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bewertete am 29.11.19 den "Schüleraustausch Schweden" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Vorbereitung

Die Vorbereitung in Deutschland erfolgte im örtlichen Komitee mit Ehrenamtlichen die gerade aus ihrem Austauschjahr zurückkamen und aktiven "alten Hasen" die Schüleraustausch leben und hat sehr viel Spaß gemacht. Die Leute, die aus ihrem Austauschjahr zurückkamen waren sehr frisch und motiviert, haben über ihre Erfahrungen positiv wie negativ gesprochen und es gab Gastfamilien die ihre Austauschschüler mitgebracht haben. So habe ich viele neue und nette Leute kennengelernt und konnte etwas Luft aus der großen weiten Welt schnuppern, die ich damals mit 15/16 in meinem Dorf noch nicht kannte. Durch die Spiele und Vorbereitungstreffen habe ich einiges über mich selbst gelernt, wie ich in Gruppen auf unterschiedliche Situationen reagiere oder welche Erwartungen ich an das Austauschjahr und mich selber habe z.B. und ich habe viel über das Leben in anderen Ländern gelernt. Auch wurden einige Luftschlößer entzaubert z.B. dass ein Austauschjahr immer nur in die USA geht (wie ich damals naiv annahm, weil das die Leute aus der Schule machten) und auch dass dieses Jahr immer nur super sein wird. Es wurde ganz konkret erwähnt, dass so ein Austauschjahr Höhen und Tiefen beinhaltet und man sich darauf vorbereiten muss. Auch das man nicht in großen Städten oder großen Familien eine Gastfamilie findet, wurde erklärt. Das war gut zu hören, denn als ich dann in Schweden ankam, war ich schon ziemlich baff, dass ich von meinem 500 Einwohner Dorf in einen schwedischen Ortsverbund mit etwa 1000 Einwohnern kam der sich kleckernd durch den Wald zog. Ich musste mir selbst Strukturen aufbauen um meine Freizeit zu gestalten, so habe ich als introvertierter Mensch gelernt, Menschen anzusprechen und mich zu organisieren. Meine Vorstellungen waren ganz anders, dass es oft anders kommt als man denkt und man sich darauf einlassen muss, habe ich in der Vorbereitung gelernt und konnte es dann direkt anwenden....aber es ist ein langer Prozess. Wie gut, dass ich ein Jahr dafür Zeit hatte. Einen kürzeren Austausch würde ich auch nicht empfehlen, denn diese persönliche Entwicklung braucht Raum.
Meine Eltern haben auch einen Austauschschüler aufgenommen bevor ich weg war und wo war ich ein halbes Jahr auch Gastschwester, eine interessante Erfahrung für mich als Einzelkind. Es war nicht immer leicht, hat mir aber viel beigebracht und war auch eine gute Vorbereitung für meinen damals bevorstehenden Auslandsaufenthalt. Mein Gastbruder war auch ein ganzes Jahr uns, nur kam er zur Winteranreise im Februar und ich reiste im September ab nach Schweden.

Betreuung

Die Betreuung vor Ort in Schweden war durch die weiten Distanzen im ländlichen Raum wenig, ich habe sie auch nicht in Anspruch genommen und bin nur zu den Wochenendcamps gefahren um dort andere Austauschschüler zu treffen und mich auszutauschen. Da ich aber mit meiner schwedischen Familie und Klassenkameraden so beschäftigt war in Schweden anzukommen, wollte ich auch weniger mit anderemn Austauschschülern Kontakt haben. Mir reichten diese drei Wochenenden völlig aus. Die Nachbereitung durch AFS war sehr gut, weil man dort auch alle traf die im gleichen Jahr wegwaren und ähnliche Schwierigkeiten hatten wieder in Deutschland anzukommen.

Schule

Die schwedische Schule war super. Es war spannend ein ganz anderes Schulsystem kennenzulernen in dem man nach Themen fächerübegreifend in Gruppen lernt und den Unterricht gemeinsam mit dem Lehrer gestaltet. Eine Vorbereitung für die Uni. So war das Zurückkommen ins deutsche System aber umso schwieriger. Außerdem war es in Schweden eine Ganztagsschule mit vielen Angeboten für die Schüler sich auszuprobieren: Skilaufen, Eislaufen, Malen, Töpfern, Eishockey, Bibliothek, Schneidern, Bauen, Sprachen, Sport, Musik, Band, Umweltaktionen...es gab eigentlich nichts was es nicht gibt und ich konnte viel über die schwedische Gesellschaft und Jugendkultur erfahren, die ich in Deutschland so vielfältig nicht abgebildet gesehen habe.

Familie

Meine Familie wollte mich ursprüngllich nur 4 Wochen als Willkommensfamilie aufnehmen. Da wir uns aber vom ersten Tag an sehr gut verstanden haben, konnte ich das ganze Jahr bei ihnen bleiben und habe das sehr genossen. Ich hatte Glück, sie waren sehr herzlich und haben mich direkt in ihre Familie aufgenommen und überall hin mitgenommen. Das heißt nicht, dass sie ausgedehnte Sightseeing Touren mit mir gemacht haben, sondern ich war völlig in ihren Alltag integriert und hatte die gleichen Aufgaben und Pflichten wie meine Gastgeschwister. Dazu gehörte das Putzen des ganzen Hauses am Donnerstag, abwechselnder Abendbrots- und Tischdeckdienst unter der Woche, Aufräumen, Müll etc. Auch die Regeln galten für mich wie für die Gastgeschwister auch: Kein Alkohol (never ever...selbst nicht für die erwachsenen Gastgeschwister die zu Feiertagen zu Besuch kamen), keine Süßigkeiten unter der Woche, dafür exzessiv am Wochenende, Kein Wegbleiben nach 24 Uhr...während meine schwedische Gastschwester gegen die Regeln rebellierte, war ich froh, dass sie für mich genauso gelten und empfand das als zugehörigkeit zur Familie. Außerdem gab es im Wald in dem wir wohnten auch keine Möglichkeit (außer Skilaufen, Im See baden oder Pilze sammeln) viel anderes zu unternehmen. Ich habe mich dann einer örtlichen Sportgruppe angeschlossen und mit einer Frauengruppe Handarbeit und Singen gelernt, Langlauf gemacht und mich mit meiner Klasse und der grünen Jugend der nächstgrößeren Stadt getroffen oder viel Zeit in der Stadtbibliothek verbracht, die damals schon Vorträge und gemütliche Leseecken hatte. Mit meiner schwedischen Familie treffe ich mich noch einmal im Jahr, meistens im Sommer oder sie besuchen mich dort, wo ich in den letzten Jahren gelebt habe. Jetzt haben wir schon alle Kinder und ich bin so froh dass meine Kinder schwedische Cousins und Cousinen haben.