#230 Social Media im Auslandsjahr – zwischen Erinnerungen, Druck & Realität
Wie viel Social Media tut dem Auslandsjahr gut? In dieser Podcastfolge sprechen Josi und Emilia offen über Instagram, TikTok & YouTube im Highschool Year – zwischen Erinnerungen festhalten, Vergleichsdruck, Fake-Perfektion und echten Tipps für deinen eigenen Weg.
Social Media gehört für viele Austauschschüler:innen ganz selbstverständlich zum Auslandsjahr dazu. Doch wie beeinflussen Instagram, TikTok oder YouTube eigentlich das Erleben eines Highschool Years?
Genau darüber sprechen Josi und Emilia in dieser ehrlichen Folge. Beide waren im Schüleraustausch in den USA und haben ihr Auslandsjahr auf ganz unterschiedliche Weise online begleitet.
Josi hat ihr Auslandsjahr intensiv auf Social Media dokumentiert. Mit extra angelegten Instagram- und TikTok-Accounts wollte sie Familie und Freund:innen zu Hause mitnehmen – ehrlich, emotional und möglichst real.
Sie zeigt nicht nur perfekte Momente, sondern auch Tränen, Überforderung und Heimweh. Trotzdem wird schnell klar: Auch wenn man versucht, authentisch zu sein, wirkt ein Auslandsjahr online oft „perfekter“, als es sich manchmal anfühlt. Denn gepostet werden am Ende meist die Highlights.
Emilia wiederum erfüllte sich im Auslandsjahr einen lang gehegten Traum: einen eigenen YouTube-Kanal. Inspiriert von früheren Austausch-Vlogs startete sie schon in der Vorbereitungsphase mit Videos und nahm ihre Community mit in den Alltag in den USA.
YouTube machte ihr Spaß, half ihr, neue Leute kennenzulernen – sogar Freundschaften vor Ort entstanden darüber. Gleichzeitig merkte sie aber auch, wie aufwendig längere Videos sind und dass die Motivation im stressigen Alltag nicht immer gleich hoch bleibt.
Beide sprechen offen über den positiven Nutzen von Social Media: Erinnerungen festhalten, Familie auf dem Laufenden halten, neue Menschen kennenlernen und Erlebnisse auch Jahre später noch einmal durchleben können. Gerade für Verwandte und Freund:innen zu Hause ist es oft die einzige Möglichkeit, am Auslandsjahr teilzuhaben – ohne dass man jedem einzeln schreiben muss.
Gleichzeitig thematisieren Josi und Emilia aber auch den Druck, der entstehen kann. Der Wunsch, besondere Momente festzuhalten, kann schnell in das Gefühl umschlagen, alles filmen zu müssen. Football Games, Reisen, Schulalltag – ständig schwingt der Gedanke mit: „Das wäre ein gutes Video.“ Vor allem wenn Inhalte viral gehen, steigt der innere Druck, weiterzuliefern. Dabei besteht die Gefahr, den Moment selbst weniger zu genießen.
Ein zentrales Thema der Folge ist der Vergleich. Social Media zeigt fast immer nur die besten Ausschnitte eines Auslandsjahres. Probleme mit der Gastfamilie, Schule oder Organisationen bleiben oft unsichtbar.
Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass bei allen anderen alles perfekt läuft – obwohl das in Wirklichkeit nur auf einen kleinen Teil zutrifft. Josi betont, dass sie selbst zu den wenigen gehörte, bei denen fast alles reibungslos lief, und dass gerade diese „perfekten Accounts“ für andere sehr belastend sein können.
Emilia ergänzt, dass sie selbst Phasen hatte, in denen ihr Auslandsjahr online viel besser aussah als es sich innerlich angefühlt hat – etwa während eines Gastfamilienwechsels oder schulischer Schwierigkeiten. Trotzdem entschied sie sich bewusst dafür, diese Themen erst später oder gar nicht öffentlich zu machen, um Erwartungen von außen nicht zusätzlich zu verstärken.
Besonders wertvoll sind die konkreten Tipps, die beide geben:
– Social Media kann Inspiration sein, sollte aber keine festen Erwartungen schaffen.
– Vergleiche dich nicht ständig mit anderen Austauschschüler:innen.
– Du musst nichts posten, nur weil andere es tun.
– Halte Erinnerungen für dich selbst fest – egal ob durch Fotos, Videos, ein privates Profil oder ein Scrapbook.
– Eine WhatsApp-Gruppe mit Familie und Freund:innen kann eine entspannte Alternative zu öffentlichen Plattformen sein.
Am Ende steht eine klare Botschaft: Dein Auslandsjahr ist deine Erfahrung. Ob mit viel Social Media, wenig oder gar keinem – wichtig ist, dass es sich für dich richtig anfühlt. Social Media kann bereichern, verbinden und Erinnerungen schaffen, sollte aber niemals bestimmen, wie „gut“ dein Auslandsjahr ist.
Themenübersicht:
00:00:00-00:00:50: Intro
00:00:50-00:02:14: Josis Erfahrungen
00:02:14-00:04:35: Emilias Erfahrungen
00:04:35-00:06:43: Josis Anfang
00:06:43-00:07:57: Zeitaufwand
00:07:57-00:09:29: Familie
00:09:29-00:13:40: Perfektionismus
00:13:40-00:15:09: Meinungen
00:15:09-00:17:02: Fake
00:17:02-00:18:11: Im Nachhinein bereuen
00:18:11-00:20:34: Vergleiche
00:20:34-00:25:46: Tipps
00:25:46-00:27:21: Outro
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