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bewertete am 27.08.19 den "Schüleraustausch Kanada" mit American Institute For Foreign Study

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Vorbereitung

Die Vorabinformation durch AIFS war sehr umfassend, es wurde nichts dem Zufall überlassen. Beim Vorbereitungsseminar konnte man alle noch verbliebenen Fragen, die nicht die Formalitäten betrafen, loswerden und es wurde über negative wie positive Themen und Erfahrungswerte gesprochen. Außerdem war es super, die anderen AIFS-Austauschschüler kennenzulernen, sich mit ihnen auszutauschen und andere Deutsche zu treffen, die die gleiche Stadt als Ziel hatten, sodass man schon erste Freundschaften für die Zeit im Ausland knüpfen konnte.

Betreuung

Die Betreuung im Voraus war wie schon beschrieben sehr gut. Die Orientation Days mit AIFS in Toronto waren eine gut organisierte und tolle Erfahrung und für mich das Highlight des gesamten Austausches. Danach wurde die Verantwortung mehr oder weniger an den School District vor Ort abgegeben. Bei Problemen konnte ich mich zwar weiterhin an AIFS wenden, wurde dann aber an den School District weitergeleitet, was ja auch sinnvoll ist. Allerdings war meine Betreuerin vom School District nicht so der Hammer und hat meine Kritik/Probleme praktisch abprallen lassen, ganz nach dem Motto "Stell dich nicht so an". Davon war ich schon sehr enttäuscht.

Schule

Meine Schule war mit ca. 500 Schülern eher klein. Mich hat gestört, dass davon schon ca. 50 Austauschschüler waren, da die Kanadier dadurch wenig Interesse an den Internationals zeigten. Generell kann man sagen, dass das Niveau an kanadischen Schulen im Vergleich zum Gymnasium sehr niedrig ist, deswegen sollte man auf jeden Fall Kurse in höheren Jahrgängen oder kreative Fächer wählen! Insbesondere in den Fremdsprachen wie Spanisch, Französisch etc. sind die kanadischen Schüler deutlich schlechter, da diese Fächer dort in der Regel erst ab der achten Klasse unterrichtet werden.
Was mich außerdem gestört hat, war, dass man für alles gefühlte 3000 Jahre Zeit hatte. Durch das niedrige Niveau war ich immer sehr früh mit den Assignments fertig, ohne mich zu beeilen, sodass ich dann ewig nichts zu tun hatte. Immerhin war der Lehrer an unserer Schule, der für die Internationals zuständig war, wirklich sehr nett und stand uns allen immer mit Rat und Tat zur Seite.
Die Schule habe ich insgesamt wirklich als sehr langweilig und nervig empfunden und als ich erfahren habe, dass ein großer Teil des Programmpreises an den School District geht, habe ich das als sehr unangemessen empfunden. Man sollte wie gesagt auf jeden Fall kreative Kurse oder Kurse auf höherem Niveau wählen, damit es nicht so langweilig wird! Außerdem ist es sinnvoll, bei einem Sport-Team der Schule mitzumachen, um Kontakte zu knüpfen und an einigen Nachmittage ein festes "Programm" zu haben.

Familie

Ich hatte das große Glück, mit einer jüngeren Mexikaner in in einer Familie zu sein, die für mich trotz ihres südländischen Temperaments wie eine kleine Schwester war. Meine Gasteltern waren sehr nett, allerdings hat mein Gastvater meistens gearbeitet und mit meiner Gastmutter habe ich persönlich mich nicht ganz so gut verstanden. Sie konnte nicht so gut Englisch, was natürlich gerade für mich als Austauschschülerin blöd war, da ich ja auch mein Englisch verbessern wollte und man eben viel mit seiner Gastmutter redet. Es hört sich zwar komisch an, aber sie wollte mich mehr oder weniger fett füttern und hat ein Nein dann auch oft nicht akzeptiert. Das war bestimmt nur lieb gemeint, nahm aber echt schon anstrengende Ausmaße an und hat sich auch nicht gebessert, nachdem ich es angesprochen hatte. Außerdem hat meine Gastfamilie leider fast nie etwas gemeinsam unternommen und wenn, dann sind wir an einen Ort gefahren, kurz ausgestiegen, um ein Foto zu machen und dann direkt wieder zurückgefahren. Das fand ich immer ziemlich langweilig. Generell bin ich von zu Hause viel Zeit an der frischen Luft und Bewegung gewohnt, was mir in Kanada in der "Durchschnitsssiedlung" gefehlt hat, da man dort irgendwie gar keinen Grund hatte, rauszugehen bzw. draußen nichts zu tun hatte. Ich wäre z. B. auf einer Farm definitiv glücklicher geworden. Deswegen kann ich jedem nur raten, solche Wünsche wirklich ehrlich anzugeben. Bei der Anmeldung wollte ich bloß nicht zu anspruchsvoll sein, dazu kann ich im Nachhinein nur sagen, dass man da wirklich ehrlich sein sollte und bei den hohen Programmpreisen erst recht auch ehrlich sein darf! Außerdem ist es sinnvoll, sich vorher schon über Möglichkeiten, ein altes oder neues Hobby zu machen, zu informieren und das auch finanziell einzuplanen, damit es nicht langweilig wird und man schon von Anfang an Kontakte knüpft.

Also Fazit: Organisation (AIFS) super, im Programmpreisen enthaltene Schulgeld definitiv zu hoch und immer ehrlich zu sich selbst sein! Ich war nur drei Monate weg und würde im Nachhinein eine längere Programmdauer empfehlen, damit man sich wirklich fest einlebt und sich das Ganze auch lohnt, insbesondere wenn man dort Hobbys etc. macht.