bewertete am 25.08.17 den "Schüleraustausch USA" mit international Experience

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Ich war damals, 2013, wie viele es auch heute wieder sind, auf der Suche nach einer zu mir passenden Austauschorganisation. Da gibt es zum einen die großen, die die in meiner Schule mit Vorträgen geworben haben, die in aller Munde sind. Aber ich wollte etwas kleineres, familiäreres.
Als ich dann eines Nachmittags im Wohnzimmer meines Local Coordinators auf deutscher Seite saß, wusste ich: Hier beginnt für mich eine große Reise. Und so ging es dann direkt los: Das Einsenden der Materialien auf der Website, das Einholen von Empfehlungen, bald auch schon die Vorbereitungsseminare, Telefonate mit dem Office, die immer hilfsbereit waren, und auf ihrem Gebiet wirklich kompetent. (Im Jahr darauf durfte ich sie dann auch selbst kennenlernen, als wir uns in Bonn zur Returnee Party trafen, oder als ich in Göttingen beim Vorbereitungsseminar die zukünftigen Austauschschüler begleitete)

Während in den USA fleißig nach der passenden Austauschfamilie für mich gesucht wurde, hielt mich iE hier in Deutschland auf dem Laufenden, informierte mich, was noch zu tun sei, und schickte mir regelmäßig Updates, wie es um meine möglichen Schulen stand.
Als ich dann während einer Klassenfahrt den Anruf aus Lohmar bekam, freute ich mich unglaublich: iE hatte mir eine Traumfamilie ausgesucht. Tolle Beschreibung, tolle Unterbringung, und auch die Schule hörte sich gut an.
Die war zwar baptistisch und in Louisiana, beides Sachen, von denen ich bis dahin eher weniger wusste - aber trotzdem, die Vorfreude war unglaublich! Vor Ort hatte ich eine liebreizende local coordinator - Valerie, die sich in der Region Baton Rouge um die Austauschschüler kümmerte. Von Zeit zu Zeit checkte sie, wie es mir ging, und in dem halben Jahr trafen wir uns auch oft, auch mit den anderen zwei deutschen Schülern aus ihrem Gebiet. Sie gab sich immer Mühe, uns auch außerhalb unserer Familien und Freunden Louisiana kennen zu lernen - zum Beispiel besuchten wir gemeinsam den Gottesdienst der Episcopal Church, oder guckten bei ihr zu Hause Gone With The Wind.

Zu meiner Schule: Um sicher zu sein, dass ich in den USA nicht nur die Lebensweise kennen lerne, sondern auch eben im Schulischen weiter komme, wählten meine Eltern und ich eine Privatschule, die eben doch ein wenig mehr vermitteln sollten als Public Schools. Da ich selbst wenig Kontakt vor Ort zu Public School Schülern hatte - man lebt, vor allem in diesen ländlichen Gebieten, doch schon sehr in einer Bubble - kann ich schlecht einen Vergleich auftstellen. Aber, was ich sagen kann, ist, dass sich meine Noten in fast allen Fächern verbessert haben. Teilweise waren die Klassen kleiner, und die Themen der Kurse spezifischer - auch wenn ich selbst wenig Wahlmöglichkeiten hatte, auf Grund von schulischen Bestimmungen ( ich stieg nach meinem halben Jahr in Deutschland wieder in 10.2 ein). Trotzdem, der Unterricht hat Spaß gemacht, und als einzige Austauschschülerin vor Ort fand ich schnell Freunde, was oft schwer fällt, wenn man sich auch hier wieder in einer Bubble befindet.
Was ich für die Unterrichtswahl empfehlen kann: Die Sprachkurse, wenn man z.B. schon gutes Spanisch spricht, auch entsprechend hoch ansetzen, denn ein schlechtes System um Sprache beizubringen zieht sich wohl durch die Staaten, wie sich in Gesprächen mit Freunden zeigte.

Damit ich nicht zu sehr in Einzelheiten ausarte, jetzt zu meiner Familie, für die ich iE wirklich danken muss: Es war einfach toll, eine wunderbar ausgesuchte Familie, mit der ich ein erlebnisreiches halbes Jahr hatte! Leider kann ich wenig dazu berichten, wie sie ausgesucht wurden, aber dazu kann man sicher bei iE einiges erfragen.

Um meinen Bericht/ Bewertung abzuschließen: Mit iE zu reisen war für mich die richtige Entscheidung, und ich würde es wieder machen. Zwei Jahre nach mir flog meine Schwester mit einer anderen Organisation nach Neuseeland und hatte da ein tolles Jahr, aber in meiner Familie steht fest, dass die Vorbereitung und Betreeung mit iE als Organisation noch persönlicher und intensiver war. Ein Vorteil zu Neuseeland zB auch: Die amerikanischen Familien werden nicht bezahlt, was sicherlich doch noch die ein oder andere eher ungeeignete Familie aussortiert!
Die USA sind eben noch das klassische Austauschziel, aber auf keinen Fall Standard, denn hier macht man, wie überall anders ja auch, seine eigenen Erfahrungen, Erlebnisse, und Erinnerungen - die mich zum Beispiel bis heute noch formen!

In diesem Sinne auch ein Danke an alle, die mir das ermöglicht haben!