GIVE Gesellschaft für Internationale Verständigung mbH

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Reisebericht von Jan Philipp

Gastland: Kanada, Kelowna

Als ich das erste Mal von einem „exchange year“ im Ausland hörte, war ich zunächst abgeneigt. Ich hatte Angst, so lange allein in einem fremden Land zu leben und konnte mir nicht vorstellen, dass ich mich in einer Familie, außer meiner eigenen, aufgehoben fühlen könnte. Dennoch besuchte ich eine Bildungsmesse in Dortmund. Ich war direkt fasziniert und erstaunt über all die Möglichkeiten, die sich einem Teenager in meinem Alter eröffnen. Auf diesem Weg lernte ich die Organisation GIVE kennen, die mich auf meinem Weg ins und im Ausland sehr unterstützt und begleitet hat. Ich entschied mich für einen Aufenthalt und musste nur noch ein Land und einen Ort wählen. Da ich sportlich bin und gerne Golf spiele, stand dies bei meiner Suche für mich an erster Stelle. Aber auch die Gastfamilie und die Schule sollten perfekt zu mir passen. Deswegen fiel mir bei meiner Suche im Katalog von GIVE Kelowna auf, ein mittelgroßer Ort im Herzen von British Columbia. Kelowna ist eine Stadt mit rund 120.000 Einwohnern, die an einem großen See (Okanagan Lake) liegt. Es gibt zwei Stadtteile: Downtown und West-Kelowna. Wegen meines Hobbys, suchte ich nach einer Schule, die Golf als Fach oder in einer Akademie anbot. Zu meinem Glück galt Kelowna als eine Stadt des Golfsports und so kam es auch, dass in West Kelowna die Mount Boucherie-Senior-Secondary-School eine Golf-Akademie unterhielt. Außerdem hat Kelowna einen sehr hohen Freizeitwert. Snowboarden und Skifahren sind sehr angesagt, da das nahegelegene Skigebiet „Big White“ nur etwa eine Stunde entfernt liegt. Aber auch im Sommer kann man Volleyball spielen, am Strand liegen oder einfach nur chillen. Da ich nun meine Stadt ausgewählt hatte, kümmerte sich GIVE um eine geeignete Gastfamilie, in der ich zuerst 5 Monate bleiben sollte. Alles war perfekt organisiert und so flog ich am 2. September erst nach Vancouver und von dort aus weiter mit einem Anschlussflug nach Kelowna. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich einige E-Mails mit meiner Gastfamilie geschrieben und ihre Facebook Profile „gestalked“, aber eigentlich waren sie noch Fremde für mich. Als ich nun endlich nach dem langen Flug ankam, stand meine Gastfamilie bereits am Flughafen, sie waren sehr herzlich und ich wusste, dass es eine tolle Erfahrung werden wird. Schon beim Aufwachen am nächsten Morgen standen meine Gastmutter und mein Gastbruder bereits vor der Tür und machten sich bereit, um mit mir wandern zu gehen. Meine kleinere Gastschwester blieb jedoch zuhause bei meinem Gastvater, der ebenfalls sehr nett war. Beim Wandern unterhielten wir uns und machten uns erst richtig bekannt und wir alle wussten, dass die Chemie zwischen uns stimmte.   Auch mein Gastbruder war sehr nett und stellte mich seinen Freunden vor. Meine Gastmutter war eine sehr engagierte junge Frau, mit der man über alles sprechen konnte. Zuerst dachte ich noch, dass meine Sprache vielleicht ein Hindernis sein könnte, jedoch nach ein paar Wochen konnte ich alles verstehen und fließend sprechen. Einen großen Vorteil verschaffte mir auch meine Gastmutter, die mich hier und da ein wenig in meiner Sprache verbesserte. So schaffte ich es sogar, den deutschen Akzent fast vollständig zu verlieren. Die Schule war sehr nah gelegen. Auch wenn mein Gastbruder und ich eigentlich hätten zu Fuß gehen können, haben wir fast grundsätzlich den Fahrdienst von meiner Gastmutter in Anspruch genommen. Die Schule war sehr groß und ich musste mich erst eingewöhnen. In Kanada sind Mittelstufe und Oberstufe in getrennten Schulen untergebracht, so dass wir nur Oberstufenschüler waren. Letztlich war das jedoch sehr gut und förderte den Zusammenhalt der Schüler untereinander. Was meine Fächer betraf, wählte ich Englisch, Mathe, Sport und Kochen, da ich dachte, ich müsse zu all dem Sport auf jeden Fall mein Englisch fördern und in Mathe am Ball bleiben. Englisch war eins der besten Fächer, die ich hatte. Es machte Spaß und ich habe viel, auch im Hinblick auf meine jetzige Schule hier in Deutschland, dazugelernt. Mathe hingegen war eher einfach, jedoch fand ich es amüsant, mit meinen noch gerade 15 Jahren im Mathe 12 Kurs zu sitzen und mehr als die meisten Kanadier zu wissen. Wie auch immer, stellte sich dies als eine tolle Erfahrung heraus, da ich auf diesem Weg mit vielen Kanadiern in Kontakt gekommen bin. Aber auch Sport und Kochen sind Fächer, die ich nie in meinem Leben vergessen werde. Nach der Schule besuchte ich meistens die Golf-Akademie oder ging mit Freunden in die Stadt. Die Golfturniere, die ich in dieser Zeit spielte waren atemberaubend und wir durften auf vielen sehr hochwertigen Plätzen spielen, auf denen auch kanadische Tourchampionships abgehalten werden. Insgesamt hat mich das Training mit den Headcoaches und den Lehrern, die auch Golf spielten, sehr nach vorne gebracht. Als nun die Wintersaison startete, war das Golfen erstmal aufgrund der Schneemassen auf „Eis“ gelegt. Jetzt überwog die riesige Vorfreude, endlich Skifahren zu gehen. Ich tauschte jedoch erstmalig die Skier gegen ein Snowboard ein, da mein Gastbruder mich mit seinem „Fieber“ total angesteckt hatte. So kam es, dass ich bei meinen unglaublichen 50 Skitagen, die wir an Wochenenden und in den Ferien gesammelt hatten, das Snowboarden erlernte und zügig mit den Besseren mitfahren konnte. Da die fünf Monate so schnell mit meiner Gastfamilie und meinen Freunden verflogen, verlängerte ich meinen Aufenthalt auf 10 Monate. Damit war ich nicht der einzige Austauschschüler. So konnte ich noch mehr Erfahrung sammeln und glaube, dass ich in Kanada eigenständiger und weltoffener wurde. Zum Schluss kann ich behaupten, dass mein „exchange year“, die größte Herausforderung, aber auch die beste Erfahrung meines Lebens war. Als ich zurück nach Deutschland kam, habe ich mich entschieden, das versäumte Schuljahr vorsorglich zu wiederholen. Auch in meiner neuen Stufe habe ich sofort wieder neue Freunde gefunden. Habt also keine Angst vor so einer Möglichkeit und nehmt das Abenteuer auf euch, denn es lohnt sich allemal.

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