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Alles rund um die High School in Kanada

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Das Schulsystem Kanada – Allgemeine Informationen

Einiges was du von amerikanischen Highschools vielleicht schon gehört hast oder kennst, wirst du auch an kanadischen Highschools wiederfinden, wie z.B. den einzigartigen „Highschool-Spirit“ oder die typischen Events wie „Prom“ und die sportlichen Wettkämpfe. In jedem Fall erwarten dich eine richtig gute Mischung aus hohem akademischen Anspruch und jede Menge Spaß beim Studieren/ Lernen. Und die Sprachbegeisterten unter Euch kommen auch nicht zu kurz, denn Kanada hat offiziell zwei Amtssprachen – Englisch und Französisch. Und so wird an den Highschools zusätzlich noch die Sprache als Fremdsprache angeboten, die in der jeweiligen Provinz nicht gesprochen wird. Das kanadische Schulsystem ist bekannt für sein hohes und anspruchsvolles Bildungsniveau und liegt im internationalen Vergleich auf höchster Qualitätsstufe. Ab dem 6. Lebensjahr besteht in Kanada eine Schulpflicht und die reguläre Schullaufzeit dauert 12 Jahre, außer in Quebec, da dauert sie 11 Jahre. In Kanada gibt es kein nationales Curriculum, also keinen nationalen Lehrplan. Die Entscheidung über den Lehrplan trifft jede Provinz selbstständig und dieser wird ganzheitlich innerhalb der Provinz angewendet. Jede staatliche Schule hat ihr eigenes Einzugsgebiet (catchment area) und die Schüler werden den Schulen wohnortbezogen zugewiesen. Sie können die Schulen nicht selbst wählen. Eine selbstständige Wahl ist nur auf Antrag in Einzelfällen möglich (cross boundary application). Eine weitere Ausnahme stellen private und konfessionelle Schulen, die unabhängig vom Wohnort gewählt werden dürfen, allerdings ist der Besuch einer solchen Schule mit beträchtlichen Kosten verbunden. Die meisten kanadischen Schüler besuchen die staatlichen Highschools. Es gibt auch private Highschools, die sich „Independent Schools“ nennen und gleichzeitig „Day- und Boarding Schools“ sind. Per Gesetz ist es in Kanada auch erlaubt, die Schüler im „Homeschooling“ zu unterrichten. Das ist ein großer Vorteil für die Schüler, die weiter außerhalb leben oder für die es körperlich schwierig ist, am Unterricht in der Schule teilzunehmen. Das Besondere am kanadischen Schulsystem ist die oft sehr gute technische und digitale Ausstattung und eine große Auswahl an Fächern an den Highschools, wie du sie so wahrscheinlich von den Schulen in Deutschland gar nicht kennst bzw. vieles auch erst an den Universitäten angeboten wird. An jeder Highschool stehen neben den Kursangeboten noch weitere Programmangebote zur Verfügung wie z. B. die „Extracurricular Activities“, ein „Advanced Placement Program“ oder ein „French Immersion Program“. Also langweilig wird es dir in Kanada ganz sicher nicht. Kanadische Schulklassen sind im Vergleich zu deutschen Schulklassen eher klein. Dadurch erfährst du natürlich auch eine viel persönlichere und vor allem auch individuellere Förderung. Apropos individuelle Förderung: In Kanada ist es ganz normal, dass alle Kinder, ob mit oder ohne besonderen Bedürfnissen, in der Schule gemeinsam lernen. Man könnte das in Deutschland mit einer Inklusionsklasse vergleichen, nur das in Kanada eben alle Schulklassen „Inklusionsklassen“ sind.

Die Schulformen in Kanada

Die Schulpflicht beginnt in Kanada mit dem 6. Lebensjahr. Einige Provinzen bieten eine Vorschulerziehung an, die „Pre-Elementary“ oder „Kindergarden“ genannt wird. Die „Pre-Elementary“ bzw. der „Kindergarden“ sind der Schule direkt angegliedert und bereits hier findet schon eine gezielte Förderung und Vorbereitung der 4 – 6-jährigen auf die Schule statt. So kann fast jedes Kind, dass in Kanada eingeschult wird, bereits schon lesen und schreiben. In Kanada triffst du auf 2 Schulformen – die Primary und die Secondary. Die 1. Schulform ist die „Elementary School“ Darauf folgt die 2. Schulform, die sich in „Junior High“ und “Senior High“ teilt. Die kanadische Highschool ist nicht, im Gegensatz zu den Schulen in Deutschland, in Haupt-, Realschule und Gymnasium unterteilt, sondern alle Schüler gehen auf eine gemeinsame Schule. Die weiterführenden Schulen, also die Highschools, sind zweizügig angelegt. Während der eine Zug auf eine praktische Ausbildung bzw. den Arbeitsmarkt vorbereitet, wird man im anderen Zug auf ein Studium an einer Universität vorbereitet. An den Schulen werden für eine intensivere Lehre in ausgewählten Fachbereichen „Advanced Placement Courses“ angeboten, die bereits schon auf die auf die Universität vorbereiten. Weiter bieten manche Schulen die Möglichkeit zur Vorbereitung auf einen internationalen Abschluss, dem IB Diploma (International Baccalaureate = Internationales Abitur) an.

Die Elementary School ( Primary School/ École primaire)

Die „Elementary School“ wird je nach der Amtssprache der jeweiligen Provinz auch „Primary School“ oder „École primaire“ genannt. Nach dem „Kindergarden“ werden die kanadischen Schüler mit 6 Jahren in die „Elementary School“ eingeschult und besuchen diese in der Regel 6 Jahre von der 1. Klassenstufe bis zur 6. Klassenstufe, in Kanada „Grade“ genannt. Die „Elementary School“ entspricht unserer Grundschule in Deutschland mit dem Unterschied, dass man die „Elementary School“ 6 Jahre und nicht nur 4 Jahre, wie die Grundschule in Deutschland besucht. Die Schüler der „Elementary School“ sind zwischen 6 und 11 Jahren alt.

Junior Highschool / Middle-School

Auf die „Elementary School“ folgt dann die „Junior Highschool“, die auch „Middle Highschool“ oder „Ecole secondaire“ genannt wird. Die „Junior-Highschool“ deckt „Grade 7-9“ ab und werden von den Schülern je nach Provinz 3-4 Jahre besucht. Die Schüler sind dann im Alter von 12-14 Jahren. Ab jetzt wird es spannend, denn ab Grade 7 dürfen die Schüler ihren Stundenplan selbst zusammenstellen. Auch du als Austauschschüler darfst dir deine Kurse selbst wählen und deinen Stundenplan zusammenstellen. Neben den klassischen Pflichtfächern Englisch, Mathematik und Geschichte gibt es ab der „Junior Highschool“ viele Wahlfächerangebote, die sich auch noch von Provinz zu Provinz unterscheiden können.

Senior-Highschool

Nach der „Junior Highschool“ besuchen die Schüler dann die „Senior Highschool“, oder auch „Senior Secondary“ oder „Cégep“ genannt. Ein Schulwechsel ist hier nicht notwendig, da in Kanada die „Junior High- School“ und die „Senior Highschool“ sich in der Regel auf/in der gleichen Schule befinden. Die „Senior Highschool“ deckt „Grade 10 – 12“ ab und die Schüler sind in der Regel 15 – 17 Jahre alt. Sie besuchen die „Senior High- School“, auch hier wieder je nach Provinz, 3 – 4 Jahre und schließen sie dann in der 12. Klasse mit ihrer Graduation, dem „Highschool Diploma“ ab. Um danach eine Zulassung an einer Universität zu erhalten, müssen die kanadischen Schüler während ihrer Highschool Zeit gehobene Kurse in Englisch, Französisch und Naturwissenschaften belegen.

Die Schulmodelle in Kanada

Das Schulmodell in Kanada ist von Provinz zu Provinz unterschiedlich. In den meisten Provinzen wird es aber einheitlich gehalten. Ausnahmen gibt es beispielsweise in Quebec, British Columbia, Yukon, Ontario und Manitoba. In den meisten Provinzen besuchst du 6 Jahre die „Elementary School“, anschließend gehst du 3 Jahre auf die „Junior Highschool“ und noch 3 Jahre auf die „Senior Highschool“ und schließt mit der 12. Klasse, also mit „Grade 12“ ab. In Quebec besuchst du die „Elementary School“ ebenfalls bis zur 6. Klassenstufe. Allerdings die weiterführende Schule, die „Secondary School“, wie sie in Quebec genannt wird, muss nur 5 Jahre besucht werden. Die weiterführende Schule wird in Quebec nicht in Junior- und Senior-High aufgeteilt, sondern wird durchgängig bis zur 11. Klassenstufe „Secondary School“ genannt und erhältst bereits schon im „Grade 11“ deinen Abschluss. In British Columbia, Yukon, Ontario und Manitoba sind es wieder 12 Schuljahre. Auch hier teilt man die weiterführenden Schulen nicht in Junior- und Senior-High auf, sondern belässt es durchgängig bei der Benennung „Secondary School“. Der Unterschied in diesen Provinzen zu den restlichen Provinzen und zu Quebec liegt hier in der Besuchsdauer der „Elementary School“. Während du in British Columbia und Yukon die „Elementary School“ 7 Jahre besuchst, dauert die „Elementary School“ in Ontario und Manitoba 8 Jahre.

Schularten Kanada

Kanadas Schulen gehören neben Neuseeland laut PISA Studie mit zu den besten Highschools weltweit. Auch ist es an manchen Privatschulen möglich, als internationaler Gastschüler an einem 2-jährigem Schulwahlprogramm teilzunehmen und ein internationales Abitur zu erhalten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass es viele Jugendliche, und dich vielleicht auch, in ihrem Auslandsjahr nach Kanada zieht, denn neben einer unsagbar schönen Natur und den multikulturellen Metropolen, erfährst du noch eine herausragende Schulbildung. Öffentliche/ Staatliche Schulen Kanada Die Schulausbildung wird in Kanada generell von Grade 1 bis Grade 12 durch öffentliche Mittel finanziert. Folglich besuchen 90 % der kanadischen Schüler eine öffentliche Schule, die in Kanada „Public High School“ genannt wird. Die Schule kann nicht frei gewählt werden, sondern wird vom Staat, abhängig vom Wohnort des Schülers, zugeteilt. Die kanadischen Schüler müssen an diesen Schulen keine Schulgebühren bezahlen. Anders sieht es aber bei internationalen Schülern aus. Ausländische Gastschüler müssen auch an den öffentlichen Schulen in Kanada ein Schulgeld zahlen und ihre Gastfamilien erhalten zudem einen Kostenzuschuss. Das erklärt auch, dass Highschool Programme in Kanada im Vergleich etwas kostenintensiver sind.

Privatschulen Kanada

Privatschulen und konfessionelle Schulen stellen in der Zuteilung des Schauplatzes eine Ausnahme dar. Anders als bei öffentlichen Schulen können Privatschulen und konfessionelle Schulen von kanadischen Schülern unabhängig vom Wohnort besucht werden. Allerdings ist der Besuch einer privaten Highschool in Kanada nicht ganz günstig. Sie verlangen oft eine hohe Schulgebühr. Im Großraum Vancouver beispielsweise liegen die Gebühren für den Besuch einer Privatschule zwischen $1000 – $1500 pro Monat und ist daher wohl nicht für jeden machbar. Konfessionelle Schulen dagegen sind etwas günstiger, verlangen aber oft nach einer Mitgliedschaft in einer entsprechenden Kirchengemeinschaft. Dafür findest du aber an den Privatschulen und konfessionellen Highschools einen sehr hohen Standard wieder. Materiell sind diese Highschools hervorragend ausgestattet, MAC Laptops sind nur ein Beispiel für den hohen Ausstattungsstandard, und du erhältst eine individuelle Förderung in deinem Auslandsjahr aufgrund entsprechend kleiner Klassen. An einigen Privatschulen hast du auch die Möglichkeit, ein internationales Abitur, das „IB-Diploma“ (International Baccalaureate) zu erwerben. Bedingung ist allerdings, dass du an einem 2-jährigen Programm teilnimmst. Da die Kurse für das internationale Abitur inhaltlich sehr anspruchsvoll sind, ist es auch notwendig, dass du zu schon zu Beginn über gute bis sehr gute Englischkenntnisse verfügst.

Internat/ Boarding School Kanada

Die kanadischen Boarding Schools bzw. Internate legen einen großen Wert auf ihren gehobenen Standard, die individuelle Förderung der Schüler, ihre Traditionen und Ethik. So findest du auch hier eine erstklassige materielle Ausstattung an den High- Schools, aber auch ein gutes emotionales Lernumfeld. dich erwartet an einer kanadischen Boarding School ein anspruchsvolles akademisches und sportliches, aber vor allem auch außerschulisches Programm – lernen in der Natur. Die Kurse sind in der Regel recht klein, so dass du eine maximale Förderung erfährst. So macht das Lernen erst richtig Spaß. Wenn du also ein besonders leistungsstarker und motivierter Schüler bist und gute bis sehr gute Noten nicht nur in Englisch hast, könnte diese Schulart perfekt für dich sein. Für diejenigen, die gerne aufgrund des hohen Niveaus und Anspruchs eine Boarding School in ihrem Auslandsjahr besuchen wollen, aber nicht unbedingt in einem Internat leben und schlafen möchten, bieten Veranstalter auch Schulwahlprogramme an, wo man tagsüber die Boarding School besucht, aber dennoch das Leben und den Alltag in einer Gastfamilie verbringen kann.

Homeschooling in Kanada

Neben den bisher genannten Schularten, gibt es in Kanada offiziell auch die Möglichkeit des „Homeschooling“. Hier werden die Schüler direkt zuhause von den Eltern oder Tutoren unterrichtet. Das „Homeschooling“ wird zumeist von Familien genutzt, deren Kinder gesundheitliche Beeinträchtigungen oder spezielle Bedürfnisse haben oder die Familien auch zu weit in einer abgelegenen Gegend in Kanada leben. Ein typischer Homeschoolingtag ist klar strukturiert und beginnt meist gegen 10 Uhr morgens und endet gegen 15 Uhr. Homeschooling ist in jeder Provinz Kanadas erlaubt, aber jede Provinz hat ihr eigenes Bildungsgesetz und ihre eigenen Regelungen dazu. Diese unterscheiden sich auch voneinander.

Aufbau eines Schuljahres in Kanada

Das kanadische Schuljahr ist in 2 Semester aufgeteilt. Nur ganz wenige Schulen in Kanada gliedern das Schuljahr in ein Trimester und die meisten davon sind bereits Universitäten. Das 1. Schulhalbjahr beginnt im September, in der Regel am 1. Dienstag im Monat, und endet mit den Weihnachtsferien. Ende Januar/ Anfang Februar beginnt dann das 2. Schulhalbjahr, welches im Juni endet. Die Ferienzeiten sind ähnlich wie bei uns in Deutschland. An Weihnachten, im Frühling, im Sommer und im Herbst sind Ferien angesagt. Ein kleiner Hinweis: Wenn du dich für eine Unterkunft an einer Boarding School entscheiden, solltest du mit deiner Organisation und deiner Gastschule klären, was du während den Ferienzeiten machen kannst, denn in der Regel kann man nicht in den Internaten bleiben, da diese in den Ferienzeiten schließen.
Die meisten Schulen haben 2 Wochen Weihnachtsferien, 2 Wochen Frühlingsferien im März, 2 Monate Sommerferien zwischen Juni und August und 2 Wochen Herbstferien im Oktober. Dazu gibt es noch etliche Feiertage in Kanada, an denen schulfrei ist. Eine gute Gelegenheit, Land und Leute noch besser kennenzulernen. Plane doch zusammen mit deiner Gastfamilie oder deinen neuen Freunden Ausflüge z. B. mit dem Kajak durch die einzigartige Natur Kanadas paddeln, Städtetouren oder zu einem Eishockeyspiel der Montreal Canadians, der Edmonton Oilers oder der Winnipeg Jets.

Schulalltag und Stundenplan an einer kanadischen Highschool

Der kanadische Schulalltag, das wird dich jetzt freuen, beginnt erst zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr und dauert, aufgrund, dass in Kanada alle Schulen Ganztagsschulen sind, bis 15.30 Uhr. Das liegt zum einen an den Sportkursen, die teilweise noch vor Unterrichtsbeginn angeboten werden, aber auch daran, dass alle Schüler pünktlich im Unterricht sein sollen und jeder ausreichend Zeit für seinen Schulweg hat – ob langer oder kurzer Weg. Gefrühstückt wird vor der Schule zuhause bei deiner Gastfamilie. Anschließend wirst du, wenn deine Schule nicht zu Fuß zu erreichen ist, von einem gelben Schulbus, wie in den USA, abgeholt und zur Schule gebracht. In der Schule angekommen, melden sich alle Schüler im „Homeroom“ an. Den „Homeroom“ bitte nicht mit einem Klassenzimmer in Deutschland vergleichen, denn das ist er nicht. Er ist quasi vielmehr ein „Lehrerzimmer“, allerdings nur für einen bestimmten festen Lehrer. Hier musst du jeden Morgen zusammen mit deinen Mitschülern deine Anwesenheit registrieren lassen. Anschließend wird miteinander die kanadische Nationalhymne „Oh Canada“ auf Englisch oder Französisch gesungen. Nachdem gemeinsamen Gebet kann nun der Unterricht beginnen. Der Unterricht findet in Doppelstunden statt, in denen jeweils ein Fach unterrichtet wird. Zwischen den Doppelstunden ist eine „kleine Pause“, die oftmals aber nicht dazu dient auf den Schulhof zu gehen und zu entspannen, sondern dem Wechsel der Klassenräume. Da diese „kleinen Pausenzeiten“ manchmal recht kurz sein können, solltest du besser nicht trödeln. Die Doppelstunden selbst dauern zwischen 70 und 85 Minuten. In der Mittagspause kannst du dann auf dem Schulhof entweder dein mitgebrachtes Lunch essen oder du gehst mit anderen zusammen in die Schul-Cafeteria und holst dir dort etwas zu Mittagessen. Nach dem Unterricht rennen die Schüler nicht gleich nach Hause, wie wir es aus Deutschland kennen. Aufgrund des attraktiven und großen Angebots von Freizeitaktivitäten an den kanadischen Highschools, die sogenannten „Extracurricular Activities“, bleiben die Schüler gerne vor Ort und verbringen mit Sport, Musik oder anderen tollen Angeboten zusammen ihre Freizeit. Das schweißt zusammen! Und nun kannst du dir sicher auch gut vorstellen, wie der coole „Highschool Spirit“ und die große Verbundenheit der kanadischen Schüler zu ihrer Schule entstehen. Hinzu kommt, dass durch die kleinen Klassengrößen alles ein wenig persönlicher und vertrauter ist, als du es vielleicht aus deiner Klasse in Deutschland kennst und auch die Lehrer immer ein offenes Ohr haben und zum „Team“ gehören. dein Stundenplan teilt sich in 4 „periods“ auf. „Periods“, so nennt man an kanadischen Highschools die Unterrichtsblöcke/ Doppelstunden. Die „periods“ ermöglichen ein intensiveres Lernen und kommen auch gerade bei Austauschschülern sehr gut an. Die kanadischen Highschools sind in der Regel Ganztagsschulen und der Unterricht beginnt zwischen 8.30 Uhr und 9.00 Uhr und endet gegen 15.30 Uhr am Nachmittag. Kanadische Highschools bieten dir neben den Leistungsfächern auch eine große Auswahl an Wahlfächern und für nach dem Unterricht noch eine große Auswahl an Freizeitspaß. Anders als in Deutschland, trifft man sich in Kanada nicht nach dem Unterricht außerhalb der Schule für gemeinsame Freizeitaktivitäten, sondern bleibt gleich in der Schule, denn das Angebot an Freizeitaktivitäten, die “Extracurricular Activities“ an den Highschools ist so facettenreich und bunt, dass für jeden etwas dabei ist und sicher auch für dich. Die kanadischen Highschools sind der kulturellen Mittelpunkt in ihrer Region und die Schüler verbringen dort ihren ganzen Tag. Abends oder am Wochenende finden Sportwettkämpfe zwischen den Schulen aus der Region statt. Hier wirst du dann den wahren „Highschool Spirit“ spüren, wenn du zusammen mit deinen Freunden auf der Tribüne Euer Team anfeuern wirst. Und du wirst es nicht mehr missen wollen, versprochen! Aber nun zurück zum Stundenplan. Eine Mittagspause hast du natürlich auch. Allerdings sind die Zeiten von Schule zu Schule unterschiedlich. Aber man kann sagen, dass die Mittagspausen meist in die Zeit von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr gelegt werden. Während der Mittagspause werden auch einige Clubaktivitäten angeboten, die du wahrnehmen kannst. Die meisten Club- Angebote finden aber erst nach Unterrichtsschluss statt.

Extracurricular Activities

Die „Extracurricular Activities“, also die außerschulischen Aktivitäten, bieten dir eine Menge Freizeitspaß und sind eine sehr gute Gelegenheit, schnell neue Freunde zu finden und dich schnell mit der kanadischen Mentalität und Kultur vertraut zu machen. dir stehen eine Menge Aktivitäten zur Auswahl und du wirst erstaunt sein, was du alles machen kannst. Es ist wirklich für jeden etwas dabei. Bist du Musiker? Dann kannst du im Chor singen oder in der Band die Gitarre rocken. du möchtest dich einmal als Schauspieler ausprobieren? Dann wäre der Drama-Club vielleicht das Richtige für dich oder du zeigst dein schauspielerisches Gesangstalent in einem Schulmusical auf der Bühne. Ach so, du bist eher der sportliche Typ? Kein Problem. Sport wird in Kanada großgeschrieben und so findest du neben den Nationalsportarten wie Lacrosse und Eishockey, noch weitere viele tolle Angebote wie Surfen, Segeln, Klettern, Kanu fahren, Ski, Curling, Soft- und Baseball und weitere Mannschaftssportarten. Die Sportangebote wechseln je nach Jahreszeit und werden nicht alle ganzjährig angeboten. Solltest du in deinem Auslandsjahr also vorhaben, eine bestimmte Sportart das ganze Jahr auszuüben, so sprich vorab mit deiner Organisation, ob deine gewählte Schule dies anbietet. Darüber hinaus findest du noch Debattier- und Schach-Clubs, Yoga und Environmental Clubs. Im Übrigen nennt man die „Clubs“ an kanadischen Highschools auch „Societies“. Da die kanadischen Schüler sich stark mit ihrer Highschool identifizieren und es ihnen sehr wichtig ist, ein Teil dieser schulischen Gemeinschaft zu sein, ist auch die Teilnahme an den „Extracurricular Activities“ sehr groß. Also die beste Gelegenheit für dich, dich ganz viel auszuprobieren und tolle Freundschaften zu knüpfen.

Das kanadische Notensystem

Wie auch an den Highschools in den USA, werden an den kanadischen Highschools keine Zahlen als Schulnoten vergeben, sondern die Noten werden nach dem Buchstabensystem A - F verteilt, wobei der Buchstabe „E“ übersprungen wird. Für eine genauere Benotung können die Buchstaben mit einem „+“ oder „-“ ergänzt werden. Und so setzt sich das kanadische Notensystem zusammen:

  • A >= 90 % (sehr gut)
  • B >= 80 % (gut)
  • C >= 70 % (befriedigend)
  • D >= 60 % (bestanden)
  • F < 60 % (nicht bestanden)

Schuluniform an kanadischen Schulen

Was ziehe ich heute bloß wieder an? Eine Frage, die du dir sicher auch schon morgens vor der Schule gestellt hast. Die Antwort auf diese Frage wird dir in deinem Auslandsjahr in Kanada definitiv leichtfallen. Eine Schuluniform ist im Allgemeinen nur an privaten Highschools in Kanada Pflicht. Es gibt wenige öffentliche Schulen, an denen das Tragen einer Schuluniform Pflicht ist, dennoch herrscht an den öffentlichen Schulen ein „strenger Dresscode“, an den du dich unbedingt halten solltest. Dieser „Dresscode“ schreibt dir vor, was du an einem Schultag tragen darfst, was aber auch nicht. Dazu gehören neben der Kleidung auch Schmuck, Make-up und ja, auch Tattoos. Besuchst du also eine private Highschool in Kanada, dann wirst du definitiv eine Schuluniform tragen und mit Zusatzkosten für die Uniform rechnen müssen. Die Schuluniform ist wie in England den Schulfarben angepasst und zeigt klar auf, zu welcher Schule du gehörst. du kannst zwischen Rock oder Hose und saisonbedingt zwischen Shirts, Pullover und Blazer wählen.

Dresscode – was darf, was nicht

Den „Dresscode“ bzw. die Kleiderordnung kann sich von Schule zu Schule unterscheiden und ist in der Schulordnung verankert. Wenn du also wissen möchtest, was auf dich zukommt, schaue dir einfach einmal die Homepage der Schule an oder frage direkt in deiner Organisation nach. Es gibt kanadische Highschools, die das Thema eher locker angehen, aber auch Highschools, die das Thema recht streng behandeln und bei Nichtbeachtung der Regeln Maßnahmen ergreifen. Eine Maßnahme beispielsweise kann sein, dass man ein großes Schulshirt erhält, dass den ganzen Schultag über getragen werden muss. Also wenn du vermeiden möchtest, gleich zu Anfang negativ aufzufallen, solltest du dich schlau machen, was an deiner Gastschule so angesagt ist und was nicht. Die Dresscodes an den kanadischen Highschools schreiben klar vor, welche Kleidung, Schuhe, Schmuck inklusive Piercings, Tattoos, Frisuren und Make-up getragen werden dürfen. Nun, Tattoos, lassen sich natürlich nicht einfach mal so ablegen wie Schmuck. Notfalls musst du diese mit Kleidung abdecken, auch im Sommer, wenn es warm sein sollte. Was zum Beispiel gar nicht gerne an kanadischen Highschools gesehen wird sind bestimmte Aufdrucke auf Shirts, die Gewalt und Drogen verherrlichen oder eine politische Botschaft beinhalten. Flip-Flops und Hausschuhe sind tabu, besser sind Sneakers oder andere Arten von Schnürschuhen. Wenn du gerne Basecaps trägst oder auch im Winter an kalten Tagen andere Kopfbedeckungen, so solltest du die vor Betreten des Schulgebäudes höflicherweise abziehen. Tabu ist auch zu viel Haut zu zeigen, weite Tops und bauchfreie Oberteile. Die Unterwäsche sollte generell nicht zu sehen sein, z. B. bei einem durchsichtigen Oberteil.

Welche Fächer werden gelehrt?

Tourismus, Digitale Medien, Office-Management, Drama, Reiten oder doch lieber Lacrosse? Diese und noch viele andere Fächer kannst du in deinem Auslandsjahr an deiner Highschool in Kanada wählen und dir deinen Stundenplan zusammenstellen. Viele dieser Angebote würdest du in Deutschland frühestens an der Universität oder in deiner Berufsausbildung angeboten bekommen, daher nutze deine Chance jetzt und probiere dich aus. Pflichtfächer sind in der Regel Mathematik, Englisch, Naturwissenschaften und Geschichte. Daneben bietet jede Provinz verschiedene Wahlfächer an. du kannst neue Fremdsprachen wie z. B. Mandarin oder Italienisch lernen oder dein Französisch vertiefen. Da Kanada offiziell zweisprachig (englisch/ französisch) ist, ist in allen Provinzen die jeweils dort nicht gesprochene Sprache die 1. Fremdsprache. An einigen Schulen in Kanada kannst du sogar an einem „French Immersion Program“ teilnehmen. du findest aber auch eine reiche Auswahl an berufsbezogenen Fächern wie z. B. Journalismus, Web Design oder Digital Arts und auch praktisch orientierte Fächer wie Handwerken, Buchhaltung oder Programmierung. Bis auf wenige Ausnahmen praktizieren fast alle Schulen das Semester-System. Beim Semester-System belegst du pro Semester vier Fächer. Bleibst du also ein ganzes Schuljahr in Kanada, wirst du 8 Fächer wählen können. Natürlich musst du auch einige Pflichtfächer belegen. aber dazu kommen noch die „Electives“, die Wahlfächer. Bei der Auswahl und Zusammenstellung deines Stundenplans wird dir ein „Guidance Counselor“ zur Seite stehen. du musst 2 Hauptfächer aus den Pflichtbereichen Mathematik, Naturwissenschaften, Englisch und Geschichte wählen. Dazu kommen dann noch 2 Electives, die du frei wählen kannst. Für Schüler mit sehr guten Leistungen oder ausgeprägten Begabungen gibt es an vielen Highschools auch noch universitätsvorbereitende „Advanced Placement Programs“. Zu jedem Semesterende werden Abschlußprüfungen geschrieben, die „Final Exams“ und du erhältst 2-mal pro Halbjahr/ Semester ein Zeugnis, die „Report Card“.

Advanced Placement Program (AP)

Das „Advanced Placement Program“ ist für Schüler gedacht, die sehr gute Leistungen erbringen und/ oder eine ausgeprägte Begabung in einzelnen Bereichen haben. Das Programm ist sehr anspruchsvoll und dauert 2 Jahre. Eine Teilnahme an diesem Programm ist nur möglich, wenn der Lehrer eine Empfehlung ausspricht oder ein Leistungstest erfolgreich bestanden wurde. Der Schwierigkeitsgrad dieser Kurse ist dem der Kurse eines Colleges gleichzustellen und am Ende des Programms steht auch hier wieder eine Prüfung an. Übrigens haben Austauschschüler sehr gute Chancen, an einem Advanced Placement Programm teilzunehmen, sofern die Highschool es anbietet.

French Immersion Program

Auf Highschools, die ein „French Immersion Program“ anbieten, ist die allgemeine Unterrichtssprache zwar Englisch, aber viele Fächer werden bilingual unterrichtet, also auf Französisch. Wenn du also bereits Französischunterricht nimmst, an deiner Schule oder in deiner Freizeit, dann könnte das etwas für dich sein. Da die Nachfrage nach diesem Programm groß und die Anzahl der freien Plätze begrenzt ist, werden die Plätze meist per Losverfahren vergeben. Grundsätzlich ist es auch für Austauschschüler möglich, am „French Immersion Program“ teilzunehmen und wenn du dich dafür interessiert, solltest du dich frühzeitig um die Anfrage zur Teilnahme kümmern.

Dein Schulweg

Du kennst sie sicher aus den USA – die schönen urigen gelben Schulbusse. Auch in Kanada wirst du diese wiederfinden. Wenn deine Schule nicht gerade zu Fuß erreichbar sein wird, wird das wohl dein Transportfahrzeug zur Schule und wieder zurück werden. Vielleicht bittest du am Anfang deine Gasteltern darum, dir einmal alles zu zeigen, wo der Bus dich morgens abholt und dich auch wieder nach Hause bringt. Aber vielleicht hast du auch Gastgeschwister, die mit dir zusammen mit dem Schulbus zur Highschool fahren. Manche Austauschschüler werden auch von ihren Gasteltern zur Schule gebracht und auch wieder abgeholt.

Sicherheit an Highschools in Kanada

Kanada gilt als ein sehr sicheres Land, vergleicht man es mit anderen Ländern dieser Welt. Die Kriminalitätsrate ist nicht sehr hoch und das Waffengesetz ist strenger geregelt, als wir es aus den USA im Allgemeinen kennen. Aufgrund diesen Aspekts in einem so sicheren Land zu leben und der herzlichen Offenheit der Kanadier, kommt es auch schon mal vor, dass die Kanadier ihre Haustüren nicht abschließen. In Großstädten und touristischen Zentren kann es allerdings schon mal zu Taschen- oder Gepäckdiebstählen kommen. Aber das kennen wir auch aus anderen Ländern und auch aus Deutschlands größeren Städten mit viel Menschenzulauf. Hier heißt es eben aufpassen und sich an die Sicherheitshinweise deiner Austauschorganisation halten. Über die Sicherheit an den kanadischen Highschools ist nur wenig Information im Internet zu finden, was wahrscheinlich daran liegt, dass Kanada wirklich ein sicheres und auch politisch stabiles Land ist. Wenn du dir bereits schon eine Highschool vorausgewählt und Bedenken oder Fragen zur Sicherheit an dieser Highschool hast, wende dich vertrauensvoll an deine Austauschorganisation, die dir hier sicher deine Fragen beantworten kann.

Anerkannte Abschlussmöglichkeiten in Kanada

In Kanada gibt es 2 Möglichkeiten für einen in Deutschland, bzw. international anerkannten Schulabschluss. Es gibt den nationalen Schulabschluss, das „Secondary School Diploma“, das auch in manchen Regionen „Dogwood Diploma“ genannt wird und nur in bestimmten Regionen in Kanada internationale Anerkennung findet, zum anderen steht dir aber auch in Kanada mit einem Schulwahlprogramm die Möglichkeit offen, das international anerkannte „International Baccalaureate Diploma“ zu erlangen.

Secondary School Diploma

In Kanada kannst Du den nationalen Schulabschluss an privaten und staatlichen Schulen absolvieren, wobei du aber wissen solltest, dass es sich erstmal nur um einen national anerkannten Schulabschluss handelt. Einzig wenn du diesen Abschluss in der Provinz Ontario oder Quebec machst, kann unter bestimmten Bedingungen dein „Ontario Secondary School Diploma“ bzw. in Quebec das „Diplôme d’Études Collégiales“ in Deutschland anerkannt werden. Abschlüsse aus anderen Provinzen in Kanada berechtigen nicht zu einem uneingeschränkten Hochschulzugang und das Risiko, später nicht an der von dir gewünschten Hochschule angenommen zu werden ist groß. Daher solltest du vor deinem Start ins Schulwahlprogramm Kanada die entsprechende Hochschule deiner Wahl kontaktieren und mit ihnen die Rahmenbedingungen für eine Aufnahme mit einem im Ausland erworbenen Schulabschluss besprechen. Auch findest du weitere Informationen zu Schulabschlüssen in Kanada und ihre Anerkennung in Deutschland auf dem Infoportal der Kultusministerkonferenz (KMK). International Baccalaureate Wenn du sichergehen möchtest, dass dein Schulabschluss international Anerkennung findet und du weltweit studieren kannst, dann ist das „International Baccalaureate Diploma“ der richtige Weg für dich. Wenn du das International Baccalaureate Diploma anstrebst, gehst du nach der 10. Klasse für 2 Jahre an eine kanadische Highschool, die zu den weltweiten IB World Schools gehört und Kurse auf IB-Level anbietet. In Kanada hast du sogar die Möglichkeit an einer öffentlichen Highschool deinen Schulabschluss zu erhalten und bist nicht, wie in manchen anderen Ländern an teure Privatschulen mit hohem Schulgeld gebunden. Das IB Programm ist länderübergreifend ein anspruchsvolles Programm auf hohem akademischen Niveau. Also solltest du zu Beginn schon recht gut die englische Sprache beherrschen, damit du nicht den Anschluss verlierst. Hast du am Ende alle Bedingungen erfüllt, erhältst du das begehrte Diplom und kannst weltweit studieren, sogar an Elite-Universitäten. Aber du weiß, allem Erfolg geht eine gute Vorbereitung voraus und so ist es auch hier. Solltest du dir nicht sicher sein, was die richtige Entscheidung für dich ist, spreche mit deinen Ansprechpartnern in der Organisation, mache dich schlau auf den Informationsseiten der Kultusministerkonferenz und kontaktiere die Universität, an der du anschließend studieren möchtest. Denn wenn dir klar ist, was von dir gefordert wird, wird auch die Wahl der Schule und der Fächer im Schulwahlprogramm Kanada dir leichter fallen.

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