X-CHANGE - Der Schüleraustausch Podcast | Folge 255 | 31.07.2026

#255 Q&A Thema im Ausland 🌍✈️ Wir beantworten eure Fragen

In der zweiten Q&A-Folge des Podcasts beantworten Malte und Malin eure drängendsten Fragen zum Auslandsjahr. Von der Premiere des alleine Fliegens über die Angst vor dem Zunehmen bis hin zu Fernbeziehungen, schwierigen Momenten, dem Eingewöhnen in eine völlig neue Umgebung und dem Thema Schüchternheit plus Sprachbarrieren – die beiden teilen ehrliche Erfahrungen, praktische Tipps und beruhigende Einsichten. Eine Folge, die zeigt, dass das Auslandsjahr weder perfekt noch Horror ist, sondern vor allem Wachstum.

Dieses Podcast wurde moderiert von:

Malin Nolte

Ehemalige Austauschschülerin & Stimme im Podcast-Team

Malin's Profil
Malte Hörtemöller

Vom Auslandsjahr in Paraguay zur Content-Produktion bei Schueleraustausch.net

Malte's Profil

Kapitelmarken

Themenübersicht: 00:00:00: Intro
00:00:45: Ist alleine Fliegen schwer?
00:04:44: Nimmt man im Auslandsjahr an Gewicht zu?
00:07:39: Klappt eine Fernbeziehung?
00:11:13: Was war das schlimmste Erlebnis im ALJ?
00:18:55: War es schwer, sich an die Gegend/Gewohnheiten im ALJ zu gewöhnen?
00:26:00: Kann man, wenn man schüchtern ist/kein Englisch kann, ein ALJ machen?
00:29:40: Fazit
00:30:09: Outro

Das Transkript ist aktuell nicht verfügbar.

Malte und Malin starten direkt mit einer der häufigsten Sorgen vieler zukünftiger Austauschschülerinnen und -schüler: Ist es schwierig, alleine zu fliegen? Beide können beruhigen. Für Malte war es sogar die doppelte Premiere – weder alleine noch Langstrecke war er vorher im Flieger unterwegs.

Dennoch empfand er den Flug nicht als große Hürde. Wer schon einmal mit der Deutschen Bahn zurecht gekommen ist, findet sich auch am Flughafen zurecht: Check-in, Sicherheit, Gate – der Ablauf ist überschaubar.

Besonders hilfreich war für ihn das Tragen des Organisations-Pullis. Am Flughafen Bremen half ihm genau dieses Erkennungszeichen, als sein Koffer zwei Kilo über dem Limit lag. Die Mitarbeitenden erkannten Malte als Austauschschüler und ließen den Koffer durchgehen.

Auch Malin, die schon einmal Langstrecke geflogen war, stand diesmal komplett auf sich allein gestellt da und kam bestens zurecht. Beide betonen: Man ist nie ganz allein. Zur Hochsaison trifft man am Flughafen viele andere Austauschschüler, und das Personal ist in der Regel freundlich und hilfsbereit. Im Zweifel einfach nachfragen – der Gedanke daran ist meistens schlimmer als die Realität.

Ein weiteres klassisches Thema: das Zunehmen im Auslandsjahr. Viele denken an amerikanisches Fast Food oder generell an andere Essgewohnheiten. Malin macht klar: Macht euch keine Sorgen.

Sie hat alles probiert, was sie in ihrem Schüleraustausch in Neuseeland kulinarisch zu bieten bekommen hatte – inklusive Fast Food in den Pausen – und hat nicht zugenommen.

Ein Grund: extrem viel Sport. Zwei Sportfächer in der Schule, fünfmal Training pro Woche plus freiwilliges Laufen - aber nicht mit dem Hintergedanken das Gewicht zu halten sondern einfach zum Spaß!

Malte war weniger sportlich unterwegs und hat durch die Kombination aus anderem Essen und vielen Stunden YouTube-Videos-Schneiden durchaus zugenommen. Gestört hat ihn das aber kaum.

Beide sind sich einig: Ein paar Kilo mehr oder weniger sind im Auslandsjahr völlig egal. Nach der Rückkehr oder sobald man wieder aktiver wird, reguliert sich das Gewicht meist von allein. Malte merkte das schon auf einer Brasilienreise, als er wieder mehr in Bewegung war.

Zum Thema Fernbeziehung berichten die beiden aus unterschiedlichen Perspektiven. Malin war selbst Single, hat aber beide Varianten bei Freundinnen erlebt – sowohl während des Auslandsjahres als auch danach.

Prinzipiell funktioniert es, solange man nicht dauernd am Handy hängt und dadurch das Erlebnis verpasst. Malte ging bewusst ohne Beziehung ins Jahr und rät, sich die Frage ehrlich zu stellen: Will man die Freiheit haben, sich voll auf das neue Leben einzulassen, oder ist die Beziehung so stabil, dass sie den Abstand aushält?

Er erzählt von einem Gespräch mit einer anderen deutschen Austauschschülerin, die später ihre Beziehung beendete – ohne dass er das beabsichtigt hätte. Wer eine starke Partnerschaft hat, muss sich nicht trennen. Wer unsicher ist, sollte abwägen. Für vertiefende Einblicke verweisen die beiden auf Folge #21 mit Jackie Alice und ein YouTube-Video von schueleraustausch.net über offene Fernbeziehungen.

Besonders ehrlich wird es beim schlimmsten Erlebnis. Beide relativieren sofort: „Schlimm“ ist oft eine Frage der Erwartungshaltung. Malte erinnert sich an ein unangenehmes Gespräch mit einem Mitarbeiter der Austauschorganisation nach seiner Brasilienreise. Der Mann machte abfällige Bemerkungen über dunkelhäutige Menschen. Malte fühlte sich in der Zwickmühle – er wollte nicht diskutieren, um die Austauschorganisation nicht zu verärgern, wollte aber auch nicht schweigen. Er sagte knapp, für ihn seien alle Menschen gleich, und ging. Bis heute ist er mit dieser Reaktion zufrieden.

Malin hatte einen Gastfamilienwechsel, einen gebrochenen Fuß und einen kurzen Streit mit Freunden, der sich als Missverständnis herausstellte.

Beide betonen: Perfekte Auslandsjahre gibt es nicht, Horror-Stories à la TikTok sind die Ausnahme. Unangenehme Situationen gehören dazu, man wächst daran und findet Lösungen – sei es ein Familienwechsel oder ein klärendes Gespräch. Wer mit realistischen Erwartungen reingeht, empfindet deutlich weniger als „schlimm“.

Die Gewöhnung an die neue Umgebung und den Lebensstil fällt unterschiedlich schwer. Malte fand den Alltag in der Gastfamilie und die grundlegenden Abläufe schnell überschaubar – vergleichbar mit einer längeren Übernachtung bei Freunden, nur ohne gemeinsame Sprache. Schwerer wog für ihn die sichtbare Armut in Paraguay und das Gefühl, nichts daran ändern zu können. Irgendwann akzeptierte er, dass das ein strukturelles Problem ist, und nahm gleichzeitig die große Zufriedenheit vieler Paraguayer mit.

Malin kam aus der Stadt und landete nach dem Familienwechsel in einem 500-Seelen-Dorf. Der raue, unkomplizierte Lifestyle, der Klatsch und Tratsch und die Tatsache, dass manche Ecken nachts besser gemieden werden sollten, waren gewöhnungsbedürftig. Nach drei bis vier Wochen hatte sie den Dreh raus und liebte die Vorteile: alles zu Fuß erreichbar, enge Gemeinschaft, entspanntes Tempo.

Abschließend die Frage, ob man auch als schüchterner Mensch mit schwachem Englisch (oder einer anderen Sprache) ein Auslandsjahr machen kann. Die Antwort beider ist ein klares Ja!

Malte war vorher schon eher extrovertiert, wurde aber noch offener. In Paraguay kam man als blonder, großer Deutscher oft von allein ins Gespräch. Die Sprache lernte er so intensiv, dass er im Abitur hohe Punkte in Spanisch erreichte – obwohl er vorher nur einen Unterkurs malinbelegt hatte.

Malin hatte vor allem Probleme mit Telefonaten und öffentlichem Sprechen; beides legte sich. Selbst wer kein Englisch kann, schafft es durch Immersion. Die Gastfamilien rechnen damit und kommunizieren anfangs auch wenn nötig mit Händen und Füßen. Offenheit ist wichtiger als von Anfang an extrovertiert zu sein oder perfekte Sprachkenntnisse.

Die Folge macht Mut, nimmt Ängste und zeigt gleichzeitig realistisch, was ein Auslandsjahr wirklich ist: eine intensive, wachstumsreiche Zeit mit Höhen und Tiefen – aber selten mit echten Katastrophen. Wer noch weitere Fragen hat, kann sich gerne auf unseren Social Media Kanälen melden.

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