Schüleraustausch - Tipps zum Wiedereinleben

Die Welt entdecken mit dem Abenteuer Schüleraustausch: Claus-Daniel Bartel hat in seinem Buch “The best year of my life. Ein Jahr als Gastschüler“ persönliche Erfahrungen als Austauschschüler in den USA zusammengefasst. Hier gibt’s Tipps und Tricks von Daniel Bartel zum Wiedereinleben.

https://www.youtube.com/watch?v=NopyPHHBLt0

Auch wenn du nach dem Jahr wieder zu Hause bist, könnte ein ziemlicher Kulturschock „ausbrechen“. Dies war bei mir der Fall. Es fühlt sich alles wieder alt und doch fremd an. Aber die Anpassung geht meistens schneller als bei der Ankunft im Gastland.

Tipps zum Wiedereingewöhnen

  • Schwärme vor deinen Eltern nicht zu sehr von deinen Gasteltern. Dies kann deinen Eltern Sorgen bereiten.
  • Wundere dich nicht, wenn du spannende Geschichten erzählst, die Leute aber nach kurzer Zeit nicht mehr zuhören. Es wird ihnen schwer fallen, deine Erlebnisse nachvollziehen zu können. Hilf dir mit Bildern und Souvenirs.
  • Akzeptiere dein Heimatland. Du hast in einem Jahr so viel erlebt, dass du den Eindruck haben könntest, das Leben im Ausland sei viel aufregender. Du hast wirklich in einem Jahr so viel erlebt, was einige deiner Schulkameraden (hier und im Gastland) nicht mal in ihrem ganzen Leben erlebt haben.
  • Beschäftige dich und versuche deine Erfahrungen zu nutzen. Halte den Kontakt zu anderen Austauschschülern. Sie verstehen dich am besten. Lerne neue Leute kennen und hilf, andere Kulturen und Menschen zu schätzen.
  • Akzeptiere, dass man sich auseinander lebt: Über ein Jahr hat man sich sehr verändert. Es benötigt einige Zeit, sich wieder aneinander zu gewöhnen.

Aus: "The Best Year of my Life" Daniel Bartel

FAQ – Tipps für das Wiedereinleben nach dem Schüleraustausch

Warum fühlt sich das Zurückkommen nach dem Austausch manchmal schwieriger an als die Abreise?
Viele Austauschschüler:innen erleben nach der Rückkehr einen kleinen Kulturschock, weil sich dein Zuhause vertraut, aber gleichzeitig fremd anfühlen kann. Während deines Auslandsjahres hast du dich weiterentwickelt, neue Gewohnheiten angenommen und andere Perspektiven kennengelernt. Dadurch wirkt dein früherer Alltag plötzlich ungewohnt, und du brauchst Zeit, um dich wieder einzufinden. Dieses Gefühl ist völlig normal und gehört zur Austausch-Erfahrung dazu.
Warum wirkt mein altes Leben plötzlich so langweilig oder „klein“?
Im Ausland hast du fast jeden Tag Neues erlebt – neue Menschen, neue Sprache, neue Situationen. Zu Hause läuft vieles wieder in festen Bahnen, und der Alltag wirkt weniger aufregend. Das bedeutet aber nicht, dass dein Leben hier schlechter ist. Du musst nur lernen, deine neuen Erfahrungen mit deinem alten Alltag zu verbinden. Wenn du aktiv bleibst, Freundschaften pflegst und neue Projekte startest, wird dein Alltag schnell wieder erfüllender.
Warum habe ich das Gefühl, nicht mehr richtig dazuzugehören?
Während deiner Zeit im Ausland haben sich deine Freunde, deine Familie und deine Umgebung weiterentwickelt – so wie du auch. Deshalb können manche Situationen ungewohnt wirken. Vielleicht haben sich Interessengruppen verändert oder Freundschaften neu sortiert. Das bedeutet nicht, dass du keinen Platz mehr hast. Du brauchst nur etwas Zeit, um deinen Platz wiederzufinden und deine Beziehungen neu zu sortieren. Mit Offenheit und Geduld gelingt das fast immer.
Was kann ich tun, wenn mich andere nicht richtig verstehen?
Es ist normal, dass Menschen, die das Ausland nicht selbst erlebt haben, deine Erfahrungen nur bedingt nachvollziehen können. Viele Rückkehrer:innen berichten, dass sie sich unverstanden fühlen, weil Familie und Freunde nicht begreifen, wie intensiv das Jahr im Ausland war. Versuche, deine Erinnerungen dosiert zu teilen und nicht alles auf einmal erzählen zu wollen. Suche dir außerdem Menschen, die Ähnliches erlebt haben – zum Beispiel andere Rückkehrer:innen. Mit ihnen kannst du über Gefühle sprechen, ohne viel erklären zu müssen.
Ist es normal, mein Gastland oder meine Gastfamilie zu vermissen?
Ja – und zwar sehr. Du hast dort ein zweites Zuhause gefunden, Beziehungen aufgebaut und bist Teil eines Alltags geworden. Es ist völlig normal, dass du Heimweh nach deinem Gastland bekommst. Bleib über Nachrichten, Videos oder Anrufe in Kontakt und plane vielleicht sogar ein Wiedersehen, wenn es möglich ist. Dieses Vermissen zeigt nur, wie wichtig dir deine Zeit dort war.
Wie kann ich am besten mit negativen Gefühlen wie Überforderung oder Traurigkeit umgehen?
Der beste Umgang ist, dass du deine Gefühle ernst nimmst und nicht versuchst, sie wegzuschieben. Überforderung, Traurigkeit oder Frust sind nach einem Austauschjahr weit verbreitet. Suche das Gespräch mit vertrauten Menschen, tausche dich mit anderen Rückkehrer:innen aus oder schreibe deine Gedanken auf. Auch Aktivitäten, die dir Spaß machen, helfen dir, ein neues Gleichgewicht zu finden. Gib dir selbst die Zeit, die du brauchst.
Wie kann ich meinen Alltag zu Hause wieder interessant machen?
Versuche, Dinge aus deinem Austauschjahr in den Alltag mitzunehmen – zum Beispiel deine Sprachkenntnisse, deine Hobbys oder bestimmte Gewohnheiten. Du kannst neue Kurse belegen, Reisen planen oder dich in Clubs engagieren. Nutze die Energie, die du im Ausland gesammelt hast, und probiere Dinge aus, die du schon lange machen wolltest. Wenn du deinen Alltag neu gestaltest, fühlt er sich schnell wieder lebendig an.
Was mache ich, wenn ich Angst habe, mein Austauschjahr „zu vergessen“?
Du wirst deine Erfahrungen nicht verlieren. Sie prägen deine Persönlichkeit und begleiten dich ein Leben lang. Trotzdem kann es helfen, Fotos auszudrucken, ein Tagebuch weiterzuführen oder kleine Routinen aus der Gastfamilie beizubehalten. Viele Rückkehrer:innen pflegen außerdem WhatsApp-Gruppen oder Online-Treffen, um Erinnerungen wachzuhalten. Dein Austauschjahr bleibt ein Teil von dir, egal wie viel Zeit vergeht.
Wie kann ich die Verbindung zu meinem Gastland aufrechterhalten?
Regelmäßiger Kontakt, gemeinsame Videocalls oder kleine Nachrichten zwischendurch halten die Bindung lebendig. Du kannst außerdem die Sprache weiterlernen, Filme aus dem Gastland schauen, typische Gerichte kochen oder kulturelle Feiertage feiern. Manche Rückkehrer:innen engagieren sich später auch als „Buddy“ für neue Austauschschüler:innen oder machen später selbst wieder eine Reise in ihr Gastland.
Wie lange dauert es, bis ich mich wieder richtig eingelebt habe?
Das ist bei jedem unterschiedlich. Manche fühlen sich nach ein paar Tagen wieder ganz zu Hause, andere brauchen Wochen oder sogar Monate. Es kommt darauf an, wie intensiv dein Austausch war und wie sehr du dich verändert hast. Es ist völlig in Ordnung, wenn es etwas länger dauert. Mit Geduld, Offenheit und Unterstützung wirst du dich nach und nach wieder sicher und angekommen fühlen.

Dieser Artikel wurde geschrieben von: