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bewertete am 15.07.20 den "Schüleraustausch Costa Rica" mit AFS Interkulturelle Begegnungen

Familie
Schule
Vorbereitung
Betreuung
Ansprechpartner

Ich war 2015 mit AFS ein Jahr lang in Costa Rica, ich war bei der Abreise 15 Jahre alt.
Bis heute ist das Auslandsjahr eine prägende Erfahrung für mich.
Mit AFS bin ich sehr zu frieden gewesen, es gab eine umfassende Vorbereitung und Nachbereitung mit mehreren Wochenenden, die allesamt von sehr motivierten Freiwilligen durchgeführt wurden. Ich schätze an AFS sehr, dass der Verein überwiegend von Freiwilligen organisiert wird, dadurch sind alle Mitarbeiter sehr motiviert und machen Ihre Arbeit aus Spaß und nicht aus finanziellen Interessen.
Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Austauschorganisationen wurde meine Gastfamilie nicht bezahlt dafür, dass sie mich aufnehmen. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass die Gastfamilien bei AFS generell ihre Gastschüler einfach aus Gastfreundlichkeit und aus Neugierde aufnehmen. Meine Gastfamilie ist für mich bis heute wie ein Teil meiner "richtigen" Familie, sie ich hatte das Glück sie diesen Sommer wieder besuchen zu können und es war sehr emotional sie wieder zu treffen.
Die Freiwilligen Betreuer im Gastland waren sehr hilfreich und herzlich zu mir. Natürlich hatte ich wie jeder Gastschüler in den ersten Monaten einige Missverständnisse oder habe Hilfe in manchen Situationen (z.B. bei der Kommunikation mit der Gastschule) die Hilfe der Betreuer gebraucht, die Betreuer haben mir aber immer gut geholfen.
Mein Betreuer war ein ehemaliger AFS Austauschschüler, der mit AFS in Deutschland gewesen ist, das war perfekt, denn so konnte er beide kulturelle Welten verstehen und auch wenn notwendig mit mir auf deutsch reden.
Das Komitee vor Ort hat zur Einbindung der neuen Gastschüler immer wieder Veranstaltungen , Ausflüge, Grillfeste und Partys bei den Kommiteemitgliedern und bei manchen Gastfamilien zu hause organisiert, diese Erlebnisse haben mir sehr beim Aufbau neuer Freundschaften in Costa Rica geholfen.
Natürlich hatte ich nicht nur gute Erfahrungen in meinem Auslandsjahr, Heimweh bleibt zum Beispiel kaum einem Austauschschüler erspart, aber ich habe im nachhinein das Gefühl, auch aus manchen schwierigen Situationen habe ich sehr viel gelernt und ich bin während des Auslandsjahres viel reifer geworden.
AFS hat meinen Austausch gut betreut. AFS ist keine "du bezahlst und bekommst dafür alles" Austauschorganisation, es war zum Beispiel nicht sicher ob ich die Zusage in meinem Wunschland sofort bekommen würde und ich musste etwas flexibel in meiner Länderwahl sein. Das was zählt war für mich nicht, dass die Organisation schöne Hochglanz-Flyer hat oder dass man sich seine Gastfamilie oder Gastschule aussuchen kann. Die Herzlichkeit aller AFS Freiwilligen und aller Gastfamilien ist der Grund, wieso ich jedem zurünftigen Austauschschüler AFS empfehlen kann.
Zudem erhalten rund 30% aller AFS Austauschschüler ein (Teil-) Stipendium. Der Verein hilft einem dabei, ein passendes zu finden. Ich hatte nur durch ein Teilstipendium die Möglichkeit, am Austausch teilzunehmen.

Und noch eine Sache kann ich jedem ans Herz legen, der überlegt ins Ausland zu gehen: geht ein ganzes Jahr und nicht nur drei Monate oder sechs Monate.
In meiner Generation von Austauschschülern haben es die Halbjahresschüler meistens bereut, nicht länger gegangen zu sein, da man auch bei sechs Monaten Aufenthalt die gleiche Eingewöhnungszeit hat und viel weniger Zeit im Ausland wirklich "leben" kann, in der man die Sprache dann bereits beherrscht, seine Gastfamilie gut kennt und weiß wie alles im Gastland funktioniert. Ich hatte damals die Wahl zwischen Schuljahr wiederholen und länger bleiben oder halbes Jahr ins Ausland und nicht wiederholen. Die Entscheidung für ein ganzes Jahr hat sich total gelohnt. Was ich in einem halben Jahr in Costa Rica gelernt habe, hätte ich niemals in einem Schuljahr in Deutschland lernen können.
Und noch etwas: traut euch, euch auf Länder zu bewerben, deren Sprache ihr noch nicht sprecht. Ich konnte bei meiner Anreise noch kein einziges Wort Spanisch sprechen und meine Gastfamilie hat auch nicht viel Englisch verstanden, das war aber kein Problem, denn wir haben von Anfang an versucht Spanisch (statt Englisch) zu reden und nach drei Monaten ca. habe ich die meisten Alltagskonversationen selbst führen können.