon ziemlich früh, habe ich die Kontaktdaten meiner Gastfamilie bekommen.
Im Mai 2018 bin ich dann mit vielen anderen zukünftigen Austauschschülern auf die VBT gefahren. VBT steht für Vorbereitungstagung. Diese ist in der Regel 6 Tage lang und soll alle möglichst gut auf ihr Auslandsjahr vorbereiten. Auf dieser Tagung lernt man dann auch zum ersten mal den sogenannten YFU Spirit kennen, denn alle Ehrenamtlichen sind mit Spaß und Power bei der Sache und machen das YFU Erlebnis unvergesslich.
Am 08.08.2018 bin ich dann, nachdem ich meinen Koffer bestimmt 10x aus- und wieder eingepackt habe, damit alles reinpasst, mit den anderen deutschen Austauschschülern, die nach Finnland wollten, über Frankfurt nach Helsinki geflogen.
Von dort aus sind wir dann erstmal auf unsere 3-tägige Arrival Orientation gefahren. Dort habe ich dann auch gleich meine Betreuerin für das Jahr kennengelernt.
Zwar hatte ich kaum Probleme, aber wir waren während des Jahres mehrmals im Kino oder Kaffee trinken. Ich habe mich mit ihr super verstanden und mich durch YFU Deutschland und YFU Finnland sehr gut betreut gefühlt.
Am Ende der Arrival Orientation, bei der es echt super schön war alle ca. 60 Austauschschüler, die aus der ganzen Welt nach Finnland gekommen waren, kennenzulernen, wurden wir von unseren Gastfamilien abgeholt.
Ich weiß noch genau wie aufgeregt ich war, als es hieß: ,,Eure Gastfamilien warten draußen auf euch." Und wenn ich jetzt daran zurückdenke, wie fremd meine Familie mir da noch war und wie sie jetzt nicht mehr aus meinem Leben wegzudenken ist, kommen mir Tränen in die Augen. Es ist unglaublich, wie doll einem Menschen, die man in einem Auslandsjahr kennenlernt, ans Herz wachsen können.
Und damit meine ich nicht nur meine Gasteltern und meine zwei jüngeren Schwestern, sondern auch meine finnischen Freunde, die ich in der Schule gefunden habe.
2 Tage nachdem ich in meine Gastfamilie gekommen bin ging es für mich auch schon zur Schule. Das war ziemlich aufregend und komisch, da man kaum ein Wort verstanden hat und wir Austauschschüler erst nach ein paar Tagen unseren richtigen Stundenplan bekommen haben.
Mit wir Austauschschüler meine ich ein anderes Mädchen aus Deutschland, eins aus Belgien und mich.
Erst nach ein paar Tagen haben wir erste Freunde gefunden, da Finnen anfangs sehr schüchtern sein können und kaum einer von selber auf uns zugekommen ist. Aber ich habe schnell gelernt aus mir herauszukommen und andere anzusprechen und wenn man einmal das Eis durchzubrechen lernt kann man in Finnland viele gute Freunde finden.
In der Schule konnten wir unsere Kurse frei wählen, deshalb war es schön Kurse zu nehmen, die etwas unwichtiger waren, um neue Leute kennenzulernen.
In meinem finnischen Lukio (Gymnasium) wurde man überall mit einbezogen und es war schön sich als Teil der Schule fühlen zu können.
In meinem Auslandsjahr mit YFU habe ich viele tolle Erinnerungen und Erfahrungen gesammelt.
Ich habe die finnische Kultur mit all ihren Besonderheiten kennengelernt, ich habe einen richtigen Winter und sogar weiße Weihnachten miterlebt, war in Lappland beim Weihnachtsmann und Skifahren, ich habe Finnisch gelernt und am Ende des Jahres habe ich bei der Abiturientenentlassung sogar eine Rede gehalten. Und ich habe vieles, vieles mehr erlebt, das ich nicht zu einer Erzählung oder in einen Bericht zusammenfassen könnte.
Ein Austauschjahr ist eine unvergessliche Erfahrung, die ich nur weiter empfehlen kann.