#234 Sprachkenntnisse und Sprache im Auslandsjahr 🗣️✨
Malte war ein Jahr in Paraguay und hat sich von Schul-Spanisch-Grundkenntnissen zu selbstbewussten Spanisch-Videos hochgearbeitet. Malin hat anderthalb Jahre in Neuseeland gelebt und ihr Englisch auf ein neues Level katapultiert – trotz Kiwi-Slang und Māori-Wörtern. Im Gespräch teilen sie ehrliche Einblicke: Wie schnell man wirklich die Landessprache lernt, warum Selbstbewusstsein wichtiger ist als perfekte Grammatik und welche lustigen und peinlichen Sprach-Fails sie erlebt haben.
In dieser Folge vom X-CHANGE Podcast dreht sich alles um das Thema Sprachkenntnisse und Sprache im Auslandsjahr – eines der größten Themen, vor dem viele vor der Abreise richtig Schiss haben. Malte und Malin plaudern offen und ohne Filter darüber, wie es wirklich läuft, wenn man plötzlich in einer anderen Sprache leben, lieben, lachen und manchmal auch scheitern muss.
Malte wollte unbedingt in ein spanischsprachiges Land – Englisch konnte er ja schon, Spanisch wollte er im Auslandsjahr richtig lernen. Nach Wunschländern wie Mexiko, Chile oder Argentinien (Corona-Zeiten machten es kompliziert) landete er im Schüleraustausch in Paraguay.
Vorab hatte er seit Klasse 6 Spanisch, aber kurz davor sogar Unterkurs – er dachte, sein Spanisch sei grottenschlecht. Doch schon nach der Ankunft merkte er: Viel mehr vom Schulstoff war hängen geblieben als gedacht.
In Paraguay ist neben Spanisch auch Guaraní Amtssprache – und die Leute wechseln oft fließend oder sprechen auf dem Land fast nur Guaraní.
Malte vergleicht es mit Plattdeutsch bei Oma im Emsland: In der Stadt Asunción lief viel auf Spanisch (mit vielen Jugendslang-Anglizismen, die spanisch ausgesprochen werden), aber bei Verwandtenbesuchen im Dorf fühlte er sich wie der klassische Hochdeutsche unter Plattsprechern. Trotzdem: Seine Social Bubble, wie Gastfamilie und Freunden, nutzte Guaraní kaum, nur ab und zu Wörter wie „rojaíu“ (ich liebe Paraguay) oder „jaha“ (vamos / los geht’s).
Trotz anfänglich schwachem Spanisch hat er durch reines Hören und Sprechen riesige Sprünge gemacht. Besonders krass: Seine erste Gastfamilie sprach viel Englisch mit ihm (was er rückblickend etwas bereut), aber über Weihnachten in Buenos Aires bei der Familie seines Gastvaters musste er komplett auf Spanisch ran – und es funktionierte!
Das war sein großer Meilenstein. Am Ende nahm er sogar ein komplettes YouTube-Video auf Spanisch auf – obwohl er sich nie als perfekt fühlte. Grammatik? Egal. Hauptsache verständlich und selbstbewusst.
Malin ging es im Schüleraustausch in Neuseeland, nur mit Englisch. Sie kam schon mit gutem Schul-Englisch an und war anfangs überrascht, wie gut sie zurechtkam.
Aber dann kamen die echten Herausforderungen: Kiwi-Slang, Sprichwörter und Wörter der zweiten Amtssprache Te Reo Māori, die im Alltag ständig auftauchen – z. B. „kumara“ für Süßkartoffel.
Zwischenmenschliche Gespräche waren am Anfang echt hart, weil sie gefühlt kein Wort verstand. Doch durch permanentes Eintauchen in Filmen, Büchern, der Schule und alltäglichen Gespräche verbesserte sich ihr Englisch massiv – vor allem Hörverstehen, Slang und Lesegeschwindigkeit.
Beide betonen: Man lernt am meisten durch Immersion – nicht durch Vokabelpauken. Radio im Auto auf Spanisch, Filme auf Englisch, ständiges Zuhören, Kontext verstehen – das macht den Unterschied.
Selbstbewusstsein ist der Schlüssel: Einfach drauflosreden, auch wenn’s holpert. Missverständnisse? Klar, vor allem am Anfang. Aber Gastfamilien (besonders mit Austauscherfahrung) sind meist super geduldig.
Malin erzählt von Essays, dem Literaturunterricht und wie sie plötzlich viel schneller las. Malte hielt Präsentationen auf Spanisch – sogar über das deutsche Steuersystem (mit nur 3–4 Monaten Paraguay-Erfahrung – echt mutig!).
Beide hatten auch „umgekehrte“ Probleme: Zurück in Deutschland fielen plötzlich Fachbegriffe auf Deutsch schwer, weil sie sie auf Englisch/Spanisch gelernt hatten.
Natürlich dürfen lustige Sprach-Fails nicht fehlen: Malin mit typischen Kiwi-Missverständnissen, Malte mit dem mysteriösen Wort „facho“, das er monatelang als „total cool“ benutzte – bis seine Gastfamilie nur lachte und er bis heute nicht genau weiß, was es wirklich heißt.
Fazit der beiden: Habt keine Angst vor der Sprache! Selbst wenn ihr null Vorkenntnisse habt – durch Zuhören, Rausgehen und Selbstbewusstsein lernt ihr schneller, als ihr denkt. Die Leute vor Ort wollen, dass ihr sie versteht, und unterstützen euch. Am Ende zählt Kommunikation, nicht Perfektion.
Viel Spaß beim Hören – und erzählt uns in den YouTube Kommentaren: Welche Sprach-Fails hattet ihr? Wovor hattet ihr am meisten Bammel? ✈️
Themenübersicht:
00:00:00-00:00:41: Intro
00:00:41-00:02:53: Sprachkenntnisse
00:02:53-00:05:56: Indigene Sprachen
00:05:56-00:09:59: Kommunikation mit der Gastfamilie
00:09:59-00:12:32: Sprachentwicklung
00:12:32-00:16:05: Fachsprache
00:16:05-00:17:43: Deutsch als Fremdsprache
00:17:43-00:22:21: Sprachfails
00:22:21-00:24:16: Outro
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