#122 Umgang mit anderen politischen Meinungen im Auslandsjahr 🫣

In dieser Folge sprechen Diana und Sima über den Umgang mit unterschiedlichen politischen Meinungen im Auslandsjahr. Tauche ein in das politische System der USA und entdecke, warum verschiedene politische Ansichten manchmal zu „Cancel Culture“ führen können.

In der Folge tauchen Sima und Diana in ein brisantes Thema ein: den Umgang mit unterschiedlichen politischen Meinungen während eines Schüleraustausch USA. Die beiden teilen ihre persönlichen Erfahrungen aus ihren Gastaufenthalten in Kalifornien und Florida, beleuchten das politische System der USA und diskutieren die Herausforderungen, die sich aus der polarisierten politischen Landschaft ergeben. Außerdem klären sie das Klischee auf, ob man für eine andere politische Meinung „gekündigt“ wird, und geben wertvolle Tipps für zukünftige Austauschschüler*innen.

Die Folge beginnt mit der Vorstellung des Klischees, dass man in den USA für eine abweichende politische Meinung ausgegrenzt oder „gecancelt“ wird. Sima und Diana untersuchen, ob dieses Klischee zutrifft, und teilen ihre Erlebnisse, die sowohl Zustimmung als auch Nuancen zu diesem Thema offenbaren. Sie betonen, dass die Offenheit, mit der in den USA über Politik gesprochen wird, im Vergleich zu Deutschland auffällig ist. Während hierzulande politische Diskussionen oft vermieden werden, sind sie in den USA allgegenwärtig – sei es in der Schule, in der Gastfamilie oder auf Social Media.

Sima und Diana geben zunächst einen Überblick über das politische System der USA, das von einem Zweiparteiensystem geprägt ist: Demokraten und Republikaner. Während die Demokraten eher liberale, progressive Werte vertreten, stehen die Republikaner für konservative Ansichten. Drittparteien existieren zwar, spielen jedoch kaum eine Rolle. Diese starke Polarisierung führt dazu, dass viele Themen in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden und es wenig Raum für Kompromisse gibt. Die beiden erklären, wie diese Teilung die Gesellschaft spaltet und wie sich dies in ihren Erfahrungen in unterschiedlichen Bundesstaaten widerspiegelt.

Sima verbrachte ihren Schüleraustausch in Kalifornien, einem Staat, der mehrheitlich demokratisch geprägt ist. Sie lebte in Arroyo Grande, einer Stadt mit hohem Tourismusanteil, die jedoch keine Großstadt wie Los Angeles ist. Dort erlebte sie eine klare Trennung zwischen liberalen und konservativen Gruppen. Besonders auffällig war die Offenheit, mit der Menschen ihre politischen Meinungen äußerten – sei es in Gesprächen oder auf Social Media. Sima beschreibt, wie ihre Gastfamilie sehr liberal war und Themen wie „Black Lives Matter“ oder „Love is Love“ offen unterstützte. Dies spiegelte sich auch in ihrer Wahl als Austauschschülerin wider, da ihre politischen Ansichten mit denen der Gastfamilie übereinstimmten.

Dennoch gab es auch in ihrem Umfeld republikanische Meinungen, besonders in der Schule. Sima bemerkte, dass sich Freundesgruppen oft nach politischer Ausrichtung formten. Während ihrer Zeit in den USA war es normal, dass Menschen ihre Ansichten in sozialen Medien teilten, und es wurde sogar erwartet, Stellung zu beziehen. Wer dies nicht tat, wurde manchmal kritisch beäugt. Sima betont, dass sie sich in ihrer Gastfamilie wohl fühlte, da sie ähnliche Werte teilten, und erzählt von Unterstützung, wie dem Geschenk des Buches The Hate U Give, das sich mit Themen wie Rassismus und Polizeigewalt auseinandersetzt.

Diana hingegen verbrachte ihren Schüleraustausch in Florida, einem sogenannten Swing State, eine andere Realität. Obwohl die Zahlen eine ausgeglichene Verteilung zwischen Demokraten und Republikanern zeigen, empfand sie Florida als stark republikanisch geprägt. Besonders der Gouverneur, bekannt für kontroverse Gesetze wie das „Don’t Say Gay“-Gesetz, prägte das politische Klima. Dieses Gesetz verbietet Lehrern an öffentlichen Schulen, über sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu sprechen, was zu erheblichen Spannungen führte.

Diana lebte in einer sehr republikanischen Gastfamilie, die offen ihre Unterstützung für Donald Trump zeigte. Besonders ihr Gastopa war politisch sehr engagiert und brachte Politik in nahezu jedes Gespräch ein, was für Diana oft herausfordernd war. In der Schule traf sie auf Schüler*innen, die mit Trump-Merchandise herumliefen, und erlebte, wie polarisierend Themen wie Abtreibung diskutiert wurden. Freundschaften im Schüleraustasuch zerbrachen aufgrund unterschiedlicher Ansichten, und Diana beschreibt, wie schwer es war, in einer Umgebung zu leben, in der ihre Werte – etwa zum Umweltschutz – oft nicht geteilt wurden. Sie erzählt von Momenten, in denen sie aus Rücksicht auf den Frieden in der Gastfamilie schwieg, obwohl sie mit vielen Ansichten nicht übereinstimmte, wie etwa der Leugnung des Klimawandels oder dem exzessiven Gebrauch von Einwegprodukten.

Ein zentraler Punkt der Folge ist die Diskussion über „Cancel Culture“. Sima und Diana berichten von Fällen, in denen Menschen für kontroverse oder politisch inkorrekte Aussagen öffentlich angeprangert wurden. Diana erzählt von einer Schülerin, die nach einem rassistischen Snapchat-Post von der Schule verwiesen wurde, nachdem dieser viral ging.

Sima berichtet von einer Familie in ihrer Stadt, deren Geschäft boykottiert wurde, weil sie bei einer Abstimmung eine unpopuläre Meinung unterstützte. Beide stimmen zu, dass es in den USA eine starke Cancel Culture gibt, die jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass jede abweichende Meinung zu Ausgrenzung führt. Vielmehr hängt es davon ab, wie stark die geäußerte Meinung als inakzeptabel empfunden wird.

Abschließend reflektieren Sima und Diana über ihre Erfahrungen und das Klischee. Sie kommen zu dem Schluss, dass man nicht automatisch für eine andere politische Meinung „gecancelt“ wird, sondern dass dies eher passiert, wenn man politisch inkorrekte oder kontroverse Aussagen macht. Dennoch kann es in den USA schnell zu Spannungen kommen, da politische Ansichten oft stark vertreten werden.

Ihr Rat an zukünftige Austauschschüler*innen: Seid ehrlich in euren Bewerbungsunterlagen und gebt Interessen an, die eure Werte widerspiegeln, um eine passende Gastfamilie zu finden. Zudem empfehlen sie, in hitzigen Diskussionen manchmal den Frieden zu wahren, aber auch Wege zu finden, um Frust – etwa durch Gespräche mit Freunden in Deutschland – abzubauen.

Die Folge endet mit einem Aufruf, sich für die Stipendien von schueleraustausch.net zu bewerben, und einer Einladung an die Community, Fragen oder eigene Geschichten auf Instagram zu teilen. Sima und Diana bieten einen authentischen Einblick in die Herausforderungen eines Auslandsjahrs in einer politisch polarisierten Gesellschaft und liefern wertvolle Denkanstöße für alle, die sich auf dieses Abenteuer einlassen möchten.

Themenübersicht:

00:00-02:28 Intro & Cliche
02:29-04:42 Politische System in den USA
04:43-14:45 Unser Umfeld (Familie,Freunde,Lehrer)
14:46-15:28 Don‘t Say Gay Bill
15:29-20:34 Diskussionen um Themen wie Abtreibung, Waffen, Black Lives Matter
20:35-23:20 Angst vor anderen politischen Meinungen aufgrund der Herkunft
23:21-27:40 Waffen in unserem Umfeld
27:41-32:46 Klimawandel gibt es nicht
32:47-35:44 Umgang mit anderen Meinungen
35:45-38:49 Skandal an der Highschool
38:50-41:39 „Cancel Culture“ in Amerika & das Cliche
41:40-43:50 Fazit
43:51-44:22 Outro

Mehr zum Thema!

X-CHANGE Botschafter

Auf Schuleraustausch.net und in der X-Change Community treffen zukünftige Austauschschüler auf Returnees und aktuelle Austauschschüler. Hier stellen wir dir unsere derzeitigen X-Change Botschafter vor, die alle selbst im High School Year waren. Erfahre mehr über ihr Auslandsjahr, ihre Erlebnisse und warum sie X-Change Botschafter geworden sind. Unsere Botschafter helfen dir gerne bei Fragen rund ums Thema Schüleraustausch weiter!

Schüleraustausch - Gastfamilienwechsel

Die Gastfamilie ist sehr entscheidend für einen erfolgreichen und unvergesslichen Schüleraustausch. Du wirst ein Jahr bei und mit ihnen leben, dass es natürlich auch zu Problemen kommen könnte, steht leider nicht aus. Hier kannst du nachlesen, wie man solche Probleme bewältigen und lösen kann und an wen man sich wenden sollte.

X-CHANGE - Die Auslandsjahr Community

Willkommen in der größten unabhängigen Community zum Auslandsjahr. In der X-CHANGE Community treffen zukünftige, aktuelle und ehemalige AustauschschülerInnen aufeinander, um ihre Auslandsjahr-Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig Tipps zu geben. Lass dich inspirieren oder werde direkt Teil der Community!