Magdalena war 1 Jahr als Austauschschülerin in Iowa. Klingt langweilig? Ist es aber nicht! Hier erfährst du wie sie Ihren Austausch erlebt hat, welche Austauschorganisation sie als Österreicherin gewählt hat und wie ihre Gastfamilie war. Außerdem erzählt Magdalena wie die High School in den USA funktioniert und was für tolle Fächer du bei einem Schüleraustausch in den USA ausprobieren kannst! Ein Erfahrungsbericht, der richtig Lust auf einen erlebnisreichen Schüleraustausch in Iowa macht!

Jessi: Hallo, liebe Schüleraustausch-Community! Ich begrüße euch ganz herzlich zu unseren Schueleraustausch.de-Hangouts. In unseren Hangouts bringen wir zukünftige, aktuelle und ehemalige Austauschschüler zusammen, um Ihre Erfahrungen mit euch zu teilen. Ich bin Jessi, ich war 2011/2012 ein Jahr in England und ich freue mich heute Magdalena bei mit begrüßen zu können. Magdalena ist eine ehemalige Austauschschülerin. Magst du dich zum Anfang kurz vorzustellen? Wer bist du? Wo kommst du her? In welchem Land warst du?

Magdalena: Hallo, ich bin Magdalena, ich komme aus Österreich und ich war in den USA, in Iowa genaugenommen. Das ist jetzt schon ein Jahr her und ich war dort ganze zehn Monate.

Jessi: Ok.

Magdalena: Und jetzt gerade zurzeit gehe ich noch in die Schule für wirtschaftliche Berufe.

Jessi: Meine erste Frage wäre: Hattest du ein tolles Jahr?

Magdalena: Ja, natürlich. Es war voll cool! Kann ich nur weiterempfehlen.

Jessi: Dann denke ich, die Antwort auf die Frage, ob du wieder gehen würdest lautet: Ja!

Magdalena: Ja, auf jeden Fall!

Jessi: Und warum? Was hat dein Jahr so besonders gemacht?

Magdalena: Die Erfahrungen, die man dort sammelt, die Kultur, die man kennenlernt, einfach mal ein bisschen raus hier aus dem kleinen Österreich in so ein großes Land, wo es so viele Möglichkeiten gibt. Einerseits sieht man recht viele Sachen, die gleich sind, andererseits auch wieder ganz arge Unterschiede. Es ist einfach interessant so viele neue Leute kennenzulernen. Freunde auf der ganzen Welt zu haben ist schon cool.

Jessi: Ja, das stimmt. Da hast du wirklich Recht. Wie war denn das mit der Bewerbung bei dir? Wie hast du deine Organisation ausgesucht und wie lief der Bewerbungsprozess ab?

Magdalena: Ich bin mit der Organisation StepIn gefahren. Das ist ja eher eine deutsche Organisation. Ich habe mir die ausgesucht, weil mich in Österreich irgendwie keine Organisation wirklich angesprochen hat und StepIn war halt gleich voll toll für mich, habe ich das Gefühl gehabt. Die haben meine Eltern auch echt unterstützt und mir einfach Schritt für Schritt erklärt, was ich für die Bewerbung tun muss. Ganz am Anfang sind wir kurz nach München gefahren, weil ich da ein 10 Minuten langes Gespräch auf Englisch führen musste. Das war aber eher damit die sehen, dass ich ein bisschen Englisch reden kann und das ist auch recht gut verlaufen. Für das Visum musste ich nach Wien fahren, das ist aber auch gut gegangen. Also, ich hab mit der Bewerbung überhaupt kein Problem gehabt. Das ist alles gut gelaufen und sie haben mir immer erklärt, was ich tun muss. Das war echt super!

Jessi: Wann hast du erfahren, wer deine Gastfamilie wird und wie war das für dich?

Magdalena: Ich habe es ca. im Mai erfahren. Also, ich bin im August geflogen und im Mai habe ich es erfahren. Das war natürlich gleich voll super, obwohl ich da erfahren habe, dass ich nach Iowa komme. Ich habe immer gedacht, dass das ist nicht so ein spannender Staat ist. Aber wir sind Gott sei Dank recht viel gereist, also war das nicht so schlimm. Meine Familie war auch voll lieb und ich habe da eine Gastschwester aus Schweden gehabt. Ich habe mich natürlich gefreut, weil man dann endlich weiß, dass man eine Familie gefunden hat und die haben auch gleich Kontakt mit mir aufgenommen.

Jessi: Wie war die erste Zeit dort? Hast du schnell Anschluss gefunden und schnell viele Leute kennengelernt? Haben dich die Amerikaner da unterstützt?

Magdalena: Ja, voll! Es war so, dass ich da ins Volleyballteam gekommen bin. Das Training schon vorher angefangen, also bevor die Schule gestartet hat und dadurch habe ich schon gleich Freunde kennengelernt. Die waren voll offen, sind auf mich zugegangen und wollten mich gleich kennenlernen. Du bist ja aus einem anderen Land und das ist halt voll faszinierend für die. Die sind voll offen, echt freundlich. Auch die Lehrer und Lehrerinnen in der Schule waren gleich voll hilfsbereit und haben Sachen auch mehrmals erklärt. Und durch Volleyball habe ich direkt viele Leute aus der Schule kennengelernt. Die haben mir auch viel gezeigt und auch mal geholfen, damit ich mich schnell einlebe. Deshalb hat das voll gut funktioniert. Ich habe eigentlich gar kein Problem mit Heimweh oder so gehabt.

Jessi: Also würdest du sagen, dass diese außerschulischen Sachen in Amerika viel beim Leute kennenlernen helfen und dass man das unbedingt machen sollte, oder?

Magdalena: Ja, unbedingt! Weil das eben in Amerika immer so ist, dass das Team voll zusammenhält. Also, bei mir war das voll extrem, egal ob man verloren hat oder nicht oder wir mal schlecht gespielt haben. Die Gemeinschaft, die sich da gleich schon von Anfang an bildet, das hilft dann klar beim Ankommen. Also, ich finde das ist etwas sehr wichtiges und ich würde das jedem empfehlen, dass man wenigsten irgendeinen Sport ausprobiert oder in die Theatergruppen geht oder irgendwelche Freizeitaktivitäten, die angeboten werden, mitmacht.

Jessi: Ich glaube, man muss da echt nehmen, was man kriegen kann, weil das die Erfahrung echt bereichert.

Magdalena: Mhm.

Jessi: Willst du was zu deinem Schulalltag erzählen? War die Schule da einfacher als in Österreich? Wie war das? Welche Fächer hattest du?

Magdalena: Das Schulsystem ist schon generell ein bisschen anders, denn man kann sich ja die Fächer größtenteils selber wählen. Fächer wie Geschichte oder Mathematik und Englisch, musste ich nehmen. Dann habe ich auch noch so Fächer gehabt wie so lernen über Einrichtung und Hausbauen und Wirtschaft gewählt. Spanisch habe ich auch genommen, aber das habe ich an meiner Schule in Österreich auch gehabt. Jeden Tag hast du da halt denselben Stundenplan, ich habe 8 Fächer gehabt und das war jeden Tag dasselbe. Das war eigentlich ganz cool, weil man sich so einfach auf die 8 Fächer konzentrieren konnte. Es war aber generell ein bisschen einfacher, weil sie alles recht langsam durchmachen. Generell ist mir das Niveau einfach nicht so hoch vorgekommen. Manchmal hatte ich das Gefühl, die reden eher lieber so über das Leben und du kannst in der Schule echt viel für das Leben lernen. Die Fächer sind dann teilweise, es kam natürlich auch auf den Lehrer oder die Lehrerin drauf an, ein bisschen nebensächlich, vor allem wenn das jetzt nicht so wichtige Fächer waren. Der Ablauf war so, dass um viertel vor 8 die Schule angefangen hat, dann habe ich Spanisch gehabt, dann habe ich diese Einrichtungsklasse gehabt und nach der dritten Stunde ist man dann immer in einen Homeroom gekommen. Da sind dann von jeder Schulklasse ein paar bei einem Lehrer zusammengekommen und dort haben wir dann verschiedene Spiele gespielt oder über irgendwelche Themen geredet. Das war ca. 20 Minuten lang und dann ist man zur nächsten Stunde weitergegangen. Danach hatte ich dann Lunch. Da hast du dann ca. eine halbe Stunde Pause und kriegst was zu Essen. Später hatte ich dann die restlichen 4 Stunden. Das waren Turnen und Geschichte, Wirtschaft und Englisch. Das war jeden Tag quasi dasselbe. Zwischendurch hast du nicht wirklich Pause, also nur 5 Minuten ca., aber in der musst du auf den Gang, dir deine Sachen holen und zur nächsten Klasse. Da ist es nicht so wie bei uns, dass der Lehrer zu uns kommt, sondern die Schüler müssen zu dem Lehrer in das Klassenzimmer kommen. Da muss man immer durchwechseln. Das war eigentlich immer echt lustig, weil man dadurch eben immer in eine andere Klasse geht und man immer wieder neu mit anderen Schülern zusammengemischt wird. Dadurch lernt man echt schnell irgendwie einen großen Teil der Schule kennen. Das war mal ganz cool, so ein ganz anderes Schulsystem kennenzulernen.

Jessi: Findest du das amerikanische System besser als das österreichische?

Magdalena: Teilweise würde ich schon sagen, ja. Schon alleine, dass man sich die Fächer alleine auswählen darf. Wenn mich Chemie gar nicht interessiert, dann nehme ich es vielleicht ein Semester und dann wechsle ich oder so. Das finde ich voll super. Bei uns muss man sowas halt trotzdem durchmachen, auch wenn es einen nicht interessiert.

Jessi: Ja, also das System in Amerika ist viel flexibler, ne, und man kann viel mehr seine eigenen Interessen verfolgen, als wenn man gezwungen ist alle Fächer zu nehmen.

Magdalena: Und man kann da nicht sitzen bleiben. Also, wenn man mal ein Fach nicht geschafft hat, hat man sie entweder nächstes Jahr wieder genommen oder man hat halt einfach gesagt: „Na was, dann hab ich halt da jetzt eine 5 im Zeugnis und nehme es nächstes Jahr nicht nochmal.“ Also, ich meine, gute Noten sind gut fürs College, aber grundsätzlich ist es nicht schlimm, wenn du mal ein Fach nicht schaffst. Man steigt trotzdem auf und das finde ich eigentlich echt cool.

Jessi: Du hast ja schon gesagt, dass in deiner Gastfamilie noch eine Schwedin war. Wie war denn das in deiner Familie? Hast du dich wirklich gefühlt wie in einer Familie? Wie war euer Alltag? Habt ihr auch Ausflüge zusammen gemacht?

Magdalena: Ja, mit meiner Familie habe ich großes Glück gehabt. Wir haben in einem recht großen Haus gewohnt, ich habe mein eigenes Zimmer und sogar mein eigenes Bad gehabt. Ich habe voll den Luxus gehabt. Das habe ich voll geschätzt! Und unsere Gasteltern haben gleich gesagt, dass wir sie Mum und Dad nennen sollen. Die haben auch so bei den Mails unterschrieben, die wir vorher schon geschrieben haben. Sicher war das am Anfang ein bisschen komisch, dass ich jetzt zu wem anderes Mum sag, aber es hat schon wirklich gepasst. Das waren wirklich für zehn Monate meine Mum und mein Dad und die waren echt gleich voll lieb. Am Anfang war es schon ein bisschen schwer, weil ich nicht so gut in Englisch war und da war die Kommunikation einfach manchmal ein bisschen schwer. Meine Gastschwester Anna hat schon voll gutes Englisch gesprochen. Man weiß ja, die Schweden können schon recht gut Englisch und sie hat alles gecheckt und ich halt nicht so. Aber sie hat mir dann immer voll geholfen. Manchmal war es dann so, dass wenn mir was nicht eingefallen ist, ich das einfach auf Deutsch gesagt. Vielleicht heißt es in Schweden auch so ähnlich. Und hin und wieder hat das wirklich geklappt, dass sie mir das übersetzen konnte. Das war voll cool. Manchmal kam es auch vor, dass man mit den Eltern grad nicht so gut klargekommen ist und dann war es halt cool, dass ich eine Schwester hatte, mit der ich mich austauschen und reden konnte. Das war voll super, sie war für mich wirklich wie eine Schwester. Ich fahre sie auch in Schweden besuchen und das ist wirklich voll cool. Und zum Reisen: Also, wir sind sehr viel gereist. Über Weihnachten waren wir in Kalifornien, in den Semesterferien waren wir dann in Florida und wir waren auch mal in Chicago. Solche Sachen haben die schon mit uns gemacht. Wir sind einfach recht viel herumgefahren oder in der Mall of America war ich mal. Ich fand das voll cool, dass man auch so andere Dinge sehen konnte. Es war echt voll der Luxus, in der Familie gelebt zu haben. Ich habe da voll das Glück gehabt. Nicht, dass es vom materiellen einfach voll gepasst hat, sondern einfach weil die Familie wirklich voll herzlich war. Es war wirklich als wären wir die eigenen Töchter gewesen und das war echt cool. Dadurch habe ich auch so gut wie gar kein Heimweh gehabt, weil ich da wirklich eine zweite Familie hatte.

Jessi: Das ist echt voll schön! Da hattest du wirklich Glück, weil es ja immer wieder Austauschschüler gibt, die die Gastfamilie wechseln müssen. Wenn man so eine tolle Familie findet, dann hilft einem das, glaube ich, auch echt viel. Und es ist auch schön, dass du jetzt nach Schweden fährst und so.

Magdalena: Ja!

Jessi: Total toll, dass du da quasi eine Schwester gefunden hast. Du warst mit der Organisation StepIn dort, oder?

Magdalena: Ja, genau.

Jessi: Würdest du die weiterempfehlen?

Magdalena: Ja, auf jeden Fall! Wie gesagt, ich habe wirklich das Gefühl gehabt, sie haben mich von der ersten Minute an bis ganz zum Schluss und nach meiner Rückkehr immer sehr gut betreut. Das war auch meinen Eltern wichtig. Ich bin halt das jüngste Kind von sechs und wenn die Jüngste in die große Welt geht, ist das natürlich nicht so einfach für die Eltern. Und meine Eltern wurden auch echt gut betreut. Die haben auch oft Briefe gekriegt oder so, wo eben drin steht, wie das ist, wenn dein Kind weggeht und wie sie damit umgehen können. Das fand ich voll super! Oder auch, dass ich ein Seminar machen musste, wo man sich mit anderen Austauschschülern und Austauschschülerinnen ein bisschen austauschen konnte. Meine Eltern haben auch so ein Seminar gehabt. Das war voll super, weil so haben sie sich mit Eltern, die jetzt auch dasselbe durchmachen, austauschen können. Solche Sachen, fand ich voll super! Auch dass mir da Schritt für Schritt mit dem Visum oder mit den ganzen Bewerbungssachen immer so geholfen wurde. Ich habe halt immer, wenn ich mal was nicht verstanden habe, jederzeit eine Mail schreiben oder anrufen können. Die haben mir immer geholfen. Die waren echt super! Die Organisation ist vielleicht jetzt nicht so super groß, aber dafür passt das Preis-Leistungs-Verhältnis voll. Also, das war der Wahnsinn! Also, das war echt cool!

Jessi: Ok, das ist schön.

Magdalena: Ja.

Jessi: Es ist auch wichtig, dass man sich gut aufgehoben fühlt, dass man immer weiß, da ist jemand im Hintergrund, falls es mal Probleme gibt.

Magdalena: Ja, auf jeden Fall!

Jessi: Dann sind wir eigentlich auch schon bei der letzten Frage. Und zwar würde ich gerne wissen: Was hat Sich in deinem Jahr am meisten bewegt oder am meisten verändert? Gab es da irgendein Schlüsselerlebnis? Oder würdest du einfach generell sagen: Ich bin ein total anderer Mensch geworden?

Magdalena: Ich kann jetzt nicht so einen Moment rauspicken, weil so viele schöne und klasse Momente dabei waren. Aber ich würde schon sagen, dass ich generell schon ein offener Mensch und dadurch kam noch mehr. Man lernt einfach eine ganz andere Kultur kennen und ein bisschen andere Denkweisen und man wird schon nochmal ein Stück offener. Ich würde schon sagen, dass ich immer versuche nicht so schnell Vorurteile oder sowas zu haben, weil es immer seinen Grund hat, warum Menschen etwas tun. Ich habe dort aber echt gelernt, sich an kleinen Sachen im Leben zu erfreuen, weil sich die Amerikaner wegen allem Möglichen gleich voll gefreut haben. Das find ich voll schön. Also, ich habe mich nicht voll verändert, aber ich glaube schon, dass ich einfach offener geworden bin und ich habe auch voll die Lust noch mehr zu Reisen. Es kommt schon hin und wieder vor, dass ich direkt Fernweh krieg. Es war einfach auch generell lustig, die ganzen neuen Leute kennenzulernen. Es ist einfach so ein Gewinn! Die 10 Monate sind so schnell vergangen. Ich kann das einfach nur empfehlen und ich würde es jederzeit wieder machen.

Jessi: Ok, das ist voll schön. Das freut mich voll für dich, dass du so eine schöne Zeit hattest und so viel mitgenommen hast.

Magdalena: Ja.

Jessi: Damit sind wir auch schon an unserem Hangout-Ende angekommen. Ich danke dir vielmals, dass du deine Erfahrungen mit uns geteilt hast, Magdalena!

Magdalena: Ja, sehr gerne!

Jessi: Ich wünsche dir viel Spaß und viel Erfolg bei deinen weiteren Auslandsreisen, die du ja sicher machen wirst.

Magdalena: Ja, danke!

Jessi: Tschüss!

Magdalena: Tschau!

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