X-CHANGE - Der Schüleraustausch Podcast | Folge ["262", "262"] | 25.09.2026
#262 Kajas Auslandsjahr auf Vancouver Island 🌲🇨🇦
Kaja wollte eigentlich in die USA – und landete auf Vancouver Island in Kanada. Im Podcast erzählt sie Malin, wie aus dem spontanen Plan das beste Jahr ihres Lebens wurde: von der späten Platzierung über den Gastfamilienwechsel bis hin zu offenen Kanadier:innen, School Spirit und echten Freundschaften. Viele Einblicke, ehrliche Tipps und warum Kanada auch für Introvertierte funktioniert.
Dieses Podcast wurde moderiert von:
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00:00:00: Intro
00:00:40: Warum Kanada?
00:02:56: Placement
00:04:32: Erste Eindrücke
00:05:18: Gastfamilie
00:07:18: Vancouver Island
00:09:07: Ort
00:10:30: Fächer
00:12:45: Freunde
00:14:52: Introvertiert Freunde finden
00:17:07: Snapchat
00:18:50: School Sports
00:21:07: Zeit mit Freunden
00:23:02: Partys
00:24:31: Highlights
00:26:02: Für wen ist Kanada geeignet?
00:30:04: Weitere Tipps
00:31:35: Outro
Das Transkript ist aktuell nicht verfügbar.
In dieser Folge des Podcasts spricht Malin mit Kaja über ihr Auslandsjahr auf Vancouver Island in Kanada.
Kaja erzählt, wie die Idee entstanden ist: Schon mit 13 oder 14 Jahren hat sie YouTube-Videos über einen Schüleraustausch in den USA geschaut und war sofort begeistert.
Der Plan stand – die USA sollten es werden. Doch die Realität sah anders aus: Es gab zu wenige Gastfamilien. Die Organisation bot ihr an, entweder zeitnah nach Kanada zu gehen oder ein halbes Jahr zu warten und dann eventuell nach Australien oder Neuseeland zu fliegen. Kaja wollte nicht warten. Ihre Eltern stimmten zu, auch wenn Kanada teurer war.
Im Rückblick ist sie extrem froh über diese Wendung. „Ich weiß nicht, wie mein Auslandsjahr gewesen wäre, wenn ich doch in die USA gekommen wäre“, sagt sie. Kanada wurde nicht zur Zweitwahl, sondern zu einer echten Glücksentscheidung.
Die Platzierung selbst war alles andere als geplant. Es musste schnell gehen, Mitspracherecht gab es kaum. Kaja wollte lediglich nicht in den französischsprachigen Osten, weil ihr Französisch nicht stark genug war. Vancouver Island und Port Alberni kamen quasi zufällig.
Die erste Gastfamilie erhielt sie erst eine Woche vor Abflug – und flog sogar mit Verspätung. Von der Insel und der Region wusste sie vorher so gut wie nichts.
Die Ankunft war aufregend und ungewohnt: 16 Jahre alt, fast allein in einem fremden Land, zehn Monate bei einer zunächst fremden Familie. Doch Heimweh blieb aus – etwas, das ihr sehr geholfen hat, sich einzugewöhnen.
Die erste Gastfamilie war klein: eine Gastmutter und eine Gastschwester, die ebenfalls Austauschschülerin war (Double Placement). Mit der Gastschwester verstand sie sich super, mit der Gastmutter jedoch nicht. Nach gut einem bis eineinhalb Monaten wechselte sie.
Die zweite Gastfamilie war das komplette Gegenteil: junge Gasteltern, zwei jüngere Schwestern, eine Katze und ein Hase. Hier fühlte sich Kaja sofort zu Hause.
Bis heute besteht enger Kontakt; sie hat die Familie jedes Jahr besucht und plant bereits den nächsten Besuch. Diese Familie hat ihr die Insel gezeigt, Staycations organisiert und ihr das Gefühl gegeben, wirklich dazuzugehören.
Vancouver Island und Port Alberni haben sie begeistert. Die Natur – vor allem die Wälder – sei mit Deutschland kaum vergleichbar, auch wenn Kaja aus dem Norden kommt und am Meer wohnt. Die Menschen empfand sie als deutlich offener und freundlicher gegenüber Ausländer:innen.
Man wurde angesprochen, Hilfe angeboten, Gespräche begonnen. Die Stadt selbst war eher klein, die Schule mit etwa 1.700 Schüler:innen relativ groß.
Zum Meer brauchte man rund 30–45 Minuten (z. B. nach Nanaimo), nach Victoria etwa drei Stunden. Waldbrände und Straßensperren gehörten manchmal zum Alltag.
Weil sie spät ankam, verpasste Kaja nur wenige Schultage. Der Stundenplan wurde zunächst für sie erstellt, sie konnte aber noch umwählen. Schwierige Fächer wie Geschichte und Physik ließ sie bewusst weg – sie wollte das Jahr genießen.
Stattdessen standen Sport, Spanisch, Psychologie, Food Studies (Kochen), Yoga, Kunst und Englisch auf dem Plan. Der Sportunterricht ähnelte dem deutschen Aufbau, die Sportarten unterschieden sich: viel Baseball im ersten Halbjahr, dann Basketball und gelegentlich Fußball, auch weil es viele deutsche Austauschschüler:innen gab.
Rund 20–25 Austauschschüler:innen waren an der Schule, aber nicht alle das ganze Jahr. Am Anfang hielt man sich viel untereinander auf, später mischten sich die Gruppen.
Kaja beschreibt sich selbst als introvertiert und schüchtern. Trotzdem hat sie Anschluss gefunden – weil die Kanadier:innen so offen sind. Tipps von ihr, wenn man schüchtern oder introvertiert ist sind offen bleiben, wenn jemand auf einen zukommt, aktiv ins Gespräch gehen und nach Möglichkeit an Aktivitäten oder AGs teilnehmen.
Snapchat war ein kleiner Kulturschock: Fast die gesamte Kommunikation lief darüber – etwas, das Malin aus Neuseeland ebenfalls kennt. Nach der Schule und am Wochenende war viel los: Eishockey-Spiele als fester Hangout-Spot der Schule, Treffen mit Freunden, Hauspartys, gemeinsame Zeit mit der Gastfamilie und deren erweiterter Verwandtschaft.
Cannabis war allgegenwärtig und legal – etwas, das Kaja überrascht und teilweise gestört hat. Outdoor-Aktivitäten gab es viele: Spaziergänge und „Wandern“ im Wald, Ausflüge mit der Local-Coordinator-Gruppe, Klettern, gelegentlich Fahrten nach Vancouver. Whale Watching und Kajakfahren hat sie selbst nicht gemacht, aber viele andere.
Kanada sei outdoor-lastig, aber man müsse das nicht mitmachen. Es sei für fast jeden etwas dabei – auch ohne Outdoor-Fokus.
Zu den Highlights zählt Kaja klar die zweite Gastfamilie, die persönliche Weiterentwicklung. Sie sei immer noch introvertiert, aber offener geworden und die vielen schönen Erinnerungen. Es war „das beste Jahr, was ich hatte, seitdem ich auf dieser Welt bin“.
Sie empfiehlt einen Schüleraustausch in Kanada uneingeschränkt – besonders, wenn man kulturinteressiert ist. An ihrer Schule gab es einen starken Fokus auf Native Americans, Freunde und Lehrer:innen mit diesem Hintergrund und sogar die Möglichkeit, Sprache zu lernen. Vancouver Island und die Nähe zu Vancouver bringen kulturelle Vielfalt mit.
Sie zeigt, dass ein Auslandsjahr selten nach Plan verläuft – und genau deshalb so wertvoll sein kann. Ideal für alle, die selbst mit dem Gedanken spielen, nach Kanada oder allgemein ins Ausland zu gehen, und wissen wollen, wie es sich wirklich anfühlt: mit Unsicherheiten, Gastfamilienwechseln, offenen Menschen und dem Gefühl, erwachsen zu werden.
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