Werden Gastfamilien für einen Schüleraustausch bezahlt?

Ob eine Gastfamilie für den Schüleraustausch bezahlt wird, ist von Land zu Land und Organisation zu Organisation unterschiedlich. Generell lässt sich sagen, dass die meisten Gastfamilien keine Bezahlung bekommen. Welche Ausnahmen es gibt und wie eine finanzielle Vergütung für Gastfamilien aussehen kann, erfährst du hier.

Regelung in den meisten Gastländern

Gastfamilien werden in einem Großteil der Gastländer, so auch in den USA nicht für die Aufnahme von Austauschschüler/innen bezahlt. Sie nehmen freiwillig und unentgeltlich am Austauschprogramm teil. Sie verdienen nichts an den aufgenommenen Gastschüler/innen. Es sind also keine finanziellen Beweggründe, die eine Gastfamilie zur Aufnahme eines/r Schüler/in hat.

Ähnlich wie dir als Schüler/in, geht es auch der Gastfamilie darum, eine andere Kultur kennenzulernen, etwas über die eigene Kultur zu vermitteln und ein kleines Abenteuer zu erleben. Manche Gastfamilien haben vielleicht auch Vorfahren oder Verwandte in Deutschland und interessieren sich deshalb besonders für die Kultur.

Ausnahmen von der Regel

Von dieser Regel gibt es jedoch ein paar wenige Ausnahmen. In Gastländern, in denen die Lebenshaltungskosten sehr hoch sind, erhalten die Gastfamilien zum Teil eine Aufwandsentschädigung, wenn sie eine/n Austauschschüler/in aufnehmen.

Das ist zum Beispiel in Großbritannien, Irland und Kanada der Fall. Dort erhalten Gastfamilien meist einen sogenannten „monthly food grant“, das heißt eine finanzielle Unterstützung für Lebensmittel. Damit wird ein Teil der Mehrkosten, die durch den/die Gastschüler/in entstehen, ausgeglichen.

Diese finanzielle Unterstützung ist sinnvoll, damit Familien nicht aus finanziellen Gründen vor der Aufnahme eines/r Austauschschüler/in zurückschrecken. Von einer „Bezahlung“ im engeren Sinne kann man dabei allerdings nicht sprechen.

Sonderfälle

In wenigen Ausnahmefällen – und jeweils in Abhängigkeit von Gastland und Austauschorganisation – erhalten Gastfamilien eine Bezahlung. Insbesondere in Australien und Neuseeland gibt es eine Reihe von Austauschprogrammen, die Gastfamilien eine Bezahlung für die Aufnahme von Gastschüler/innen anbieten.

Dabei kann es sich um bis zu 600€ pro Monat handeln. Je nach Organisation schwanken die Beträge jedoch erheblich. Zudem gibt es auch dort Austauschprogramme, die den Gastfamilien nur eine Aufwandsentschädigung von unter 150€ im Monat garantieren.

Wer sicher sein will, fragt am besten direkt bei der Austauschorganisation nach. International bekommen aber die meisten der Gastfamilien keine oder nur eine sehr geringe finanzielle Unterstützung.

Wenn sie diese doch bekommen, liegt das zumeist an den hohen Lebenskosten im Gastland.

FAQ – Werden Gastfamilien bezahlt?

Werden Gastfamilien für die Aufnahme von Austauschschüler:innen bezahlt?
In Deutschland erhalten klassische Gastfamilien für Schüleraustauschprogramme in der Regel kein Geld für die Aufnahme eines Austauschschülers. Sie machen es freiwillig, weil sie Interesse an kulturellem Austausch haben und Freude daran finden, jungen Menschen einen Einblick in ihren Alltag zu geben. Der Schüleraustausch soll auf Gastfreundschaft und gegenseitigem Lernen basieren – nicht auf finanziellen Motiven.
Warum entscheidet sich eine Gastfamilie ohne Bezahlung dafür, jemanden aufzunehmen?
Viele Familien möchten einer Austauschschülerin oder einem Austauschschüler eine bereichernde Zeit ermöglichen und selbst eine neue Kultur kennenlernen. Der Austausch wird als gegenseitiger Gewinn gesehen: Die Gastfamilie öffnet ihr Zuhause und bekommt dafür Einblicke in eine andere Lebensweise, eine neue Sprache und internationale Freundschaften. Viele Familien berichten später, dass der Austausch eine der schönsten Erfahrungen war, auch ganz ohne Bezahlung.
Gibt es Länder, in denen Gastfamilien doch bezahlt werden?
Ja, in einigen Ländern – vor allem außerhalb Europas – erhalten Gastfamilien eine Aufwandsentschädigung. Diese soll allerdings nicht als „Bezahlung“ im eigentlichen Sinne verstanden werden, sondern als Unterstützung für zusätzliche Ausgaben wie Essen, Transport oder Schulmaterial. In Deutschland ist dieses Modell jedoch nicht üblich, weil Gastfamilien hier ausschließlich aus idealistischen Gründen Gastgeber werden sollen.
Warum werden Gastfamilien in Deutschland nicht bezahlt?
Der Grundgedanke des Schüleraustauschs in Deutschland basiert auf Freiwilligkeit und interkultureller Offenheit. Wenn Gastfamilien bezahlt würden, könnte das Misstrauen gegenüber ihren Beweggründen wecken oder den Eindruck erwecken, dass finanzielle Interessen im Vordergrund stehen. Durch den freiwilligen Charakter stellt man sicher, dass die Familien wirklich aus Überzeugung teilnehmen und ein echtes Interesse am Austausch haben.
Wer bezahlt dann für Unterkunft, Betreuung und Programm?
Die Kosten für den Schüleraustausch zahlt nicht die Gastfamilie, sondern die Teilnehmer:innen bzw. deren Eltern. Der Programmpreis umfasst normalerweise die Betreuung, organisatorische Unterstützung, Versicherungen und viele weitere Leistungen. Die Gastfamilie erhält davon nichts und trägt ihre Entscheidung, jemanden aufzunehmen, freiwillig.
Bekommen Gastfamilien irgendeine Art Unterstützung?
Auch wenn sie nicht bezahlt werden, stehen Gastfamilien nicht allein da. Austauschorganisationen unterstützen sie bei Fragen zum Ablauf, zum kulturellen Miteinander oder bei Problemen im Alltag. Manche Organisationen bieten Willkommensmaterial oder kleine Aufmerksamkeiten an. Die wichtigste „Belohnung“ bleibt jedoch die persönliche Erfahrung und die enge Bindung, die oft über viele Jahre hinweg bestehen bleibt.
Wie stellt man sicher, dass Gastfamilien geeignete Gastgeber sind?
Jede Gastfamilie durchläuft vor der Aufnahme eines Austauschschülers einen mehrstufigen Bewerbungsprozess. Dazu gehören Hausbesuche, Gespräche, Hintergrundchecks und persönliche Angaben zu Alltag, Hobbys und Lebenssituation. Dadurch wird gewährleistet, dass die Familie gut geeignet ist, offen kommuniziert und ein stabiles Umfeld bietet. Diese sorgfältige Auswahl ersetzt jede Form der Bezahlung und sorgt dafür, dass die Motivation authentisch bleibt.
Warum ist der freiwillige Charakter für Austauschschüler:innen wichtig?
Wenn Gastfamilien nicht wegen des Geldes, sondern aus innerer Überzeugung teilnehmen, fördert das eine warmherzige Atmosphäre. Schüler:innen erleben dadurch echte Gastfreundschaft und eine natürliche Aufnahme in den Familienalltag. Das erleichtert das Einleben, stärkt das Vertrauen und sorgt für ein harmonisches Zusammenleben.
Kann eine Gastfamilie trotzdem Ausgaben haben?
Ja, es können zusätzliche Kosten im Alltag entstehen – zum Beispiel für Lebensmittel oder kleinere Freizeitaktivitäten. Diese Kosten trägt die Gastfamilie freiwillig, weil sie sich bewusst dafür entschieden hat, einen Austauschschüler aufzunehmen. Größere Ausgaben, wie spezielle Reisen oder Freizeitaktivitäten, werden in der Regel mit der Gastfamilie abgesprochen und von dir bzw. deinen Eltern selbst übernommen.
Wie können Schüler:innen ihrer Gastfamilie etwas zurückgeben?
Du kannst deine Gastfamilie nicht finanziell „entlasten“, aber du kannst ihnen viel Wertvolles zurückgeben: Respekt, Offenheit, Beteiligung am Familienleben und kleine Gesten der Dankbarkeit. Viele Austauschschüler:innen kochen beispielsweise ein Gericht aus ihrem Heimatland, helfen im Haushalt oder organisieren gemeinsame Aktivitäten. Solche Gesten stärken die Beziehung und zeigen, dass du die Gastfreundschaft wirklich schätzt.

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