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Reisebericht von Jette

Gastland: Australien
Austauschjahr: 2018

Mein Auslandshalbjahr verbrachte ich in Australien, 6 Monate Sonne, Strand, neue Freunde, nette Gastfamilie und viele, neue Erfahrungen. Die ersten Tage in Australien, verbrachte ich in Sydney mit einer großen Gruppe aus Deutschen und Österreichern. Wir waren alle zusammen aus Deutschland nach Australien geflogen. In unserer gemeinsamen Zeit in Sydney machten wir einen kleinen Stadtrundgang, badeten am bekannten Manly Beach, bestaunten die Sydney Opera von innen und genossen den Ausblick auf der Harbour Bridge. Es war einfach traumhaft! Nachdem die drei wunderbaren Tage in Sydney vorüber waren, kamen wir zu unseren Gastfamilien: Meine Gastfamilie wohnte in Queensland an der Sunshine Coast. Ich flog noch mit vier anderen zum Sunshine Coast Airport. Auf dem Flug war ich sehr aufgeregt. Ich wusste, dass ich bei einer alleinerziehenden Mutter mit zwei kleinen Söhnen leben würde, die auch noch eine norwegische Gastschülerin aufgenommen haben. Ich hoffte sehr, dass sie alle nett waren und mich gut aufnehmen würden. Am Flughafen angekommen, holten wir gleich unser Gepäck ab. Meine Gastmutter war schon da. Sie begrüßte mich lieb. Ich verabschiedete mich von den anderen und ich fuhr mit meiner Gastmutter nach Hause. In diesem Moment fühlte es sich nicht so an, als würde ich im Auto einer Fremden sitzen, die allerdings in den nächsten 6 Monaten ein Teil meiner Familie sein wird. Es fühlte sich so an, als wäre ich nach einer dreitägigen Klassenfahrt wieder Zuhause angekommen.

Das Wochenende verbrachten wir im Deer Park, wo wir als Familie zusammen campten. Das war sehr gut, um sich am Anfang kennenzulernen. Nach dem Wochenende kam der Wochenstart und damit auch der erste Schultag an der neuen Schule. Ich war schon etwas nervös davor. Das Gute war, ich musste mir keine Sorgen machen, was ich anziehe, denn man musste Schuluniform tragen. Ich fuhr ca. 40 Minuten mit dem Auto zusammen mit meiner Gastmutter und Gastschwester zur Schule. Meine Schule war die Burnside State High School. Den ersten Tag verbrachte ich kaum im Unterricht, sondern eher in Büros von dem Schuldirektor und anderen Angestellten, die sich um Austauschschüler kümmern. Meine erste Stunde war an diesem Tag Englisch, ich kam in der Mitte der Stunde dazu. Australier sind dafür bekannt, dass sie teilweise undeutlich sprechen und vor allem schnell. Das kann ich nur bestätigen. Ich verstand an meinem ersten Tag noch nicht so viel Englisch, wie ich es gehofft hatte. Das schreckte mich jedoch nicht ab. Zwei Wochen danach konnte ich fast die ganze Zeit dem Unterricht folgen.

Mit Freunden habe ich mich die ersten Tage noch ein wenig schwierig getan. Ich habe immer nach Leuten geschaut, mit denen ich befreundet sein könnte und die mir sympathisch schienen. Ich habe mich denn immer zu Gruppen dazu gesetzt und einfach bei ihren Gesprächen mitgeredet. Nach ungefähr einer oder zwei Wochen hatte ich mich ganz gut mit einigen aus dem Volleyballteam angefreundet. Ich habe mich dann auch immer versucht mit ihnen zu verabreden, was sich als schwierig herausstellte, da viele neben der Schule auch arbeiteten und noch andere Pflichten hatten und deshalb nicht viel Zeit. Ich hatte daraufhin versucht mich immer langfristiger mit Australiern zu verabreden und das hat dann auch besser geklappt. Natürlich habe ich mich auch mit Freunden verabredet, die ich vom Flug aus Deutschland nach Australien kannte und die nicht zu weit weg wohnten.

Einige dieser Freunde wohnten in Noosa, das war ungefähr eine bis 1 ½ stündige Busfahrt bis dorthin, die sich lohnt. Noosa ist ein sehr schöner Ort mit einem riesigen Strand, tolle Läden und einem wunderbaren Nationalpark, in dem man, wenn man Glück hat, auch Koalas in freier Wildbahn sehen kann. Während meiner Zeit in Down Under hatten wir auch einige Ausflüge von der Schule aus, einer davon ging auch in den Noosa Nationalpark. Ein anderer Ausflug von der Schule, war eine fünftägige Reise nach Heron Island, einer Insel, die im südlichen Teil des Great Barrier Reefs liegt. Das war auf jeden Fall eines der schönsten Erlebnisse, die ich in den 6 Monaten Australien gemacht habe. Wir haben während der 5 Tage viele Ausflüge zum Schnorcheln gemacht. Es war einfach atemberaubend. Es peitschten die Wellen über den Ozean, aber wenn man den Kopf unter Wasser hielt, tauchte man in eine Welt ein, die friedlich und ruhig vor sich hin verweilte. Ich schwamm zusammen mit meinen Mitschülern an riesigen Korallenriffen vorbei, entdeckte die verschiedensten Fischarten, Stingrays, Manta Rays und kleine Riff Haie. Es war der Wahnsinn.

Ich habe das halbe Jahr in Australien sehr genossen und hätte eigentlich noch länger bleiben können, denn 6 Monate gehen einfach viel zu schnell vorbei, wenn man in ein neues Leben eintaucht. Ich habe in meiner Zeit neue Freundschaften geschlossen und eine neue Familie kennengelernt, die zu meiner zweiten Familie geworden ist. In den 6 Monaten gab es natürlich nicht immer nur schöne Tage, an einigen Tagen, habe ich mein Leben in Deutschland sehr vermisst. Im Nachhinein fand ich es sehr wichtig, auch diese Tage zu haben, denn aus denen konnte man lernen, wachsen und sich neue Perspektiven aneignen. Ich habe so vieles gelernt und erlebt, ich bin sehr froh und dankbar dieses Austauschhalbjahr gemacht zu haben.

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