Gastfamilienwechsel ist kein leichtes Thema ‒ und doch passiert es häufiger als gewollt. In diesem Hangout berichtet Klara warum sie Ihre Gastfamilie wechseln wollte, wie sie mit den Problemen umgegangen ist, wer ihr dabei geholfen hat und wie sie eine tolle neue Familie gefunden hat. Schließlich ist ein Gastfamilienwechsel nicht immer einfach, aber trotzdem machbar! Wenn du auch vor der Frage stehst, ob du deine Gastfamilie wechseln solltest, helfen dir Klaras Erzählungen auf jeden Fall weiter!

Friederike: Hallo, liebe Schüleraustausch-Community! Ich begrüße euch ganz herzlich zu unseren Schueleraustausch.de-Hangouts. In unseren Hangouts bringen wir zukünftige, aktuelle und ehemalige Austauschschüler zusammen, um Ihre Erfahrungen mit euch zu teilen. Ich bin Friederike, ich war 2014/2015 in den USA und ich freue mich heute Klara als unseren Gast begrüßen zu dürfen. Wir reden heute über das Thema Gastfamilienwechsel. Also Klara, stellt dich doch einfach mal kurz vor.

Klara: Ich bin Klara und ich war für 10 Monate in Oklahoma City. Ich bin auf eine High School gegangen und war im 10. Jahr, also ein Sophomore.

Friederike: Alles klar. Dann fangen wir doch mal an. Erzähl uns doch von deiner ersten Gastfamilie.

Klara: Ich hatte drei Gastgeschwister: Eine jüngste Schwester, einen mittleren Bruder und eine Schwester, die älter war als ich. Der Bruder und die Schwester waren auf meiner Schule. Mit meiner älteren meiner Gastschwester habe ich mir ein Zimmer geteilt. Mit ihr habe ich mich nicht gut verstanden und meine Gastfamilie hat auch wirklich nicht viel mit mir gemacht. Wir hatten eigentlich noch Ferien, eine Woche bevor die Schule angefangen hat und sie haben nicht wirklich was mit mir gemacht. Ich habe mich total unwohl gefühlt, denn keiner hat wirklich mit mir geredet, sogar als sie mich am Flughafen abgeholt haben. Deswegen habe ich mich mega unwohl gefühlt, einfach am falschen Ort. Ich habe mir aber eingeredet, dass das schon wird. Schließlich war das ja nur der Anfang und vielleicht würde ich mich schon noch einleben. Dann wurde es auch mit meinem Gastvater ein bisschen unangenehm, weil er einfach ein bisschen zu viel mit mir geredet hat und mir ein bisschen zu viele liebe Sachen gesagt hat. Das fand ich mega unangenehm, aber ich wusste nicht genau mit wem ich reden sollte, weil ich das Gefühl hatte keine richtige Unterstützung von meiner Organisation zu haben. Da mit meiner ersten Gastfamilie hat alles nicht gut geklappt.

Friederike: Wie ging es dir dann mit deiner neuen Gastfamilie? Und wie war insbesondere jetzt der Umzug, der Tag an dem du die Gastfamilie gewechselt hast?

Klara: Ich hatte halt vorher mit niemandem über meine alte Gastfamilie und die Probleme geredet. Dann musste ich es einfach mal rauslassen, als ich mit Freundinnen zusammen war. Das eine Mädchen meinte dann, dass ich da was gegen machen muss und hat für mich bei so einer Notfallnummer von meiner Organisation angerufen. Die haben mich darum gebeten nicht mehr zurück zu gehen und erstmal bei dem Mädchen, also der Victoria, die da auch angerufen hat, zu schlafen. Das habe ich auch gemacht. Ich habe mich dabei total unwohl gefühlt. Ich hatte das Gefühl gehabt, ich hätte meine Gastfamilie verraten. Schließlich waren die so nett und haben mich aufgenommen und ich, ich sag einfach nein. Da habe ich mich total schlecht gefühlt. In meiner neuen Gastfamilie habe ich mich dann aber vom ersten Tag an direkt wohl gefühlt, direkt wie ein Teil der Familie. Zum Beispiel hatte in meiner alten Gastfamilie total Angst an den Kühlschrank zu gehen und mir etwas rauszuholen, weil ich das Gefühl hatte gar kein Teil von der Familie zu sein. In meiner neuen Gastfamilie hat das super geklappt. Total schnell und alle haben mich total gemocht. Da hatte ich drei Gastschwestern und nur eine hat bei uns gewohnt, nämlich die Victoria, die jüngste. Mit der habe ich mich super verstanden und auch mit meiner Gastmutter habe ich mich super verstanden. Alle waren einfach total lieb.

Friederike: Und wenn du jetzt so auf deine erste Gastfamilie zurückblickst. Was sind deine Gedanken dazu? Was würdest du heute dazu sagen?

Klara: Ich denke jetzt nicht mehr so viel daran, weil ich auch relativ früh schon gewechselt habe. Ich habe nicht viele positive Erfahrungen mit Ihnen gemacht und das ist echt schade, aber das war ja auch der Grund wieso ich gewechselt habe. Aber natürlich bin ich denen dankbar, dass die mich aufgenommen haben und dass die mir die Möglichkeit gegeben haben auf die Schule zu gehen, auf die ich gegangen bin und die Leute zu treffen, die ich getroffen habe. Wenn die Leute mich nicht aufgenommen hätten, wäre ich wo ganz anders gewesen. Sie waren eben mein Start, auch wenn’s nicht gut geklappt hat, aber sie haben es ja trotzdem probiert und da bin ich ihnen sehr dankbar für.

Friederike: Und hast du später Familienmitglieder deiner ersten Gastfamilie nochmal wiedergesehen oder so? Und, wenn ja, wie war die Reaktion aufeinander?

Klara: Wie gesagt, meine zwei ältesten Gastgeschwister, also mein Gastbruder aus der ersten Gastfamilie und meine Gastschwester aus der ersten Gastfamilie, sind ja auf meine Schule gegangen. Meine Gastschwester, mit der ich mir auch das Zimmer geteilt habe, hat mich in der Schule komplett ignoriert. Die hat mir nicht mal mehr Hallo gesagt und das fand ich echt nicht fair, weil das nicht nett ist und man das nicht macht. Das hat sich auch echt einfach scheiße angefühlt. Mit meinem Gastbruder, der war ein Freshman, habe ich mich von der Gastfamilie eigentlich am besten verstanden und mit dem habe ich auch an der Schule noch geredet. Wir haben gefragt wie es uns geht und immer Hallo gesagt. Mit dem hatte ich noch ein gutes Verhältnis. Aber insgesamt war es am Anfang echt unangenehm, die dann an der Schule wieder zu sehen, weil man ja gar nicht wirklich wusste wie die jetzt darüber denken.

Friederike: Hast du abschließend noch Tipps für andere Austauschschüler, die vielleicht auch Angst vor einem Gastfamilienwechsel oder anderen Problemen haben?

Klara: Ich kann euch sagen, Ihr müsst vor allem für euch selbst entscheiden, wenn Ihr die Gastfamilie wechseln wollt und habt da keine Angst vor. Wenn es euch wirklich schlecht geht, dann wechselt die Gastfamilie. Ich muss aber auch sagen: Habt keine Angst vor Gastfamilien generell! Die meisten Gastfamilien sind super lieb und haben euch ganz, ganz schnell super lieb. Deswegen wollten sie euch ja auch haben. Denkt aber in dem ganzen Jahr auf jeden Fall immer daran, dass Ihr durch alles durchkommt und es immer wieder besser wird. Es wird auch schlechte Zeiten geben, ich meine, das ist das Leben, aber denkt daran dass es wieder besser wird!

Friederike: Ok. Damit sind wir auch schon wieder am Ende des Hangouts angekommen. Ich danke dir, Klara, vielmals, dass du deine Erfahrung mit uns geteilt hast und euch da draußen danke ich fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal!

Klara: Sehr gerne! Tschüss!

Friederike: Tschüss!

Bist du neugierig auf Klaras Erfahrungen geworden und hast noch Fragen zu Ihrem Gastfamilienwechsel? Dann geh in unser Forum auf schueleraustausch.de. Dort ist das Video auch zu finden und du kannst deine Fragen direkt unter das Video in das Forum posten. Klara steht dir gerne Rede und Antwort! Willst du selbst mal bei einem unserer Hangouts mitmachen? Dann freuen wir uns, wenn du uns an info@schueleraustausch.de eine Mail schreibst oder unserer Facebookgruppe ‚Schüleraustausch Hangouts‘ beitrittst. Wir freuen uns sehr, wenn du deine Erfahrungen mit uns und der Schüleraustausch-Community teilst!