Wer träumt nicht davon, einmal ein Jahr im Ausland zu leben und zur Schule zu gehen? Ein Schüleraustausch ist eine tolle Möglichkeit, doch viele haben Angst, sie könnten kein Auslandsjahr machen, weil sie z.B. Rheuma, Diabetes, eine Laktoseintoleranz oder eine Tierhaarallergie haben. Vegetarier fürchten sich, sie müssten ihre Ernährung umstellen und Fleisch essen. Ist das überhaupt wahr oder kann man trotzdem einen Schüleraustausch machen?

Ist ein Schüleraustausch trotz dieser Einschränkungen möglich?

Also erst mal gibt es ein klares Ja, ein Schüleraustausch ist für alle, die ihn wollen, möglich. Wichtig ist dabei vor allem der Charakter, es wird eine gewisse Weltoffenheit gefordert, damit man im Gastland zurechtkommt. Wer hier in Deutschland mit Krankheiten, Allergien, etc. leben kann, kann das sicher auch anderswo auf der Welt, solange man sich entsprechend darauf vorbereitet.

Was muss ich unbedingt bei einem Schüleraustausch beachten, wenn ich eingeschränkt bin?

Wichtig ist, dass man in der Bewerbung alles angibt. Wenn also chronische Krankheiten und Allergien vorliegen, wenn man Vegetarier ist oder selbst wenn man nur bestimmte Sachen nicht gern isst, muss man das angeben. Denn nur so können die Organisationen eine Gastfamilie suchen, die z.B. entweder selbst vegetarisch ist oder bereit ist, für den Austauschschüler nur vegetarisch zu kochen. Wer so etwas nicht in der Bewerbung angibt muss damit rechnen, in der Gastfamilie nicht zu Recht zu kommen. Wichtig ist außerdem, sich möglichst frühzeitig zu bewerben, da so die Auswahl der Gastfamilien teils erheblich eingeschränkt ist und die Organisationen Probleme haben können, eine passende Familie zu finden. Es lohnt sich, vorab anzufragen, ob generell eine Chance gesehen wird und man sollte auch mehrere Organisationen für sein Auslandsjahr in Betracht ziehen.

Habe ich ein Recht auf den Schüleraustausch, auch wenn ich eingeschränkt bin?

Also ein einklagbares Recht auf einen Schüleraustausch hat niemand. Jede Organisation behält sich vor, Bewerber abzulehnen, weil sie sie für nicht vermittelbar oder für den Schüleraustausch gänzlich ungeeignet halten, was meist eher eine Charakterfrage ist. Es gibt Austauschorganisationen, die bei schwerwiegenden Einschränkungen die Schüler von vornherein ablehnen. Die meisten jedoch nehmen sie „unter Vorbehalt“ auf, d.h. es wird eine Gastfamilie gesucht und nur wenn diese gefunden wird, kann man den Schüleraustausch antreten. Gerade deswegen ist es wichtig, sich rechtzeitig zu bewerben. Jegliche Einschränkungen sind also kein Grund, den Traum vom Schüleraustausch aufzugeben, man muss sich nur rechtzeitig um einen Platz kümmern und in der Bewerbung offen und ehrlich sein.