#232 Haushalt im Auslandsjahr 🧹
Putzen, Wäsche, Kochen oder Babysitten – wie viel Mithilfe wird im Auslandsjahr wirklich erwartet? In dieser Folge teilen Malte und Malin ehrliche Erfahrungen und geben Orientierung, wo die Grenze zwischen Helfen und Überforderung liegt.
Wie viel man als Austauschschüler*in eigentlich im Haushalt der Gastfamilie mithelfen muss, beschäftigt viele vor dem Auslandsjahr – und sorgt manchmal auch währenddessen für Unsicherheit.
In dieser Folge sprechen Malin und Malte offen über ihre ganz persönlichen Erfahrungen mit Putzen, Haushalt, Kochen und Verantwortung in der Gastfamilie.
Beide starten mit einer ähnlichen Erwartungshaltung: Sie wollten sich einbringen, helfen und kein „Gast auf Dauer“ sein. Die Realität sah jedoch ganz unterschiedlich aus – und vor allem entspannter, als zunächst gedacht.
Malin berichtet, dass sie in beiden Gastfamilien in ihrem Schüleraustausch in Neuseeland überraschend wenig feste Haushaltsaufgaben hatte. Wäsche waschen, saugen oder putzen übernahm meist ihre Gastmutter, oft während sie in der Schule war.
Das war für sie anfangs ungewohnt, weil sie aus Deutschland kannte, im Haushalt selbstverständlich mitzuhelfen. Gleichzeitig lernte sie, dass jede Familie ihren eigenen Alltag und ihre eigenen Routinen hat – und dass Helfen nicht überall gleich aussieht.
Was Malin dafür umso häufiger übernommen hat, war das Kochen. Das machte ihr Spaß, war für sie selbstverständlich und wurde von den Gastfamilien sehr geschätzt. Dazu kamen Kleinigkeiten wie Aufräumen, das eigene Zimmer sauber halten oder gelegentlich bei den Tieren helfen.
Gerade in ihrer ersten Gastfamilie mit vielen Haustieren war zwar immer etwas los, aber auch hier galt: Niemand erwartete stundenlange oder anstrengende Aufgaben. Alles blieb im Rahmen dessen, was sich gut mit Schule, Freizeit und sozialen Aktivitäten vereinbaren ließ.
Malte beschreibt seine Erfahrungen im Schüleraustausch in Paraguay als kulturell besonders spannend. In seiner ersten Gastfamilie gehörte eine tägliche Putzkraft ganz selbstverständlich zum Alltag – etwas, das für ihn zunächst ungewohnt war.
Haushaltstätigkeiten wie Geschirrspülen oder Wäsche waschen wurden komplett übernommen, ohne dass er helfen sollte. Auch in seiner zweiten Gastfamilie wurde ihm immer wieder gesagt: „Du bist unser Gast.“ Das führte bei Malte zu gemischten Gefühlen, denn für ihn bedeutete Gastfamilie nicht nur Gast sein, sondern auch Teil der Familie.
In Deutschland war es für ihn normal, Pflichten zu übernehmen – im Auslandsjahr fühlte sich diese klare Trennung manchmal seltsam an. Ein weiterer Punkt der Folge ist das Thema Verantwortung für jüngere Gastgeschwister. Malte erzählt von Situationen, in denen er abends mit dem jüngsten Gastbruder zu Hause war, während die Eltern arbeiteten.
Auch wenn er offiziell kein Babysitter war, hatte er eine gewisse Präsenzrolle. Malin ergänzt das mit Beispielen aus ihrem Umfeld, in denen Austauschschüler*innen regelmäßig auf jüngere Kinder aufgepasst haben – teilweise freiwillig, teilweise gegen Bezahlung.
Beide sind sich einig: Solche Aufgaben können in Ordnung sein, wenn sie vorher abgesprochen sind und nicht zur dauerhaften Pflicht werden. Besonders wichtig ist den beiden die Frage nach Grenzen. Helfen im Haushalt gehört zum Zusammenleben dazu – aber es sollte immer im Verhältnis bleiben. Alles, was man auch zu Hause machen würde, ist aus ihrer Sicht legitim: das eigene Chaos wegräumen, mal kochen, mal saugen, gelegentlich auf die Geschwister aufpassen.
Problematisch wird es, wenn Haushalt oder Betreuung regelmäßig Freizeit, Freundschaften oder Hobbys einschränken. Denn gerade diese Zeit nach der Schule ist ein zentraler Teil des Auslandsjahres.
Ein großes Fazit der Folge ist deshalb Kommunikation. Malin und Malte empfehlen, Erwartungen möglichst früh mit der Gastfamilie zu klären und auch später offen anzusprechen, wenn sich etwas nicht gut anfühlt. Zu höflich zu sein und alles still hinzunehmen, kann langfristig belasten. Gleichzeitig betonen beide, wie wichtig gegenseitiges Verständnis ist: Gastfamilien öffnen ihr Zuhause – Austauschschüler*innen bringen Zeit, Hilfe und neue Perspektiven mit.
Am Ende zeigen die Beispiele auch die positiven Seiten des Helfens: Kochen, mit Hunden spazieren gehen oder eigene Fähigkeiten einbringen – wie Maltes Videoproduktion für die Pizzeria seiner Gastfamilie – können echte Bindung schaffen und das Familienleben bereichern. Wenn Geben und Nehmen im Gleichgewicht sind, profitieren alle.
Themenübersicht:
00:00:00-00:00:37: Intro
00:00:37-00:03:17: Einbringen
00:03:17-00:07:40: Waschen
00:07:40-00:08:58: Gastfamilie
00:08:58-00:11:51: Babysitten
00:11:51-00:15:20: Aufgaben im Rahmen
00:15:20-00:17:54: Offen Reden
00:17:54-00:19:02: Outro
Mehr zum Thema!
Dieser Artikel wurde geschrieben von: