bewertete am 28.08.17 den "Schüleraustausch USA" mit EF Education (Deutschland)

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

EF hat mich auf das Auslandsjahr bestens vorbereitet. Naja - soweit man jemanden überhaupt auf ein so rießiges Abenteuer vorbereiten kann. Ich bereue keinesfalls dass ich mich für EF entschieden habe, da die Betreuung und dieser Service besser fast nicht geht - ich hatte nie Probleme oder Kommunikationsschwierigkeiten mit EF. Mir war schon schnell klar, dass ich eines Tages ebenfalls Part dieses Unternehmens sein möchte und auch für die nächsten Generationen an Austauschschülern auf diesen großen Meilenstein - die Entscheidung ein Jahr von zuhause weg zu sein - da zu sein. Inzwischen bin ich ein Teil von einigen Informationsmeetings und Messebesuchen, wo wir für Fragen da sind und über unser Programm und unsere eigenen Erfahrungen sprechen.

Wie schon bei Punkt 1 gesagt halte ich die Betreuung von EF als Bestmöglich! Ich fand es immer beruhigend die Vorstellung, dass ich im Notfall immer Jemanden erreichen kann - schlimmstenfalls gab es ja die 24/7 Hotline in Boston. Aber für die kleinen Probleme, welche doch mal bei einem Auslandsjahr vor kommen könnten (kleine Streit in der Familie, Verwirrung da etwas einem Fremd und Komisch erscheint....), gab es den IEC (International exchange coordinator), welcher in meiner Nähe wohnte (maximal 100 Meilen entfernt) und den ich quasi immer erreichen konnte.

Meine Schule war wie geschaffen für Austausch Schüler. Sie war mit etwa 500 Schülern nicht sonderlich groß, was meiner Meinung nach ein großer Vorteil ist, da mich schon fast jeder am ersten Schultag kannte. Ich bin durch die Gänge gelaufen und meine Mitschüler meinten "Hey Marlon! How are ya?" Und ich wusste nichtmal wer das ist. Ein Austauschschüler an kleineren Schulen ist immer was besonderes - die Leute erfahren schnell, dass man der Neue von der anderen Seite der Erdkugel ist. Sie werden einen mit Fragen löchern. Meine Lieblingsfrage war beispielsweise "Is there electricity in Germany?". Yep.... das meinte die, die mich das gefragt hat wirklich ernst! Aber genau so etwas macht ein Auslandsjahr auch noch einmal bunter, zudem kann man die Amerikaner einiges über die Deutschen belehren. Für Amerikaner ist Deutschland etwa so weit entfernt für die, wie für uns der Mond ;-) Amerikaner reißen meist nur in ihrem Land, geschweige denn nur in ihrem Bundesstaat. Deshalb ist es für die sehr spannend sich mit einem solchen Exot zu unterhalten. Deshalb braucht ihr auch keine Angst vor dem ersten Schultag zu haben. Einfach Mutig sein und auf Leute zu gehen. Nach meiner zweiten Klasse hatte ich schon einen Lunchtisch gefunden, bei dem ich dann fast die Hälfte des ersten Semesters saß.
High schools haben ein rießiges Angebot an Aktivitäten, die wir aus deutschen Schulen eher nicht kennen. Ich war beispielsweise im Chor und in einigen Bands. Diese kann man alle gar nicht mit welchen aus Deutschland vergleichen. Alle Programme - ob Musik, Sport oder sonst was - werden in den USA massiv gefördert. Mein Chor hat es dann tatsächlich zu den Tennessee State Championships geschafft, bei dem wir die höchste Auszeichnung - "Superior" - erhalten haben. Zudem werde ich nie die Pep Rallys, Football- und Basketballspiele vergessen. Diese Erlebnisse sind einfach unbeschreiblich. Ich könnte jetzt probieren zu erklären, wie es sich anfühlt dort in der Mitte der jubelnden Mitschüler zu stehen und einfach eins mit seiner Schule und seiner Gemeinde zu sein, wie die Cheerleader uns nochmal mehr ansporen noch mehr und mehr zu jubeln, aber..... Man muss all das einfach selbst einmal erlebt haben.

Alle in meiner Familie waren sehr sehr nette Menschen. Nach nur ein paar Tagen habe ich mich schon als vollwertiges Mitglied gefühlt. Wir haben sehr viele Aktivitäten zusammen unternommen und hatten jede Memge Spaß - besonders ich mit meinem amerikanischen Bruder! Er (15) und ich (17) wurden schon nach kurzem zu richtigen Brüdern und wir beide waren in der Band (er Saxophon und ich Gitarre) und im Chor. Deshalb standen wir uns die ganze Zeit sehr nahe. Wir haben viel kleinen Blödsinn getrieben, haben mit Freunden viele Sachen zusammen unternommen (Kino, Essen gehen, Bowlen, Lasertag spielen....) und hatten einfach Spaß. Wir hatten vier Hunde, mein Liebling war unser Weimaraner 'Ozzy', welcher schon am ersten Tag zu meinem besten Freund wurde. Später erfuhr ich dann, dass er jeden als besten Freund sieht.... Menno! Meine Gastfamilie hatte in ganz USA Verwandtschaft. Deshalb sind wir einiges gereißt. Ein paar mal hat mich auch mein Gastonkel von mir zuhause abgeholt und wir sind (etwa 4 Std lang!!) zu ihm nach Hause gefahren. Dort haben wir dann mit ihm und mit meinem Gastcousin für 3 oder 4 Tage gejammt, da diese ebenfalls Musiker waren. Es war einfach jede Menge Spaß.
Über Sylvester sind wir dann nach New Orleans, Lousiana und Fort Worth, Tx gefahren. Ebenfalls Verwandtschaft ;-) Ich werde so viele Momente, die ich mit meiner amerikanischen Famile hatte, niemals vergessen!

Es würde nichts bringen wenn ich hier noch mehr schreiben würde, da jeder Schüler ganz eigene Erfahrungen machen wird. Jeder wird andere Abenteuer erleben und die USA anders kennen lernen. Aber wenn ihr offen für Neues seid, wenn ihr in gewisser weise Kontaktfreudig seid, wenn ihr ein großes Abenteuer sucht, dann werdet ihr alle super Erlebnisse und Erfahrungen haben und das beste Jahr in eurem Leben haben!! Ich hoffe ihr trofft die richtige Entscheidung.

PS: Entschuldigung, wenn mein Deutsch an manchen Stellen noch etwas schwammig war. Es fällt mir manchmal doch noch immer schwer - so nach einem Jahr komplette Pause von der deutschen Sprache.